Doppelt kurt besser: Eine Gemeinde, zwei Thermen. Bad Waltersdorf

Eingebettet zwischen der Oststeiermark und dem steirischen Vulkanland liegt die Marktgemeinde Bad Waltersdorf, die mit ihren zwei unterschiedlichen Thermen und ihren vielfältigen Sport- und Freizeitmöglichkeiten sowie ihrer idyllischen Natur viel zu bieten hat.
Olga SEUS / 28. März 2019
Foto: zVg

1975 stieß man in Bad Waltersdorf bei Bohrungen auf Thermalwasser.

 

 

Saisonauftakt

Bad Waltersdorf erwacht. Wie überall in der Steiermark macht man sich fit fürs Frühjahr. Der Kurort, der in der Kategorie „Schönste Märkte“ des Landesblumenschmuckwettbewerbs Flora im Herbst 2018 zum fünften Mal in Folge den ersten Preis und damit die goldene Flora verliehen bekam, muss seinem Ruf gerecht werden, wie Bürgermeister Josef Hauptmann stolz erwähnt. Allüberall wird geschmückt und hergerichtet. Auf den unzähligen Wanderwegen sieht man Läufer fleißig trainieren: Bereits am 6. April steht der „Radio Steiermark Lauf“ als Start in die Saison an.

Zum 17. Mal findet er heuer statt, es wird mit 1.500 Teilnehmern aus allen Bundesländern sowie aus Ungarn gerechnet. Das große Event wird einen Tag vorher mit einer spannenden Multimediaschau mit Eindrücken der Steiermark eingeleitet. Das Wochenende ausklingen lassen kann man am Sonntag mit einem Thermentag.

Thermalwasser statt Öl

Überhaupt, die Thermen: Das heutige Bild von Bad Waltersdorf ist geprägt von ebenjenem Fund, der 1975 bei Ölprobebohrungen gemacht wurde. Da man statt auf Erdöl auf 62° Grad heißes Thermalwasser stieß, gibt es keine Bohrtürme, sondern die Marktgemeinde darf seit 1988 den Zusatz „Bad“ im Namen führen.

Bad Waltersdorf auf das Image einer typischen Kurgemeinde festlegen zu wollen, würde viel zu kurz greifen. Vielmehr erscheint es janusgesichtig: Ruhige Kurgemeinde, zugleich Ort für moderne Aktivurlauber.

Gesund mit Genuss

Dies zeigt sich in den zwei verschiedenen Thermen: Für ruhige Entspannung, ganz nach dem Motto „gesund mit Genuss“ steht die klassische Heiltherme mit herrlichem Blick über Waltersdorf. Auf die Bedürfnisse von Thermenbesuchern spezialisiert sind etliche Gewerbetreibende, so das Gesundheitszentrum ‚Atyan‘, das Shiatsu und Massagen und etliches mehr bietet wie auch die Thermenapotheke, die neben klassischen Apothekendiensten ebenso alternative Heilmittel sowie Fußpflege, Nageldesign und Gesichtsbehandlungen offeriert. Zahlreiche Buschenschenken und andere Gastronomie haben sich spezialisiert, Gäste und Einheimische zu verwöhnen. „Besonders ans Herz legen möchte ich allen Gästen und Einheimischen das neu konzipierte „Winzern am Berg“, das am 15. Juni zum ersten Mal mit einem bunten Programm mit Musik – unter anderem die „Edlseer“ und die „jungen Paldauer“ – , Weinverkostung und kostenlosem Shuttleservice aufwartet“, rät der Geschäftsführer des Tourismusverbandes, Jörg Pfeifer.

Kinder- und Aktivprogramme für Jung und Alt

Die H2O-Therme im Ortsteil Sebersdorf, erst seit der letzten Gemeindezusammenlegung 2015 dazugekommen, bietet mit unzähligen Rutschen, Wellenbad und im Sommer Hüpfburgen Spaß und Aktion, ganz ausgerichtet auf die Bedürfnisse von Kindern und Familien. Hier darf es dank Maskottchen Hopi-Ho und Kinderprogramm lauter werden.

Auch Erwachsene, die nicht immer kuren, sondern sich sportlich auspowern wollen, kommen in Bad Waltersdorf auf ihre Kosten: Jörg Pfeifer vom Tourismusverband weiß gar nicht, wo er anfangen soll: Zu einem Spaziergang hoch zwischen den Baumwipfeln lädt der größte Waldseilgarten Europas. Sportlich geht es zu im neu errichteten 3D-Bogen- und Blasrohrparcours oder man begibt sich mit Smovey-Ringen auf eigens ausgeschilderte und mit Übungshinweisen versehene Wanderwege. Es finden auch wöchentlich unter Anleitung geführte Smovey-Wanderungen statt. Bad Waltersdorf wurde übrigens als 1. Internationale Smovey-Gemeinde ausgezeichnet.

Weiters gibt es die klassischeren Sportmöglichkeiten mit vielen Wander- und Radwegen, Tennis- und Squashplätzen sowie eine 18-Loch-Golfanlage. Fußball ist ein großes Thema, nicht nur die eigene Mannschaft spielt hier, in Bad Waltersdorf gastieren regelmäßig internationale Fußballtrainingscamps wie das österreichische Nationalteam.

Nahezu unberührte Natur

Wer es beschaulicher mag und abseits von touristisch stark erschlossenen Wegen in die relativ unberührte Natur möchte, kann sich in die Naturschutzgebiete „Vogelschutzgebiet Leitersdorf“ oder ins „Lichtenwalder Moor“ zurückziehen. Außer dem eigenen Herzschlag kann man hier vor allem den Vögeln des Waldes lauschen und Stress, Trubel und sogar Straßengeräusche weit hinter sich lassen. Was man als Ruhesuchender nicht ahnt – das Moor erzählt tief unten in der Erde eine eigene Geschichte: Aufgrund von Pollenfunden in knapp einem Meter Tiefe konnten Rückschlüsse auf eine Besiedelung vor rund 2.000-2.400 Jahren gezogen werden.

Etwas später, nämlich auf das 1. bzw. 2. Jahrhundert nach Christus, werden die Funde im römerzeitlichen Museum datiert, die man täglich von 8-18 Uhr bei freiem Eintritt besichtigen kann. Die gefundene Löwenstatue ist sogar stilisiert ins Stadtwappen eingegangen. Ansonsten finden sich im kleinen, aber gut beschilderten Museum vor allem Überreste von Grabsteinen der Römerzeit.

Die neuen Tore zu Bad Waltersorf: Kunst im Kreisverkehr

Wesentlich neueren Datums sind die Kunstwerke heimischer Künstler, die die Kreisverkehre nach Bad Waltersdorf seit Ende des Jahres 2016 schmücken. „Mit diesem einzigartigen Projekt sollen Gäste und Einheimische auf besondere Art mit dem Thema des heilenden Wassers in der 2-Thermenregion begrüßt werden“, so Bürgermeister Josef Hauptmann. Direkt vor der H2O-Therme steht der Tropfen von Maximilian Ertl, der von zwei riesenhaften Händen schützend aufgefangen wird. Weiters gibt es bei der Heiltherme das Wassertor von Prof. Muhr, das als Brunnen fungiert und in Sebersdorf das Kunstwerk „Die Befreiung von Zeit und Raum“ des Künstlers Rudolf Pichler.

Wer nun Lust auf Bad Waltersdorf bekommen hat und sich nicht sofort ins Auto setzen kann, dem sei der neu konzipierte virtuelle 3D-Rundgang auf der Gemeindehomepage ans Herz gelegt. Das ersetzt natürlich nicht den lokalen Augenschein, doch immerhin kann man so ein wenig hineinschnuppern in die liebenswürdige Gemeinde mit all ihren Möglichkeiten.


Relaxen wird in Bad Waltersdorf groß geschrieben. Hier kann man inmitten der Natur wunderbar entspannen und den Alltag hinter sich lassen.

Die Thermen sorgen für eine entspannte Auszeit für Ruhesuchende, aber auch für Aktivurlauber. Der Tourismus ist durch die beiden Thermen aufgeblüht. Auch Smovey-Wanderungen werden in Bad Waltersdorf angeboten. Die Löwenstatue im römerzeitlichen Museum ist sogar stilisiert ins Stadtwappen eingegangen. (siehe Fotos unten)


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