Öko-Fashion! Bio erobert die Laufstege

Jutebeutel, Leinenhosen und Sackkleider, das war die Öko-Mode von früher, die nicht selten zu schrägen Blicken führte. Aber die Zeiten haben sich geändert, denn heute steht die grüne Mode voll im Trend.
Laura Weingrill
Foto: Laura Weingrill

Früher waren es Hippies, Naturliebhaber und Öko-Aktivisten, die ihre Liebe zu Mutter Erde durch ihre Kleidung zeigten. Rasterzöpfe, Haremshosen, Gesundheitslatschen – der Schlabberlook galt als unsexy und uncool. Die Begriffe Öko und Mode passten nicht wirklich zusammen. Aber mit der Zeit hat sich das Blatt gewendet und ein neuer Trend kam auf. Bereits vor Jahren hat die Bio-Bewegung die Lebensmittelindustrie im Sturm erobert. Mittlerweile ist das Bewusstsein vieler Konsumenten aber schon so weit entwickelt, dass man sich auch über Nahrungsmittel hinausgehend mit dem Thema Ökologie auseinandersetzt. Die Nachfrage nach „sauber“ hergestellten Kleidungsstücken oder Bio-Kosmetika steigt und die Industrie zieht nach.
Öko-Fashion ist plötzlich nicht mehr nur für Aktivisten und Alternative eine modische Option. Inzwischen hat sie die internationalen Laufstege erreicht.

Ein ganz wichtiges Prinzip dabei stellt die Nachhaltigkeit dar. Denn die Kleidung von heute soll nicht nur gut aussehen, sondern auch gut für die Umwelt sein. Und dafür muss schon lange nicht mehr nur Baumwolle herhalten. Auch Stoffe aus Wolle, Holzfaser, Hanf oder Merino gibt es inzwischen in Ökoqualität und selbst auf Kunstfasern aus pflanzlicher Zellulose kann schon ein Bioetikett kleben.

Immer mehr Labels schließen sich dem Trend an und verwenden nachhaltig produzierte Stoffe. Sogar Handelsketten wie H&M oder Zara werben mit „Organic Fashion“ und pflegen dadurch ihr „sauberes“ Image.

Aber das Konzept Öko-Fashion beinhaltet nicht nur die nachhaltige Herstellung der Kleidung. Ein fairer Handel, ein geringer Einsatz von Chemikalien sowie der Verzicht auf tierische Produkte, also etwa Leder und Pelz, spielen eine große Rolle. Zwar verwenden einige Öko-Labels, die auf die Benützung von tierischen Stoffen beharren, zumeist Leder oder Wolle aus „streng kontrollierter biologischer Tierhaltung“, vielfach springen aber immer mehr Marken auf den Trend der veganen Mode auf.
So war etwa die weltbekannte Designerin Stella McCartney als engagierte Umwelt- und Tierschützerin sowie Vegetarierin die Erste, die bei ihren Kollektionen vollkommen auf Leder und Pelz verzichtete. Darüber hinaus setzen sich Stars wie Emma Watson, die als Hermine Granger in Harry Potter die Welt im Sturm erobern konnte, für fair produzierte, vegane und grüne Mode ein.

Tagtäglich stellen immer mehr Labels unter Beweis, dass Mode nicht entweder nur modisch oder nur ökologisch nachhaltig sein kann. Öko und Mode passen plötzlich zusammen. Es scheint als wäre die Zeit der bunten Haremshosen und Leinenshirts wohl endgültig vorbei. Das verstaubte Image ist aufpoliert und „Öko“ hat sich zum neuem „Cool“ etabliert.

Beitrag aus Ausgabe 04/2017


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