Zwischen Qualitätsjournalismus und Fake News

In der prima! Serie „Am Schulhof“ lassen wir Schüler zu Wort kommen. Diesmal stellen wir die Frage: Woher beziehen Jugendliche ihre Informationen, um sich eine Meinung zu bilden? Hannah Reichart, Schülerin der HAK Oberwart, schreibt dazu:
Autor: Hannah Reichart, HAK Oberwart
Foto: Branden Harvey on Unsplash

Ich bin 17 Jahre alt, vollzeitbeschäftigt an der HAK Oberwart und habe in der Früh keine Zeit, um Zeitung zu lesen. Ich muss das Klischee des jungen Menschen, der nur Social Media nutzt, um sich zu informieren, leider bestätigen. Teilweise. Natürlich ist der Griff zum Handy leichter, als der Blick in die Zeitung. Wenn ich schnell informiert werden möchte, nur die wichtigsten Schlagzeilen lesen will, dann nutze ich mein Mobiltelefon als Informationsquelle.

Um wirklich mit einem Thema vertraut zu werden und viele Informationen zu bekommen, reicht das Handy nicht. Ich frage Menschen in meinem Umfeld, bei denen ich das Gefühl habe, dass ich ihnen vertrauen kann und sie kompetent sind. Meine Eltern „müssen“ mir oft als Gesprächspartner gegenüberstehen und Politikdiskussionen führen. Auch Gespräche im Unterricht können mich zum Nachdenken anregen.

Falschmeldungen auf Facebook, deren Glaubwürdigkeit ganz offensichtlich in Frage gestellt werden muss, können meinen Gemütszustand oft in Sekundenschnelle verschlechtern. Es ist erschreckend, welch großen Einfluss diese vor allem auf Menschen meines Alters haben können. Ich würde mir wünschen, dass auch Jugendliche zur Meinungsbildung vermehrt seriöse Zeitungen lesen und nicht ausschließlich auf diverse Facebook-Seiten vertrauen würden. Die sozialen Medien als Informationsportal zu nützen, halte ich für eine gute Idee. Aber zur umfassenden Meinungsbildung reichen diese nicht aus. Das Geschick, aus dem Schwall der Nachrichten die seriösen herauszufiltern, braucht viel Erfahrung und Kenntnis.

Ausgabe 04/2017


Hannah Reichart
17 Jahre jung
Schülerin der HAK Oberwart

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