Blaue Zone Innenstadt

Parktickets werden im nächsten Jahr ein Thema in Oberwart. Ein Verkehrsexperte arbeitet derzeit an einem Konzept für die Parkraumbewirtschaftung. Fix ist: Gebühren und Kurzparkzonen kommen. Die Innenstadt wird zur blauen Zone und soll von Dauerparkern befreit werden.
Nicole MÜHL / 1. Oktober 2018
Foto: Prima

Am Rotunden-Gelände stehen viele Dauerparker. Parkgebühren werden auch hier kommen. Der desolate Boden wird vorher ausgebessert.

 

In Sachen Parkraumbewirtschaftung wird sich in der Bezirkshauptstadt demnächst einiges verändern. Verkehrsexperte Roman Michalek (MIRo Mobility) wurde von der Gemeinde mit einem Konzept beauftragt, das sämtliche Brennpunkte berücksichtigen soll. Geplant wird seit Monaten. Eine Lösung pressiert, denn im Sommer 2019 wird das vierstöckige Parkhaus der KRAGES voraussichtlich fertig sein. Um die umliegenden Straßenzüge (Sportlände, usw.) durch zusätzliche Parker nicht noch mehr zu belasten, ist geplant, spätestens ab diesem Zeitpunkt hier Parkverbote einzuführen. Anrainer ausgenommen.

Innenstadt wird zur „blauen Zone“

Hauptkriterium für das Parkkonzept in der Innenstadt ist für Bürgermeister Georg Rosner, dass es „wirtschaftsfreundlich“ ist. Im Klartext: Die Unternehmer müssen mitziehen und das passiert nur, wenn genügend Parkplätze zur Verfügung stehen und der Kunde/Besucher nicht gleich zur Kassa gebeten wird. Soll heißen: Geplant sind Parktickets, aber diese sind erst zu lösen, wenn man eine bestimmte Gratis-Parkzeit überschritten hat.

Problemzone beim GHZ

Eine Lösung für die unkontrollierte Verkehrs- und Parksituation in der Röntgengasse gibt es noch immer nicht. Der Rot-Kreuz Parkplatz in der Billrothgasse steht dem GHZ als Parkraum nun doch nicht zur Verfügung. Die Gemeinde hätte hier ihr Rückkaufsrecht genutzt. Nun hat der Eigentümer doch noch ein Bauprojekt eingereicht, was die Gemeinde um das Grundstück und die Patienten und Mieter des GHZ um Parkplätze bringt.
Ins Zentrum rückt vielmehr das Modell einer Einbahnstraße. „Das hängt aber davon ab, ob die Gemeinde ein Grundstück gegenüber dem ‚Russenfriedhof‘ kaufen kann“, so Rosner. Die Anfrage an den Eigentümer wurde kürzlich gestellt. Die Verhandlungen laufen.

Dauerparker raus aus der Stadt

Hotspots in der Stadt sind auch die Rotunde (auf einem Teil errichtet die OSG eine Tiefgarage. Die verbleibende Parkfläche der Gemeinde soll hergerichtet werden) und die Parkanlage in der Schlaininger Straße. Hier sieht Rosner vor allem das Problem bei den Dauerparkern. „Viele stehen die gesamte Woche über in der Innenstadt, weil sie in Wien arbeiten.“ Mit Parkgebühren will man diese nun aus der Stadt und hin zu Park & Ride Anlagen am Stadtrand bekommen. Neben der bestehenden Anlage in der Nähe des Lidl-Marktes (hier könnte noch erweitert werden), will die Gemeinde auch am ehemaligen Triumph-Gelände Möglichkeiten für Dauerparker schaffen.

Ein Parkplatzproblem in der Stadt sieht Rosner nicht. Die Gemeinde stelle genügend Parkflächen zur Verfügung. „Von vielen Flächen weiß die Bevölkerung gar nicht, dass diese von der Gemeinde angemietet wurden. Dass es künftig Parkgebühren gibt, ist in anderen Städten schon Usus. Und auch Private und Grundstückseigentümer in Oberwart verlangen Gebühren – wie etwa neuerdings auch beim Parkdeck der Helvetia-Passage.“

Einen Gewinn wird es durch die Parkraumbewirtschaftung für die Gemeinde wohl nicht geben. „Man kann froh sein, wenn sich die Kosten decken“, so Rosner. Wann das Konzept denn nun fix umgesetzt wird, will der Bürgermeister erst sagen, wenn alle Punkte ausgearbeitet sind. „Aber wenn das KRAGES-Parkhaus im Sommer nächsten Jahres fertig wird, könnte sich die Parksituation in der Gegend des Krankenhauses zuspitzen. Deshalb müssen wir Gas geben.“ Und in Oberwart werden spätestens dann auch wieder Parksheriffs unterwegs sein. Denn das beste Konzept wird sich nicht umsetzen lassen, wenn es nicht kontrolliert wird.


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