Sogar die US-Army hat angefragt

Turnschuhe für Pferde: Charly & Louisa Forstner sind drauf und dran, mit einer tollen Idee von Fürstenfeld aus weltweit durchzustarten. 5.000 Vorbestellungen gibt es schon.
Eric Sebach
Foto: Megasus Horserunners

Ein Ehepaar aus Fürstenfeld hat den „Turnschuh“ für Pferde entwickelt: Megasus horserunners statt Hufeisen.

 

„Stellen Sie sich vor, Sie müssten ein Leben lang mit einem Gipsbein rumlaufen!“ Wenn Louisa Forstner über das, was Gatte Charly und sie für den weltweiten Markt an Freizeitpferden planen, loslegt, bekommt man schnell Bilder im Kopf. Was für einen Menschen unzumutbar scheint, erleben viele Pferde offenbar mit herkömmlichen Hufeisen tagtäglich. Grund genug also für die Forstners, heuer im Sommer eben die „Megasus horserunners“ herauszubringen. Sozusagen den patentierten „Turnschuh“ für Pferde, aus Kunststoff – bequem an die Hufe anzuklippen. Hufeisen und Nägel sollen damit der Vergangenheit angehören. „Eisen ist für Pferdehufe nämlich seit langem ein notwendiges Übel, das die Knochen, Sehnen und Bänder der Tiere extrem belastet“, erklärt Louisa Forstner. „Auf Dauer können Hufeisen Verspannungen und schwere Beinprobleme hervorrufen. Und nur Experten bemerken, wie sehr ein Pferd unter diesen Schmerzen zu leiden hat.“

Die „Megasus horserunners“ sollen daher bald Abhilfe schaffen. 5.000 Vorbestellungen gibt es bis dato weltweit – „mehr als 50 Millionen Menschen haben auf diversen Plattformen bereits das Video mit dem Prototypen gesehen“, erzählt Louisa nicht ohne Stolz. Ok. 50 Millionen Interessierte – und bislang „nur“ 5.000 im Vorverkauf abgesetzte Exemplare? „Sie müssen sich allerdings vorstellen“, lächelt Frau Forstner, „dass diese Herrschaften pro Stück bereits rund 200 Euro bezahlt haben und nur aufgrund eines Videos der Meinung sind, dass dieses Geld gut angelegt ist! Im Prinzip sind das lauter kleine Investoren, die an uns glauben.“
Vertrauen, das die Forstners rechtfertigen wollen.

Charly ist der Produktentwickler, seine Frau Louisa für Marketing, Koordination und Logistik zuständig – und wer bislang Vorbestellungen aus den USA, Australien, Kanada, Südafrika, Japan und und und aufzuweisen hat, darf auch bereits vom weltweit erfolgreichen Durchstarten träumen. Ganz nebenbei erzählt Louisa auch, „dass die US-Army unser Produkt an den Armee-Pferden testen möchte“. Auch Verantwortliche des englischen Polo-Nationalteams hätten sich gemeldet – und dazu gebe es zahlreiche Anfragen von Veterinär-Kliniken, die die „horserunners“ augenscheinlich genauer unter die Lupe nehmen wollen.

Ob man mit den „Turnpatschen“ für Pferde reich werden kann? Louisa lacht. „Ehrlich, daran denken wir nicht. Wichtig ist fürs erste einmal, einen Umdenk-Prozess bei Reitern und Pferdebesitzern zu erreichen. Wir haben über 6.000 E-Mails aus der ganzen Welt erhalten, in denen uns Leute schildern, wie schwerwiegend die Folgen von Hufeisen für ihre Pferde sind.“
Absatzzahlen, die Erwartung von Umsätzen? „Bitte keine Zahlen vorerst“, sagt Louisa Forstner. „Aber ja, wenn man ein erfolgversprechendes Produkt weltweit herausbringt, muss es sich finanziell natürlich in absehbarer Zeit lohnen!“

Beitrag aus Ausgabe 04/2017


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