Botschafterin der Krippe

„In der Ruhe liegt die Kraft“ - das beweist Elisabeth Hafner aus Wolfau. Ihre Hände sind genauso ruhig, wie ihr gesamtes Wesen. Das mache die Handarbeit, sagt sie - und das Krippenbauen.
Nicole MÜHL / 29. November 2018
Foto: Prima!

Auch die Figuren wurden bei dieser Krippe von Elisabeth Hafner selbst gemacht. Sie hat dafür Jute und Blaudruckstoffe aus dem Burgenland verwendet.

 

Wenn es Abend wird, beginnt für Elisabeth Hafner die schönste Zeit. Dann nimmt sie ihre Handarbeit und während das Fernsehprogramm im Hintergrund läuft, wandern ihre Hände gekonnt und flink über eines ihrer neuen Werke. Sie liebt das Sticken und Häkeln genauso wie die Ikonenmalerei.

39 Jahre war sie Volksschuldirektorin in Wolfau. Als sie im Jahr 2010 in Pension ging, hat sie die Ausbildung zur Klöppelmeisterin gemacht – eine Handarbeit, die sie dann zwei Jahre intensiv studiert hat, um heute einzigartige Spitzen herzustellen. Ihr Wissen gibt sie in Workshops in Ritas Eck in Pinkafeld regelmäßig weiter.

Die Stunden, die sie in ihre Werke investiert, kann sie nicht beziffern. „Viele“, sagt sie – und lächelt. Aber diese Stunden seien ja das Wertvolle. „Für mich ist es wie eine Art Ergotherapie. Egal wie der Tag war – vor allem wenn es einem nicht so gut geht, ist das Handarbeiten beruhigend“, sagt die 70-Jährige. Es sei ein gutes Gefühl.

Jedem Haus seine Krippe

Eine besondere Leidenschaft von Elisabeth Hafner ist das Krippenbauen. Zahlreiche Kurse hat sie auch dazu schon absolviert – jedesmal ist sie mit einer neuen Krippe nach Hause gegangen. In der Weihnachtszeit zieren sie alle ihr Haus.

Verkaufen will sie keine davon, weil sehr viel Persönliches in jeder Krippe steckt. Da wurden zum Beispiel die Kleider von einer Krippenfigur aus dem Hemd eines lieben verstorbenen Freundes gemacht. Viele Elemente in den Krippen spiegeln ihre Reisen wider. Eine Wurzel aus Kroatien, Olivenholzfiguren aus Bethlehem und unendlich viele Eindrücke, die sie darin verarbeitet. „Jeder sollte seine eigene Krippe bauen“, sagt Elisabeth Hafner. Denn bereits während des Schaffens passiert etwas in den Menschen. „Es ist wie Beten und es geht tief in uns hinein.“

Krippen erinnern uns an die Botschaft der Geburt Jesu. An die Menschlichkeit und Liebe. Diese Botschaft brauchen wir – mehr denn je. Gesegnete Weihnacht!


Die Idee für diese Krippe hatte Elisabeth Hafner bei einem Äthiopienurlaub. Zu sehen ist dieses besondere Werk derzeit bei der Steirischen Landeskrippenausstellung in Hartberg.

Elisabeth Hafner (70) aus Wolfau hat ihr Leben lang Handarbeiten gemacht.


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