Wovor wir Angst haben

In der prima! Serie „Am Schulhof“ interessiert uns die Meinung der Schüler aus den regionalen Oberstufen. In der aktuellen Ausgabe ist es Susanne T. Filz von der HLW Pinkafeld. prima! wollte wissen, welche Themen Jugendliche beschäftigen und was ihre Ängste sind.
Susanne Filz, HLW Pinkafeld
Foto: fizkes/Shutterstock.com

Des Öfteren schon habe ich mich mit der Thematik „Wovor wir jungen Menschen Angst haben“ auseinandergesetzt und wollte nun auch meine Freunde damit konfrontieren.

Als ich sie gefragt habe: Wovor hast du Angst?“, war niemand dabei, der nicht offen mit mir gesprochen hätte. Fasziniert von dieser unbeschönigten Ehrlichkeit konnte ich feststellen, dass die Diskrepanz zwischen den Aussagen nicht besonders hoch war.

Die größte Angst besteht für uns darin, einen geliebten Menschen zu verlieren. Wir Jugendliche sehen den Tod nicht mehr durch Kinderaugen, nein, wir kennen die Realität und wissen, dass manche Wunden nicht schnell wieder verheilen. Man beginnt, sich zu sorgen, wann es so weit sein wird und wie es wohl passieren mag, aber vor allem, wie die danach anstehende Zeit werden wird.

Die zweitgrößte Angst ist zu versagen. Als junger Erwachsener hat man Wünsche und Träume, deshalb sitzt einem die Ungewissheit des Versagens im Nacken, als würde sie nur darauf warten, bis wir den alles entscheidenden Fehler machen, der unseren Traum platzen lässt, um dann zuzupacken. Große Angst entsteht auch bei dem Gedanken an unsere berufliche Zukunft, die hauptsächlich geprägt ist durch Konkurrenzkampf und Leistungsdruck in einem instabilen Umfeld, das sich „Arbeitslosigkeit“ nennt. Nicht wenige junge Erwachsene zittern nun schon ihrem Berufsleben entgegen, da die Anzahl der anstelle von Menschen arbeitenden Maschinen immer mehr steigt.

Und was ich abschließend anmerken möchte…
Ich sehe die Besonderheit mit den Ängsten darin, damit umzugehen, sich ihnen zu stellen und nicht scheu zu sein, sie mit jemandem zu teilen. Denn genau das ist es, was ich an meiner Altersstufe so unglaublich schätze: Wie mutig wir trotz allem sind und wie wenig wir uns unterkriegen lassen.

Ausgabe 05/2017


Susanne Filz
Schülerin der HLW Pinkafeld
„Ängste beherrschen unser Leben, sind ständige Begleiter – manche wird man niemals los.“

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