Bau-Boom in Oberwart

Die Metropole des Südens erlebt derzeit einen nie dagewesenen Bau- und Investitions-Boom. In vielen Bereichen ist die Stadt eine einzige Baustelle. Und das wird sich in den nächsten Jahren auch nicht ändern. Es geht um hunderte Millionen Euro.
Peter Sitar / 30. Juli 2018
Foto: shutterstock | bogdanhoda

Derzeit ist in Oberwart einiges in Bewegung. Wie etwa die Bahnhofstraße, die derzeit eine riesige Baustelle ist.

 

Die aktuellsten Neuigkeiten gleich vorweg: Es tut sich was beim OSG-Bauvorhaben H2 – dem Hochhaus-Projekt im Bereich Hauptstraße-Evangelische Kirchengasse. Knackpunkt des Projektes waren bislang die notwendigen Parkplätze für die Bewohner. Nun scheint eine Lösung in Sicht, denn die OSG verhandelt derzeit intensiv mit der Gemeinde über 1.500 Quadratmeter der sogenannten Rotunden-Fläche (Gesamt 7.000 Quadratmeter) zur Errichtung einer Tiefgarage und von Parkflächen. Das bestätigt auch OSG-Obmann Alfred Kollar: „Von uns aus geht das klar und ist ein wesentlicher Schritt zur Umsetzung des H2-Projektes.“ In Summe geht es um rund 100 Parkplätze. Das gesamte H2-Bauvorhaben wird mit zehn bis 13 Millionen Euro – abhängig von der Größe und Anzahl des Wohnraumes – kalkuliert. Die Planungen laufen, Alfred Kollar rechnet mit einem Baubeginn im Frühjahr 2019.

Anmerkung am Rande: Die Rotunde selbst ist von den Planungen nicht betroffen. Das Gebäude steht ja, wie bekannt, unter Denkmalschutz. Auch für die restliche Rotundenfläche gibt es, laut Bürgermeister Georg Rosner, derzeit keine Pläne.

An anderen Stellen ist die OSG ebenfalls treibender Motor im Baugeschehen der Bezirkshauptstadt. So errichtet die Genossenschaft im Bereich des Seper-Tennisplatzes (Badgasse) ein hochmodernes Wohngebäude. Nicht zu vergessen das Step Gästehaus mit 180 Betten, das vor der Eröffnung steht.

Infrastruktur

Aber auch die Gemeinde investiert nach Kräften. Sichtbarste Baustelle ist derzeit die Bahnhofstraße. Hier werden 350.000 Euro in die Sanierung dieses Straßenstückes im Zentrum von Oberwart gesteckt. Bis Ende September sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Ganz wichtig dabei ist für Bürgermeister Ge3org Rosner (VP), dass der Verkehr der Holzverladung von Lkw auf die Bahn nicht mehr über die Bahnhofstraße rollt. Deswegen übernimmt das Land Burgenland, konkret die Verkehrsinfrastruktur Burgenland (VIB) und bereits Besitzerin der Bahnstrecke Oberwart-Friedberg, nun auch den Abschnitt von Oberwart nach Großpetersdorf. Künftiger Holz-Verladebahnhof wird Rotenturm, mit dem Standort Holz-Fischer. Die Aufnahme des Betriebes soll in den nächsten Wochen erfolgen. Wobei eine der größten Herausforderungen die verkehrstechnische Absicherung der Eisenbahnkreuzung mit der B63 sein wird. Hier denkt man eine Schranken-Lösung an.

Aber nicht nur in der Bahnhofstraße bleibt derzeit kein Stein auf dem anderen. Bei der angespannten Kanalsituation im Bereich der Oberen Hochstraße und Prinz-Eugen Straße investiert die Gemeinde in die Modernisierung der Kanäle 400.000 Euro.

Parkraumbewirtschaftung

Intensiv denkt man in der Gemeindestube auch über eine Lösung für den ruhenden Verkehr nach. Das Stichwort lautet hier Parkraum-Bewirtschaftung. Sie soll vor allem im Stadtzentrum sowie in den meisten betroffenen Nebenstraßen stattfinden. „Wir überlegen attraktive, wirtschaftsfreundliche Lösungen. Wie etwa Gratisparken in der ersten Stunde“, so Bürgermeister Georg Rosner. Im Laufen sind auch die Untersuchungen für eine Lösung der Verkehrsprobleme im Bereich des Gesundheitszentrums Oberwart. Bis zum Herbst soll ein Experte Vorschläge ausarbeiten, die 2019 umgesetzt werden könnten.

Größtes und prägendstes Projekt ist der Neubau des Krankenhauses Oberwart. Der soll 2020 in Angriff genommen werden. Kostenpunkt: 220 Millionen Euro. Dabei stand für LR Hans Peter Doskozil nach Übernahme der Agenda und neuerlicher Überprüfung alles zur Disposition – auch der Standort Oberwart wurde dabei hinterfragt. Da man aber bereits viele Millionen Euro in die Planung investiert hatte (Stand 2016: 12,4 Millionen Euro) bleibt der geplante Standort für den Neubau bestehen.

Klar ist inzwischen auch die Anbindung für den Verkehr von und zum Krankenhaus, nicht nur während der Bauphase. Georg Rosner: „Es wird einen neuen Kreisverkehr an der B63a geben, von dem man direkt zum Krankenhaus fahren kann.“ Der soll 2019 errichtet werden. Noch heuer erfolgt der Spatenstich für das neue Parkhaus des Spitals.

Fix ist auch die Errichtung eines Billa-Marktes im Bereich Schulgasse-Linkes Pinkaufer. Baustart demnächst. Weiters in der Pipeline: Ein Stadthotel, Erweiterung beim EO, neue Nutzung für den alten Hofer-Markt beim Kreisverkehr.

Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt der Projekte. Oberwart ist derzeit wirklich eine Boom-Town.

 

Beitrag aus Ausgabe 08/2018


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