„Das Wort Krebs gar nicht in den Mund nehmen“

ORF Dancing-Star Otto Retzer spricht über die Diagnose Prostatakrebs.
Eric Sebach
Foto: ORF

Otto Retzer mit seiner ORF Dancing Star Tanzpartnerin Roswitha Wieland

 

Sie sehen blendend aus und haben sich von der Prostatakrebs-OP im Vorjahr offenbar bestens erholt.
Vielen Dank, es geht mir auch wieder sehr gut! Sonst hätte ich mir die ganze „Plagerei“ rund um die ORF Sendung „Dancing Stars“ auch gar nicht antun können. Ich sehe aber nun jeden Tag mit anderen Augen und habe erkannt, dass das Leben auch für einen Otto Retzer nicht „unendlich“ ist.

Was war der schlimmste Moment im Zuge der Diagnose?
Die Minuten, in denen mir der Arzt den Befund mitgeteilt hat. Und dann war gleich der Vorsatz, dieses Wort „Krebs“ gar nicht in den Mund zu nehmen. Ich habe schnellstens versucht, einen Spezialisten zu finden, der mir die Varianten OP oder Strahlenbehandlung erläutert hat. Meine Entscheidung lautete dann relativ rasch „Ja zur Operation“, denn ich habe von etlichen Patienten gehört, die sich gegen die OP entschieden und danach sehr gelitten hätten. Viele von ihnen seien gar nicht mehr am Leben.

Was hat Ihnen in dieser Phase am meisten geholfen?
Meine Frau, ganz ehrlich, und die Unterstützung von Familie und Freunden! Mittlerweile habe ich wieder ein schönes, erfülltes Eheleben und für einen 71-Jährigen ist es auch nicht so betrüblich, dass es keine weiteren Kinder mehr geben wird. Die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen nehme ich gerne in Kauf.

Welchen Rat würden Sie betroffenen Männern geben?
Dass sie auf alle Fälle das hervorragende Angebot der Vorsorge-Untersuchung in Anspruch nehmen und je nach individueller Situation in den nötigen Intervallen den PSA-Wert bestimmen lassen. Das lässt sich bei jeder Blutabnahme einfach mitbestimmen, tut nicht weh und kann Leben retten. Glauben Sie mir, ich weiß genau, wie wichtig das ist. Und sollte jemandem eine ähnliche Diagnose wie mir gestellt werden: Kopf hoch – und auf zum Spezialisten! Es gibt nämlich auch genügend Scharlatane.

Interview aus Ausgabe 05/2017


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