Netzwerken um 7 Uhr morgens

Freitagmorgen, 7 Uhr. Während in manchen Häusern gerade der Wecker läutet, sitzen 25 namhafte regionale Unternehmer bereits in einem Lokal in Oberwart, um Kontakte zu knüpfen und sich besser zu vernetzen.
Nicole Mühl
Foto: © prima!

25 Wirtschaftstreibende netzwerken wöchentlich und profitieren voneinander. Einige Branchen sind in dem Netzwerk noch zu besetzen.

 

Business Network International (BNI) nennt sich dieses Netzwerk, das derzeit rund um Oberwart aufgebaut wird und das anders sein will als andere. „Wer gibt, gewinnt“, heißt das Prinzip. Professionalisiertes Empfehlungsmarketing soll den Umsatz der beteiligten Unternehmen steigern. Verbindlichkeit wird in manchen Bereichen gefordert.
So etwa die Teilnahme an den wöchentlichen Treffen. „Unternehmer der unterschiedlichsten Branchen frühstücken gemeinsam und lernen den Betrieb des jeweils anderen besser kennen, um sich gegenseitig weiterzuempfehlen. Voraussetzung ist, dass jede Branche nur ein Mal vertreten sein darf“, erklärt Taurus PC-Chef Dieter Reischitz, der von der ersten Stunde an dabei ist.

Professionell netzwerken
Die Unternehmer zahlen einen Jahresbeitrag an BNI. Dafür hilft die Organisation beim Aufbau des Netzwerkes und kontrolliert auch die Umsatzsteigerung in den Betrieben, die durch Empfehlungen erreicht wurde. „Im Grunde sind wir Außendienstmitarbeiter des jeweils anderen Mitgliedsbetriebes“, sagt Steuerberater Andreas Roth von SOT.
Hat man einen Mitgliedsbetrieb an jemanden weiterempfohlen, informiert man den Unternehmer beim nächsten BNI-Treffen. „Dieser kann nun von sich aus den potenziellen Kunden anrufen und schnell agieren“, erklärt Reischitz das System. Kommt es zu einem Auftrag, wird dies notiert, um den Nutzen von BNI für die Unternehmer greifbar zu machen.

Das Team rund um Oberwart ist gerade im Entstehen. Einige Branchen sind noch nicht besetzt. Der Erfolg ist für den einen oder anderen Unternehmer aber schon jetzt spürbar. „Es sind oft kleinere Aufträge, die durch die gegenseitigen Empfehlungen hereinkommen. Man merkt, dass das Netzwerk greift“, erklärt Reischitz.

127 Millionen Euro Umsatz sollen Österreichs BNI-Unternehmer im Jahr 2016 durch gegenseitiges Empfehlen erwirtschaftet haben. Eine Umsatzsteigerung erwarten sich nun auch die Mitglieder rund um Oberwart. Der wöchentliche Termin um 7 Uhr morgens ist für sie keine Hürde. Denn wie man weiß, ist es ja der frühe Vogel, der den Wurm fängt.

Infos: www.bni-stmk-bgld.at

Beitrag aus Ausgabe 05/2017


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