Buschenschenken können im Burgenland ein halbes Jahr durchgehend öffnen

Nach rund 39 Jahren soll es nun eine umfassende Änderung des Buschenschankgesetzes im Burgenland geben. Der Entwurf dazu liegt bereits zur Begutachtung vor und soll noch heuer im Landtag beschlossen werden.

Konkrete Änderungen soll es in drei Bereichen geben. „Haupt- und Nebenerwerbslandwirte, die einen Buschenschank betreiben, sollen nun völlig gleichgestellt werden“, erklärt LR Verena Dunst. Auch die bis dato geltenden vier Wochen, die ein Buschenschankbetrieb nach dem Ausstecken geschlossen haben musste, sollen nun der Vergangenheit angehören. Vielmehr dürfe man in Zukunft sechs Monate am Stück offen haben, so Dunst.

Geht es nach dem Gesetz, dürften in einem Buschenschank auch keine Salz- und Süßgebäcke verkauft werden. Dieses Verbot soll nun fallen. Die typisch burgenländischen Grammelpogatscherl oder Marillenkrapfen dürfen in Zukunft, laut Dunst, auf der Karte stehen.

Als letzten Punkt soll es den Buschenschankbetreibern nun ermöglicht werden, mit einer Meldung jährlich alle ihre Ausschankzeiten bekanntzugeben. Mit dem Entwurf können auch die Gastronomen gut leben, wie Franz Perner von der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft erklärt: „Es ist eine klare Regelung, bei der wir auch eingebunden waren.“ Wichtig sei für die WK, dass sich die Buschenschenken auch daranhalten. Der Verkauf von ausschließlich eigenen Weinen und kalten Speisen sei in Ordnung – ein kurzfristiges Aufsperren, etwa für Geburtstagsfeiern, sei zu unterlassen. Buschenschenken seien ein Kulturgut, das erhalten bleiben muss, so Perner.

In der Steiermark sind die jährlichen Öffnungszeiten nicht explizit festgelegt, heißt es von der dortigen Landwirtschaftskammer. Wer einen Buschenschank aufsperren will, muss bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft einen Antrag stellen. Die entscheidet dann von Fall zu Fall, abhängig etwa von der Betriebsgröße.


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