Neue Regierung, neue Pensionen?

Um Senioren ein Altern in Würde zu ermöglichen, hat es sich die neue Regierung zur Aufgabe gemacht, das Pensionssystem umzubauen und zu verbessern. Das bedeutet etwa das Aus für Sonderpensionen und eine Begünstigung für jene, die länger arbeiten - alle Änderungen auf einen Blick.
Laura Weingrill
Foto: View / Jennifer Vass

Fakt ist: Das österreichische Pensionssystem ist eines der teuersten und am wenigsten nachhaltigen Modelle in Europa. Daher hat es sich die neue Regierung als Ziel gesetzt, dies so schnell wie möglich zu ändern. Dabei geht es vor allem darum, Menschen, die „ihr Leben lang fleißig gearbeitet und Beiträge gezahlt haben, eine sichere Versorgung im Alter zu garantieren.“
Geplant ist, alle Sonderprivilegien im staatlichen und staatsnahen Bereich abzuschaffen und es sollen höhere Mindestpensionen mit längeren Beitragszeiten eingeführt werden. Wer mehr als 30 Jahre lang Beiträge einbezahlt hat, für den wird die Pension auf 1.000 Euro aufgestockt. Bei über 40 Beitragsjahren sind es 1.200 Euro. Auch bei Ehepaaren ist eine Änderung vorgesehen. So erhalten diese 1.500 Euro Mindestpension, sofern zumindest ein Ehepartner 40 Jahre lang eingezahlt hat.
Grundsätzlich wird also ein längeres Arbeiten gefördert.

Wer in der Pension jobbt, musste bisher die vollen Pensionsversicherungsbeiträge zahlen. Genau wie jeder Erwerbstätige. Mit dem Ergebnis, dass den Pensionisten vom Extraverdienst nicht viel übrigblieb. Das soll sich nun ändern. Wer das gesetzliche Pensionsalter erreicht hat und bereits eine Pension bezieht, für den soll die Beitragspflicht für das Pensionssystem entfallen.

Schließlich wird auch die Altersteilzeit ein Stück nach hinten verschoben. Bei Frauen von 53 auf 58 und für Männer von 55 auf 60 Jahre.
Ein weiteres Vorhaben der Regierung ist, den „Berufsschutz“ (spielte vor allem bei Frühpensionen eine wichtige Rolle)für ältere Arbeitnehmer durch einen „Einkommensschutz“ zu ersetzen. Wer beim Wechsel in einen anderen Job (weil er seinen erlernten Beruf nicht mehr ausüben kann) Einkommensverluste erleidet, für den gibt es eine „Teilpension“.
Außerdem soll zukünftig eine eigene Pensionsversicherungsanstalt für alle Pensionisten zuständig sein.

Wie die Finanzierung dieser Änderungen aussehen soll, ist bis jetzt großteils noch unklar. Zunächst sollen die Hinterbliebenenpensionen und jene Pensionen, die ins Ausland bezahlt werden, beleuchtet und bearbeitet werden. Auch die Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspensionen sollen reformiert und „treffsicherer“ werden.
Inwiefern diese Ziele erreicht und welche Bereiche im Gegenzug zurückgestellt bzw. gestoppt werden sollen, wird sich in der künftigen Regierungszeit weisen.

Beitrag aus Ausgabe 02/2018


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