Krankenhausbau startet 2020

Kommt es oder kommt es nicht? Die Gerüchte um den Bau des neuen Krankenhauses in Oberwart nehmen kein Ende. LR Hans Peter Doskozil will in zwei Jahren damit starten.
Peter Sitar
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„Konkret schaut es so aus, dass wir im Herbst mit dem Bau des Parkhauses beginnen werden. In der Ausschreibung wurde festgelegt, dass die Lkw nicht über die Dornburggasse zu- oder abfahren dürfen, sondern über die Umfahrung kommen müssen. Nächstes Jahr wird dann mit der Gemeinde entschieden, wie die neue Verkehrsanbindung für das Krankenhaus Oberwart aussehen wird. Entweder über einen zusätzlichen Kreisverkehr an der B63a oder über eine neue Brücke über die Pinka beim Kreisverkehr Unterwart. Baustart für das neue Krankenhaus wird dann aus heutiger Sicht 2020 sein“, legt LR Hans Peter Doskozil seinen Zeitplan vor. Wenn die Ausschreibungen abgeschlossen sind, werde Doskozil auch über die Kosten Aussagen treffen können. Die kolportierten 160 Millionen seien jedoch ein historischer Wert.

Auch die Steiermark plant im Westen des Landes den Neubau eines Krankenhauses. Dort geht man allerdings von bis zu 300 Millionen Euro aus. Eine Summe, die Doskozil für das Projekt Oberwart für zu hoch gegriffen hält. Klar sei aber heute schon, dass es keinen Generalunternehmer geben wird. Demnächst werde man die Bauaufsicht vergeben, die dann sofort in die Planung eingebunden werden soll.

Schwerverkehr – raus aus der Stadt

Und auch für ein zweites großes Problem zeichnet sich nun eine Lösung ab, nämlich für den Schwerverkehr zum alten Bahnhof in Oberwart, der derzeit durch die Innenstadt führt. Doskozil: „Das Land Burgenland wird die Rechte an der Strecke Oberwart – Rotenturm übernehmen. Danach soll die Holzverladung an diesem Bahnhof erfolgen. Der jetzige Zustand mit dem Schwerverkehr in der Stadt ist unerträglich.“ Derzeit hält die Rechte an diesem Strecken-Abschnitt noch die Südburgenländische Regionalbahn (SRB), die diese aber gerne loswerden würde.

 

Beitrag aus Ausgabe 06/2018


Hans Peter Doskozil
SPÖ Bezirksvorsitzender LR Hans Peter Doskozil gilt als Trouble-Shooter. Er hat langjährige Baustellen im Land übernommen und will auch in der Causa Krankenhaus Oberwart eine zeitnahe und realistische Lösung finden.

Kommentare

Kommentar von Peter Sitar

Bewegung ohne Leitfigur

Bei den Neos sitzt der Schock tief. Nach dem völlig überraschenden Abgang von Parteigründer und Neos-Urgestein Matthias Strolz ist nicht nur der Frust bei den Neos-Wählern sehr hoch, auch bei den Landesorganisationen, die sich auf Landtagswahlen vorbereiten, ist die Begeisterung endend wollend. Dass nun auch Neos Europa-Abgeordnete Angelika Mlinar alles hinschmeißt, rundet das Bild nur ab.

 

Im Burgenland kommentiert der einzige Gemeinderat der Neos, der Pinkafelder Eduard Posch, die Entscheidung von Strolz als „Überraschung“. Und es ist wohl mehr als das. Gerade in ländlichen Regionen tun sich die Neos eher schwer. Zurzeit laufen die Vorbereitungen für die Landtagswahlen 2020 auf Hochtouren. Ortsgruppen müssen aufgebaut, Landesorganisationen stabilisiert werden. Schon unter normalen Umständen kein leichtes Unterfangen. Und jetzt schmeißt Strolz alles hin.
Nun sind die Neos nicht gerade eine gewachsene Partei. Sie sind – ohne es abwertend zu meinen – eine Führerpartei, eine Bewegung. Neos war bisher – Strolz. Der fliegt jetzt woanders hin.
Und das ist etwas, was ihn vergleichbar mit anderen Fraktionen macht. Die neue ÖVP wäre ohne Sebastian Kurz nie das geworden, was sie heute ist: nämlich Bundeskanzler- und Regierungspartei. Nimmt man der ÖVP Kurz weg, was bleibt dann? Eben!
Auch die FPÖ war immer zugeschnitten auf Heinz Christian Strache und Norbert Hofer. Sie modeln gerade die Oppositionspartei auf Regierungstauglichkeit um. Ohne diese Persönlichkeiten würde die FPÖ ein äußerst bescheidenes Dasein im Parlament fristen.

Noch schlimmer hat es die Grünen erwischt. Mit dem Abgang des eitlen und selbstverliebten Peter Pilz kam dieser Fraktion eine wesentliche Identifikationsfigur abhanden. Das Ergebnis ist bekannt: Die Grünen flogen in Bausch und Bogen aus dem Parlament. Der Weg von Werner Kogler, die Alternativen wieder ins Parlament zu bringen, dürfte ein sehr langer werden. Ohne Erfolgsgarantie.
Jetzt Hand aufs Herz: Wen kennen Sie bei den Neos außer Matthias Strolz? Vielleicht noch Beate Meinl-Reisinger. In die Fußstapfen von Strolz möchte sie nicht treten. Verständlich. Ob sie aber der kleinen Oppositionspartei wieder frischen Schwung einhauchen kann, bleibt abzuwarten. Da kann sie Strolz noch so sehr über den grünen Klee loben, er wird eine gewaltige Lücke in der Partei hinterlassen. Fraglich ist, ob diese überhaupt zu schließen sein wird. Und wie lange wird sich Hans Peter Haselsteiner, der Hauptsponsor und Miterfinder der Neos, noch dieses Theater anschauen? Immerhin hat er in das Projekt schon sehr viel Geld gesteckt.
Unterm Strich bleibt, dass Politik heute immer personenbezogener wird. Was derzeit auch das größte Problem der SPÖ ist. Christian Kern sucht heute noch seine Rolle zwischen Ex-Bundeskanzler, beleidigter Leberwurst und Oppositionspolitiker. Und er wird noch länger suchen. Der Rest der Partei ist planlos.
Auf Landesebene mag das etwas anders sein. Was Michael Schickhofer in der Steiermark vorexerziert, ist bemerkenswert. Er arbeitet zielsicher in Richtung Landeshauptmann. Unglaublich schwieriger hat es da Hans Peter Doskozil im Burgenland. Er hat ein riesiges Ressort mit unendlichen
Problemen – Kultur, KRAGES, Finanzen, Straßenbau etc. – übernommen, kann sich aber kaum bewegen. Außer Probleme im Hintergrund zu lösen. Was auch erfolgreich gelingt – Seefestspiele, Esterházy – etc. Aber er muss stets auf seinen Chef, Landeshauptmann Hans Niessl, achten und ihm nicht die Sager wegnehmen.
Aber wie sagt Eduard Posch in unendlicher Zuversicht: „Alles wird gut und 2020 ziehen wir in den Landtag ein!“
p.sitar@prima-magazin.at

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