Die ganze Welt im Einklang

Für Ralf Schönfeldinger war Religion schon immer ein wichtiger Teil seines Lebens. Mit 34 Jahren entschied sich der Psychologe aus Oberwart schließlich dazu, sich dem Bahá’itum - der jüngsten Weltreligion - zu erklären. Ein Schritt, der ihn seither Tag für Tag durch sein Leben begleitet. Seit mittlerweile 13 Jahren.
Laura Weingrill
Foto: zVg

Im Südburgenland umfasst die Bahá‘i-Gemeinde 19 Mitglieder. Ralf Schönfeldinger und seine Familie gehören ebenfalls zu dieser friedenstiftenden und jüngsten Religion.

 

„Ich kam durch meine Gattin zum Bahá’itum. Eigentlich bin ich christlich aufgewachsen, habe mich dann aber dazu entschieden, auch Bahá’i zu werden. Das dauerte insgesamt sechs Jahre“, erzählt Ralf Schönfeldinger lächelnd. Er wirkt, als wäre er mit der gesamten Welt im Reinen. Ein Umstand, den er unter anderem auch seiner Religion zu verdanken hat, wie er selbst meint. Verständlich, denn im Bahá’itum ist eines besonders wichtig – ein guter Mensch zu sein, der Gutes zur Welt beiträgt. So soll man, laut den Schriften des Offenbarers Bahā‘ullāh, dem Begründer der Religion, als Mensch seelisch immer weiterwachsen und bei allem was man tut abschätzen, ob man damit Gutes in der Welt bewirken kann. Erklären kann man sich der Religion ab dem 15. Lebensjahr. Danach begleitet einen das Bahá’i-Leben bis zum Tode und darüber hinaus, wie es in den Schriften heißt.
Laut dem Bahá’itum gehören alle Religionen dieser Welt zusammen. Als Bahá’i weiß man, dass irgendwann ein anderer Offenbarer kommen wird. Jemand, den die Menschen zu dieser Zeit brauchen werden. So zeigt sich die Religion als weltumfassend, die alle Gesellschaften zusammenwachsen lässt.
Und auch, wenn das Bahá’itum hier noch etwas unbekannt zu sein scheint, steigt die Anzahl der Anhänger stetig. Weltweit sind es zwischen sechs und sieben Millionen, in Österreich sind es etwa 1.300 Bahá’i und im Burgenland gehören rund 50 Menschen dieser jüngsten Religion an.

Ralf Schönfeldinger ist einer davon – samt seiner Familie. Da es im Gegensatz zum Christentum im Bahá’itum keinen Priester gibt, praktiziert er die Religion größtenteils bei sich zuhause mit anderen Mitgliedern der Bahá’i-Gemeinde. Dann kommen alle zusammen und lesen Schriften und Gebete. Seine beiden Töchter begleiten diese Andachten oft mit Musik – eine Vertonung der Texte des Offenbarers. Das seien dann besonders schöne und berührende Zusammentreffen, sagt Ralf Schönfeldinger. Wichtig sind den Bahá‘i die vier Grundregeln, die sie in der Gemeinschaft erfüllen: Gebet, Beratung, Freundschaftspflege und Gemeindeleben.

2017 ist für die Bahá’i ein ganz besonderes Jahr, denn dieses Jahr feiert Bahā‘ullāh den 200. Geburtstag. Zur Feier dessen werden überall auf der Welt Feste ausgerichtet, so auch hier im Burgenland – in Riedlingsdorf und Oberwart. Diese sind für jeden zugänglich und jeder, der sich für die Religion interessiert, ist herzlich eingeladen, vorbeizukommen, an den Andachten teilzunehmen, Gespräche zu führen, miteinander zu essen – und so zum Freund der Bahá’i zu werden.

Info: www.bahai.at
bahai.bgld@gmail.com

Beitrag aus Ausgabe 10/2017


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