Doskozil will neues Pflegekonzept

Landesparteivorsitzender LR Hans Peter Doskozil hat das Thema Pflege ganz oben auf die Agenda gesetzt. Ende Februar soll ein landesweiter Pflegeplan vorliegen.
Peter SITAR / 02. Jänner 2019

Nicht nur auf Bundesebene beschäftigt sich die Politik 2019 intensiv mit dem Thema Pflege. Besonders das Burgenland will in diesem Bereich eine Vorreiterrolle einnehmen. Treibende Kraft dahinter ist der designierte Landeshauptmann und Landesparteivorsitzende Hans Peter Doskozil (SPÖ). Eine eigene Arbeitsgruppe soll in enger Zusammenarbeit mit dem Sozialressort bis zum Ende des ersten Quartals 2019 entsprechende Vorarbeiten verfassen.

Dabei sind die Ansätze des Südburgenländers durchaus radikale. So lautet ein Tenor: „Pflege darf kein Geschäft sein!“ Pflege müsse gemeinnützig und nicht gewinnbringend sein. Heimpflege und Pflege zu Hause werden immer wichtiger für die Menschen. Diese werde von großen Firmen oft als gewinnbringende Leistung angesehen. „Damit muss Schluss sein“, so die Vorgabe des SPÖ-Burgenland Chefs. Kleinere Pflegedienstanbieter und Firmen sollen in das Pflegekonzept miteingebunden werden.

Es ist ein weites Feld, das das Burgenland hier betreten will. Das reicht von der Frage, wie man Angehörige, die zu Hause Verwandte betreuen, sozial versichern kann, welche Unterstützung sie benötigen und ausloten, wo zusätzliche Pflegeheime entstehen sollen, bis zur Frage, wie die Pflege zu Hause besser und optimaler organisiert werden kann. Antworten auf diese Fragen sollen bis Ende Februar vorliegen. Laut Doskozil wurde die finanzielle Basis für so ein Pflegekonzept im Budget des Jahres 2019 zur Verfügung gestellt. Fast die Hälfte der finanziellen Mittel fließen 2019 in die Bereiche Soziales und Gesundheit. Für den Bereich Pflege allein sollen die Gelder um 8,1 Prozent auf 114,3 Millionen Euro steigen.

Weiter forciert werden soll der Ausbau der Betreuung in den eigenen vier Wänden. In diesem Bereich ist man bereits seit Längerem aktiv, besonders intensiv seit Beginn dieses Jahres mit dem Landeszuschuss in der Höhe von monatlich bis zu 600 Euro – in Ausnahmefällen bis zu 800 Euro. Die meisten älteren Menschen wollen ihren Lebensabend am liebsten in gewohnter Umgebung verbringen. Das untermauert auch die Zahl der Anträge für die Förderung: Bis November wurden fast an die 1.000 gestellt!

Ab dem kommenden Jahr wird es auch in allen Bezirken des Landes eigene Sozial- und Pflegeberater geben. Diese werden im Jänner 2019 ihre Arbeit aufnehmen und sind auf den jeweiligen Bezirkshauptmannschaften angesiedelt. Sie beraten und vermitteln für jeden Betroffenen die jeweils am besten geeignete Pflegeleistung.

Neue Außenstelle der Gebietskrankenkasse in Oberwart

Fixiert wurde die neue Außenstelle der Burgenländischen Gebietskrankenkasse in Oberwart. Sie wird sich am Areal des ehemaligen Magnet-Marktes in einem OSG-Neubau befinden, so SP-Abgeordneter Christian Drobits.


Landesparteivorsitzender (SPÖ)
LR Hans Peter Doskozil

„Im Burgenland soll ein vorbildliches Pflegemodell entstehen“

 

Warum ist Ihnen das Thema Pflege so wichtig?

HP Doskozil: Das ist ein ganz großes Zukunftsthema. Derzeit befinden sich 2.000 Menschen in Pflegeheimen, doppelt so viele werden zu Hause gepflegt. Wobei die Anforderungen regional durchaus unterschiedlich sein können. Bis Ende Februar sollen Ergebnisse der Arbeitsgruppe vorliegen.

Was können Länder regeln, was der Bund?

HP Doskozil: Pflegebedarf ist unterschiedlich zwischen Stadt und Land, etwa die Frage, wie organisieren wir Pflegeheime. Das wird ein wichtiges Thema für den Finanzausgleich, der Aufteilung der Steuermittel zwischen Bund und Ländern.

Ist eine Kooperation mit dem Bund in diesem Bereich vorstellbar?

HP Doskozil: Abstimmungen sind notwendig zwischen Bund und Ländern. Mein Ziel ist es, ein Modell im Burgenland zu entwickeln und in weiterer Folge bundesländerweit akkordiert vorzugehen.

Sie sagen Pflege darf kein Geschäft sein. Wer sollen in Zukunft die Trägerorganisationen sein?

HP Doskozil: Das beste Beispiel gibt es im Bezirk Jennersdorf. Dort organisiert ein gemeinnütziger Verein 90 Prozent der Pflege. Ich bin fest davon überzeugt, dass man gewisse Aufgaben nicht der Wirtschaft allein überlassen darf. Bei der Pflege muss die Gemeinnützigkeit ganz oben stehen.

Wird ein burgenländischer Pflegeplan kommen?

HP Doskozil: Der soll bis Ende Februar stehen. Wichtig ist dabei, dass wir die pflegenden Angehörigen bestmöglich unterstützen und schauen, dass sie sozial abgesichert sind.


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