Betreiber wollen Volllast fahren

Biomasse-Kraftwerk Oberwart: Neue Eigentümer setzen auf Ersatzbrennstoffe, Information der Bevölkerung, technische Aufrüstung und Aufbau eines neuen Baustoffwerkes.
Peter Sitar
Die neuen Eigentümer des Biomasse-Kraftwerkes Oberwart planen große Investitionen

Die neuen Eigentümer des Biomasse-Kraftwerkes Oberwart planen große Investitionen

 

„Wir investieren jetzt in einem ersten Schritt über 100.000 Euro in das von uns mit Jahresbeginn erworbene Biomasse-Kraftwerk in Oberwart. Weitere Investitionen werden folgen“. Das erklärt Eberhard Reil, Geschäftsführer der Bio-Brennstoff Gmbh und neuer Eigentümer des Kraftwerkes. Die neue Gesellschaft gehört zur Schmidt Industrie Holding, die einen Jahresumsatz von 1,7 Milliarden Euro erwirtschaftet.
Kritisiert wurde der Umbau des Kraftwerkes von der Bezirks-SPÖ, die eine zusätzliche Umweltbelastung befürchtet. Die neuen Betreiber wollen daher jetzt die Bevölkerung umfassend informieren.

Mit neuen Investitionen in Filter- und Katalysatoren soll das Kraftwerk auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden. Für den Betrieb mit Biomasse (Hackschnitzel) liegen alle amtlichen Genehmigungen vor. Das Kraftwerk ist so ausgerichtet, dass hier Strom und Wärme erzeugt werden. Für die Fernwärme, mit der zur Zeit das Krankenhaus, das EO und Dieselkino versorgt werden, gebe es einen Abnahmevertrag mit der Energie-Burgenland, der vorherigen Besitzerin des Kraftwerkes, so Reil.
In Zukunft sollen aber nicht nur Hackschnitzel zur Energieerzeugung verwendet werden, sondern sogenannte Ersatzbrennstoffe, wie etwa Abfallprodukte der Papierindustrie und der Altpapierverarbeitung. Insgesamt sollen pro Jahr 28.000 Tonnen dieser Stoffe angeliefert werden.
Das führte bekanntlich zu heftiger Kritik. Jetzt hat das Unternehmen eine zusätzliche Genehmigung nach dem Abfallgesetz beantragt. Zuständig dafür ist die Bezirkshauptmannschaft Oberwart. Die Bio-Brennstoff Gmbh erhofft sich noch im zweiten Quartal 2018 die Genehmigung eines sechsmonatigen Probebetriebes. „Wenn die Behörden zustimmen, werden sie uns genau begleiten und darauf achten, dass sämtliche Grenzwerte exakt eingehalten werden“, so Reil. Nach seinen Angaben ist das Werk in Oberwart vom technischen Standpunkt ein wahres „Gustostückerl“. Insgesamt sollen in das Werk drei Millionen Euro investiert werden. Begleitet werden die technischen Aufrüstungen von Umweltexperten, wie dem Umweltbundesamt.

Sollten die Genehmigungen, wie erhofft, erreicht werden, liegen weitere Ausbaupläne schon jetzt in der Schublade. In einem geplanten Baustoffwerk sollen mit der Energie aus dem Kraftwerk besonders schnell trocknende Baustoffe, wie Estriche für Fußböden, erzeugt werden. Investition hier: 30 Millionen Euro und zusätzliche 35 Mitarbeiter.

Beitrag aus Ausgabe 05/2018


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