Demenz lässt sich nicht wegschweigen

Die Tabuisierung verhindert eine gute Lebensqualität aller Betroffenen. Es gibt Unterstützung - sagen Sie „Ja“ dazu.
Dr. Klaus Peter Schuh, Mitinitiator des „Seniorengarten Oberwart“
Foto: angieconscious / pixelio.de

Die Erkrankung Alzheimerdemenz ist schicksalhaft, sie kann jeden von uns treffen, unabhängig von Bildung und Geschlecht. Es kommt zu einer zunehmenden Verschlechterung der Merkfähigkeit, der Orientierung, der Sprache und des praktischen Geschicks. Der Erkrankungsverlauf kann zwar derzeit durch Medikamente verzögert werden, die Erkrankung ist zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht heilbar. Empathie und Menschlichkeit für die Betroffenen und deren Angehörigen sind notwendig.

Gefordert ist aber auch ein mutigeres Verhalten von betroffener Seite, die Krankheit anzunehmen und sich aktiv und mit Offenheit damit auseinanderzusetzen, um der Vereinsamung zu entgehen. Auch die Angehörigen sind von der Erkrankung betroffen. Durch den erhöhten Betreuungsaufwand kommt es bei ihnen zu einer Abnahme der sozialen Kontakte und ebenfalls zu einer Vereinsamung.

Nehmen Sie Hilfe an!

Im Seniorengarten Oberwart, einer Tagesbetreuungsstätte für Menschen mit Demenzerkrankung, wurde ein strukturiertes Angebot geschaffen, welches das persönliche Vorleben jeder und jedes Einzelnen berücksichtigt. Der Seniorengarten besteht seit 2007. Er ist ein Betreuungsangebot für Menschen im Bezirk Oberwart. Ziel des Angebots ist es, die vorhandene Selbstständigkeit der Betroffenen zu stärken, die geistigen und praktischen Fähigkeiten zu fördern und die Angehörigen zu beraten und zu entlasten.

Laut Österreichischem Demenzbericht 2014 ergibt sich mit den Zusatzangeboten eine bessere Lebensqualität und eine Stabilisierung der praktischen Alltagsfähigkeiten.
Es werden Fähigkeiten gefördert, Defizite werden ebenfalls erkannt und möglicherweise korrigierend beeinflusst, aber nicht betont.

Das Leben in der Gemeinschaft verhindert die Vereinsamung, wir sehen, dass Verhaltensauffälligkeiten wie Aggressionen und nächtliches Herumwandern positiv beeinflusst werden. Es braucht aber das JA der Betroffenen und der Angehörigen, Hilfe anzunehmen.

Durch die Tagesbetreuung kommt es:
• zu einer Verbesserung des Selbstwertgefühls
• zu einer längeren Selbstständigkeit in den Alltagsverrichtungen
• zu einer Entlastung der Angehörigen, diese haben mehr Geduld, und Geduld ist ein wichtiger Aspekt in der Betreuung.

Im Seniorengarten wird der einfühlsame Umgang mit diesen Menschen durch ein Team von engagierten Pflegehelferinnen gewährleistet.

Auskunft und Anmeldung:
Pflegedirektorin der Diakonie Oberwart: Maria Konrath,Tel: 03352/31200-10

 

 

Vortrag über Schmerzen bei Demenzerkrankten:

Bei mittelgradiger bis schwerer Demenz ist es oft schwierig zu erkennen, wann und ob der Betroffene Schmerzen hat. Der Demenzerkrankte ist nicht mehr in der Lage, diese zu artikulieren Doch es gibt Anzeichen!

Prim. Dr. Andreas Winkler richtet sich in seinem Vortrag an Ärzte, Pflegende und Angehörige

Do, 4. April 2019, 19.30 Uhr, Aula Neue Mittelschule
Oberwart, Eintritt freie Spende


Dr. Klaus Peter Schuh
Dr. Klaus Peter Schuh, Mitinitiator des „Seniorengarten Oberwart“,
Arzt für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin

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