Pflege: LH Doskozil legt Konzept vor

Jetzt wurde das neue Pflegekonzept für das Burgenland von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Sozial-Landesrat Christian Illedits präsentiert. Es setzt auf die Pflege daheim, auf Gemeinnützigkeit und finanzielle Absicherung von pflegenden Angehörigen. Kritik kommt von der ÖVP.
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Landesrat Christian Illedits, LH Hans Peter Doskozil und Sonja Windisch von der Sozialabteilung

 

Die Pflege daheim hat oberste Priorität; um die Qualität der Pflege im Land weiter zu verbessern, setzt der Plan auf die Gemeinnützigkeit und pflegende Angehörige sollen entlastet werden. So sieht der Plan ein Modell zur finanziellen Absicherung für pflegende Angehörige der Pflegestufen 5, 4 und 3 vor. Darüber hinaus werden stationäre- und teilstationäre Pflegeeinrichtungen ebenso ausgebaut wie alternative Wohnformen und mobile Pflegeangebote. Grundsätzlich wird die Pflege nur mehr auf gemeinnütziger Basis erfolgen. Das gelte für jeden Anbieter, „wer auch immer im Burgenland in diesem Segment tätig ist. Pflege ist für mich eine besondere Form der Daseinsvorsorge. Eine Gewinnabsicht hat aus meiner Sicht in diesem Bereich keine Berechtigung“, so Doskozil.
Ein wichtiger Teil des Pflegekonzepts ist es, pflegende Angehörige bei der Finanzierung des Lebensunterhaltes inklusive Versicherung noch besser zu unterstützen und abzusichern. Dazu wurde ein Modell zur finanziellen Absicherung für pflegende Angehörige für die Pflegestufen 3, 4, und 5 ausgearbeitet. Zur Abwicklung dieses Modells wird ein gemeinnütziger Rechtsträger, die Burgenländische Pflege und Service GmbH, gegründet, wo Personen, die Angehörige pflegen, angestellt werden.

Pflege daheim „44 Altenwohn- und Pflegeheime mit 2.226 stationären Plätzen gab es Ende 2018 im Burgenland. Bis zum Jahr 2021 sieht der Zukunftsplan im gesamten Burgenland bis zu 305 neue Pflegebetten vor, bis zum Jahr 2030 sind es bis zu 635 neue Pflegebetten“, so Sozial-Landesrat Christian Illedits. Gleichzeitig werden bis 2021 die Einsatzstunden im Bereich mobile Pflegedienste von 320.371 im Jahr 2018 auf mindestens 354.264 ansteigen.
Um die Bedürfnisse der älteren Generation zu erheben, wurde das Department Soziales der FH Burgenland mit einer Umfrage beauftragt. Demnach wollen 98,5 % der Befragten so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben, jedoch nur 44,3 % sind der Meinung, sich die Pflege zuhause leisten zu können.

Kritik kommt von der ÖVP: Sie spricht von Zeitverschwendung und einem enttäuschenden Ergebnis. Parteiobmann Thomas Steiner: „Der Arbeitskreis war offensichtlich eine Farce!“


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