Mehr Parkplätze beim GHZ Oberwart geplant

Brennpunkt Röntgengasse Oberwart. Eine von Mietern und Eigentümern des Gesundheitszentrums (GHZ) gegründete Initiative macht Druck auf die Gemeinde und bringt Bewegung in die überlastete Verkehrs- und Parksituation. Erste Lösungen scheinen in greifbarer Nähe.
Nicole Mühl / Peter Sitar
Foto: prima!

Ein tägliches Szenario in der Röntgengasse in Oberwart: Keine Parkplätze, Autos, die am Straßenrand Halt machen und den zweispurigen Verkehr blockieren. Patienten, die dazwischen achtlos hin- und hermarschieren und immer wieder aggressive Fahrer, die sekundenlang hupen (Nahe dem Krankenhaus!). Wenn dann auch noch die Rettung vor dem Eingang des Zentrums für den Krankentransport stehenbleibt, ist das Verkehrschaos perfekt. Es ist seit Jahren eine Situation, die den Puls des einen oder anderen Patienten vor Ärger ordentlich in die Höhe treibt.

Initiative macht Druck
Seit elf Jahren kämpft der Neurologe Klaus Hohensinner, der seine Ordination im GHZ führt, für eine Verbesserung der Verkehrs- und Parksituation. Zu einer Lösung ist es bis dato nicht gekommen. Nun hat er gemeinsam mit Manfred Marlovits, dessen Unternehmen „MD Media plus“ ebenfalls im GHZ beheimatet ist, die Initiative „Verkehrsberuhigung GHZ Röntgengasse“ ins Leben gerufen. „Es müssen jetzt endlich Lösungen her. Die Situation ist unerträglich“, so Hohensinner.Viele seiner Patienten seien nicht so gut zu Fuß unterwegs oder auf Gehhilfen angewiesen. Am Weg vom Parkplatz zum GHZ sind diese als Fußgänger durch den Verkehr massiv gefährdet.
Gefordert werden ein Umbau der Röntgengasse zur Einbahnstraße, ein Gehsteig für die Sicherheit der Fußgänger und weitere Parkplätze inklusive Behindertenparkplätze und Ladezonen. Eine echte Lösung sehe man nur in einer direkten Anbindung der Röntgengasse an die Dornburggasse. „Entsprechende Pläne hat mir der Bürgermeister bereits gezeigt“, erklärt Hohensinner. Die Realisierung blieb bis dato aus. Seit Wochen werden nun in den meisten Ordinationen und Geschäftsräumen des GHZ für diese Forderungen Unterschriften gesammelt. 750 sind es bereits (Stand 22. April 2018). In einem nächsten Schritt will man diese nun dem Bürgermeister übergeben.

Ilse Frühwirth ist als praktische Ärztin mit ihrer Ordination im GHZ ebenfalls von der Situation betroffen. Sie sammelt in ihrer Praxis jedoch keine Unterschriften. „Ich bin seit 17 Jahren im GHZ und befürworte die Initiative. Ich weiß als Betroffene, wie belastend die Situation ist. Als Vizebürgermeisterin von Oberwart kenne ich aber auch das Bemühen der Gemeinde um eine Lösung. Ich kann versichern, dass das Thema intensiv diskutiert wird und es bereits einige Lösungsansätze gibt“, so Frühwirth.

Lösungen
Das seit Kurzem kursierende Gerücht, dass ein Schranken in der Einfahrt zur Röntgengasse geplant sei, ist laut Vizebürgermeisterin Ilse Frühwirth nicht zu bestätigen. „Die Schrägparkplätze gegenüber des GHZ sind öffentliches Gut. Schon allein deshalb ist ein Schranken nicht möglich. Die Besucher des Krankenhauses, die vor dem GHZ parken, wird man nicht verhindern können.“ Die Einhaltung der Kurzparkzone (Parkdauer von 120 Minuten) wird regelmäßig von der Polizei kontrolliert. Eine Absperrung sei aber ausgeschlossen.
Mehr Parkplätze könnte die Gemeinde in absehbarer Zeit durch den Kauf zweier Grundstücke schaffen. Zum einen handelt es sich um ein Grundstück gegenüber des GHZ. Dieses gehört, laut Frühwirth, verschiedenen Besitzern. Derzeit stehe die Gemeinde mit einem der Eigentümer in Verhandlung.
Eine konkretere Lösung gibt es jedoch bereits für ein Grundstück in der Billrothgasse (derzeit vom Roten Kreuz angemietet). Die Gemeinde nutze hier, laut Fühwirth, ihr Rückkaufsrecht vom derzeitigen Eigentümer und stehe knapp vor Vertragsabschluss. „Das bedeutet, dass die Gemeinde demnächst auf die Ärzte und Mieter des GHZ zukommen wird, um gemeinsam zu überlegen, wie diese Parkplätze genutzt werden können“, so Frühwirth.

„Wir müssen den Fließverkehr in den Griff bekommen“
Den weitaus dringlicheren Bedarf sieht die Vizebürgermeisterin in einer Beruhigung des Fließverkehrs. Hier sei für sie eine Einbahnregelung anzustreben, wie es auch von der Initiative gefordert wird. Es scheitere allerdings derzeit an der Finanzierung. „Ein geschätzter Kostenfaktor von 400.000 Euro ist derzeit in der Gemeinde nicht budgetiert.“

Beitrag aus Ausgabe 05/2018


Röntgengasse
Elf Ordinationen, eine Tierarztpraxis, fünf Geschäftslokale und 51 Wohnungen sind Teil des GHZ. Entsprechend hoch ist auch die Patienten- und Kundenfrequenz am Tag. Aber auch viele Besucher des gegenüberliegenden Krankenhauses nutzen die Röntgengasse als „Gratisparkplatz“.

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