Auseinandersetzung mit der Vergangenheit

Weithin sichtbar steht in Oberschützen seit 1939 ein Denkmal, das an die Machtübernahme der Nazis erinnerte. Jetzt mutiert es zu einem „Denk-Ort“, der auf die Schrecken dieser Zeit aufmerksam machen soll. Bis 2021 soll das zeitgeschichtliche Vorhaben abgeschlossen sein. Rund 100.000 Euro werden vorerst in die Sanierung investiert.
Foto: zVg

Die Geschichte des „Anschlussdenkmals“ – heute Mahnmal – in Oberschützen wird aufgearbeitet

 

Direkt vor der Ortseinfahrt Oberschützen ragt er empor, der Steintempel, der an eines der dunkelsten Kapitel der Menschheit erinnert. Heute ist er ein Mahnmal „gegen Diktatur, gegen Gewalt, gegen Rassismus – für Demokratie, für Frieden und für die Wahrung der Menschenrechte!“, wie es auf einer Tafel vor Ort heißt. „Ein baulicher Eingriff am Objekt war bislang problematisch, da es auf den Grundstücksgrenzen von neun Eigentümern steht“, erklärt Bürgermeister Hans Unger. Damit sei auch die Auseinandersetzung mit diesem Objekt sehr schwierig gewesen. Seit 2016 ist jedoch die Gemeinde auf die Dauer von 30 Jahren Pächter des Mahnmals und kann nun Sanierungen vornehmen. Rund 100.000 Euro werden dafür benötigt. Vom Land gibt es, laut Unger, Unterstützung.

Das sei aber nur ein Teil der geplanten Maßnahmen. Eine Arbeitsgruppe, in der unter anderem die Schulen des Ortes und Experten wie die Historikerin Ursula Mindler-Steiner mitwirken, erstellt derzeit ein Konzept zum Mahnmal, das bis 2021 (Jubiläumsjahr „100 Jahre Burgenland“) umgesetzt werden soll. „Ziel dabei ist, dass hier ein Informations-, Lern- und Denk-Ort entstehen soll, der sich mit diesem Bau und seiner Geschichte wissenschaftlich und künstlerisch auseinandersetzt“, so Unger.


Einen Kommentar hinterlassen: