„Mut ist der erste Schritt“

Seit 1982 ist Burgenlands Frauenlandesrätin Verena Dunst in der Politik.
Im prima! Gespräch erzählt sie, warum ihr das Frauen- und das Sozialhaus besonders am Herzen liegen - und wie sehr sie den Mut so mancher Frau bewundert.
Nicole Mühl
Foto: charnistr/Fotolia.com

Häusliche Gewalt darf kein Tabuthema sein. Es erfordert viel Mut von Frauen, aus dem System auszusteigen.

 

Vor 36 Jahren hat Verena Dunst ihre politische Karriere in der Frauenpolitik gestartet. Heute ist sie Chefin über weitere Ressorts im Land. Das Frauenressort wird sie zwar heuer noch an Astrid Eisenkopf übergeben – mit ihren Wurzeln bleibe sie aber emotional verbunden. Gerade im Frauenmonat März will sie auf die Wichtigkeit des Frauen- und des Sozialhauses aufmerksam machen. „Diese beiden Häuser in Eisenstadt und Oberwart können der Schritt in ein neues Leben sein. Es erfordert viel Mut von Frauen, aus ihrem System auszusteigen und ihr Leben neu zu ordnen“, erklärt Verena Dunst.

Dabei denke sie an eine junge Mutter, die sie kennengelernt habe und die mit ihrem siebenjährigen Sohn immer wieder vor den Gewaltausbrüchen ihres drogenabhängigen Mannes ins Frauenhaus flüchten musste. „Der Bub versuchte immer die Mutter vor den Schlägen des Vaters zu beschützen – die Situation war für Mutter und Kind unerträglich. Erst, als das Kind zusammenbrach, entschied sich die Frau, ihren Mann endgültig zu verlassen. Was dann folgte, war psychischer Terror des Mannes. Er drohte sogar, das Kind zu entführen und verleumdete seine Frau beim Jugendamt und der Polizei. Im Frauenhaus konnte sie die Unterstützung finden, um das Martyrium durchzustehen“, erzählt die Landesrätin.
Genau für solche Fälle gibt es das Frauenhaus und das Sozialhaus. Das Ziel der beiden Häuser ist, dass betroffene Frauen und ihre Kinder vor Gewalt sicher sind. Hier sollen sie zur Ruhe kommen, um Entscheidungen für ihr weiteres Leben treffen zu können. Ein Team von Sozialpädagoginnen und einer Psychologin unterstützt die Frauen dabei. Im Sozialhaus in Oberwart finden zudem auch Familien in Not Hilfe. Erst im Vorjahr wurde es vom Land Burgenland um 1,3 Millionen Euro saniert und ausgebaut.

„Die junge Frau hat den Weg zur Selbständigkeit übrigens geschafft“, erfahren wir von der Landesrätin. Noch während ihres Aufenthaltes im Frauenhaus konnte die Scheidung durchgebracht werden. Sie lebt heute mit ihrem Kind in einer eigenen Wohnung. Sie geht arbeiten und Vater und Sohn haben in der Zwischenzeit sogar wieder Kontakt zueinander.

Beitrag aus Ausgabe 03/2018


Frauen-, Sozialhaus
Frauenhaus Burgenland:
Eisenstadt
0-24 Uhr: 02682/61280
www.frauenhaus-burgenland.at

Sozialhaus Burgenland
Oberwart
0-24 Uhr: 03352/32575
www.sozialhaus-burgenland.at

Beide Häuser unterliegen dem Verein „Die Treppe“.
Die Finanzierung erfolgt durch die Bgld.Landesregierung sowie durch Mitgliedsbeiträge diverser Trägervereine.

Adresse für die Steiermark:
0-24 Uhr: 0316/429900
www.frauenhaeuser.at

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