Für wahre Gleichberechtigung braucht es etwas mehr

Was interessiert junge Menschen? Was sind ihre Themen? prima! bittet in der Serie „Am Schulhof“ junge Menschen zu Wort. In dieser Ausgabe ist es die 18-jährige Alexandra Dunst von der HLW Hartberg.
Alexandra Dunst, HLW Hartberg
Foto: Rawpixel.com/Shutterstock.com

Überall wird berichtet, wie wichtig die Gleichberechtigung von Frau und Mann doch sei. Ein Schritt in die „richtige“ Richtung sollte die geschlechtergerechte Sprache sein, aber dass durch das ständige Hin- und Herjonglieren der weiblichen und männlichen Formen die Lesbarkeit des Textes verloren geht, hat natürlich keiner bedacht.

Wir Österreicher wissen nur zu gut, was es bedeutet, alles zu gendern. Sogar unsere geliebte Bundeshymne musste dem Wahnsinn angepasst werden. Hat es wirklich so viele gestört, dass in der Hymne nur die großen Söhne besungen wurden? Kann ich mir nicht vorstellen, denn viele kennen den Text unserer Hymne nicht einmal und können nicht sagen, ob es „Heimat bist du großer Söhne“ oder „Heimat großer Töchter und Söhne“ heißt. Und jetzt einmal ehrlich? Fühlen wir Frauen uns durchs Gendern besser behandelt? Nein, eigentlich nicht, denn dadurch bekommen wir auch nicht mehr Lohn und immer noch sind es Frauen, die zugunsten der Familie auf Karriere verzichten. Haben wir durch das Gendern mehr Selbstvertrauen bekommen? Trauen wir uns jetzt mehr Männerberufe zu, weil sie auch in der femininen Form verwendet werden? Wenn eine Frau Mechanikerin werden möchte, braucht sie keine gegenderte Berufsbezeichnung, um ihren Traum zu erfüllen!

Wir sollten uns um die wirklich wichtigen und großen Probleme der Gleichberechtigung kümmern, denn uns Frauen wäre es viel lieber, wenn wir endlich gleichen Lohn für gleiche Arbeit bekommen würden! Mit dem Gendern können wir uns leider nichts kaufen.

Beitrag aus Ausgabe 04/2018


Alexandra Dunst
18 Jahre
Schülerin der HLW Hartberg

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