Das schnellste Elektro-Auto der Welt …

...hat 1.800 PS unter der Haube, beschleunigt in 2,6 Sekunden auf 100 km/h und knallt eine Höchstgeschwindigkeit von 355 km/h auf den Asphalt. Dass dieser Bolide derart in Schuss ist, liegt auch an einem gewissen Franz Polster und seinem Konzern „PIK-AS“ in Mariasdorf.
Eric Sebach
Foto: zVg

DI Christina Polster und Mag. Franz Polster. Das Tochter-Vater-Gespann leitet das Unternehmen PIK-AS, das ein Relais für den „Rimac“ liefert.

 

In den Wochen vor Weihnachten legt Franz Polster den Telefonhörer kaum aus der Hand, bimmelt auch sein Handy unentwegt – „gerade hab ich Weihnachtsbeleuchtung nach Bayern verkauft“, verrät der Seniorchef von PIK-AS International mit Sitz in Mariasdorf. Neben seiner Stammfirma hat er vor Jahren nämlich auch das Unternehmen X-AS gegründet und produziert handgemachte Weihnachtsbeleuchtung. „Als Gegenpol zur Billigware aus China“, wie er sagt. Bis zu einen Meter im Durchmesser sind diese Girlanden, Glühlampen und dergleichen groß.

Beim gedanklichen Schwenk in die Automobil-Industrie beginnen Polsters Augen – offiziell wird der erfolgreiche Konzern für elektrotechnische Fabrikate bereits von Tochter Christina geleitet – freilich um einen Deut strahlender zu leuchten. Wenn man das „schnellste Elektro-Auto der Welt“, den „Rimac Concept One“, nämlich genauer unter die Lupe nimmt, läuft er nur dank eines feinen Relais aus dem Hause PIK-AS.

Der Flitzer hat sage und schreibe 1.800 PS unter der Haube, Polsters Relais bringt 12 Volt, 600 Ampere und schaltet in 2,6 (!) Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht in 14 Sekunden die 300 km/h-Marke. Unfassbare 355 km/h Highspeed bringt der flotte Wagen auf die Piste, bei einer maximalen Reichweite von 600 Kilometern.

Lediglich drei solcher Elektro-Boliden sind derzeit in Europa unterwegs, die Besitzer bleiben streng geheim, Franz Polster verrät lediglich, „dass ein Münchner, ein Mailänder und ein Genfer“ das Vehikel ihr Eigen nennen dürfen. Müssig anzumerken, dass jeder aus dem illustren Trio millionenschwer sein dürfte, sonst würden sich die drei Herren kaum den Kaufpreis von rund 1,5 Millionen Euro leisten können. 25 Rimac „Concept One“ sind angeblich derzeit weltweit unterwegs.
Franz Polsters „Einsätze“ erstrecken sich freilich auch noch auf andere Betätigungsfelder – „wir liefern und verkaufen unsere Relais bzw. Kippschalter weltweit genauso an Hersteller von LKW, Kettenfahrzeugen, klein-motorischen Flugzeugen oder sogar an das amerikanische Militär.“

Das Geheimnis des Erfolgs? „Harte Arbeit“, lacht Franz Polster, „viel Zeit widmen wir natürlich auch der Erforschung fortschrittlicher Technologien. Denn in unserem Markt geht es nicht nur darum, dass die Elektronik funktioniert, sondern wichtig ist auch, wie Kraft und Drehzahl geregelt sind.“

Beitrag aus Ausgabe 12/2017


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