Was den (Un)Ruhestand erst so richtig schön macht

Reisen kann offenbar süchtig machen. Waltraud und Günther Gomercic nutzen ihren Ruhestand und brechen heuer zu ihrer 13. Kreuzfahrt auf. Anna und Franz Radits machen im April ihre zehnte Musik-Reise.
Eric Sebach
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Es ist ein Klischee, das durchaus seine Berechtigung hat – endlich in Pension, endlich genügend Zeit zum Reisen. Wobei Waltraud (66) und Günther Gomercic (68) ihrem Hobby „Kreuzfahrten“ auch bereits zu aktiven beruflichen Zeiten gefrönt haben. Ihre „Jungfernfahrt“ auf hoher See unternahm das Ehepaar aus Ollersdorf bereits im September 2002 ins östliche Mittelmeer – und mit dem elftägigen Trip ins westliche Mittelmeer soll heuer ausgerechnet mit Kreuzfahrt Nummer 13 fürs Erste Schluss sein. „Aber nur, weil wir uns nicht alles zweimal oder öfter anschauen wollen“, lacht Günther Gomercic, zuletzt im technischen Einkauf eines großen Unternehmens tätig gewesen. „Gefallen hat es uns bisher nämlich immer!“

Die Norwegischen Fjorde, ein Tipp!
Im Mittelmeer gibt es kaum etwas, das Waltraud und Günther – beide sind auch im Pensionistenverein Ollersdorf fleißig engagiert – nicht gesehen hätten. Dazu kamen ein Atlantik-Ausflug „Rund um Großbritannien“ oder eben die Kanaren, die Emirate und Gibraltar. Am meisten ins Schwärmen gerät Günther Gomercic aber beim Thema Norwegische Fjorde. „Der Geiranger-Fjord etwa ist ein so unbeschreibliches Erlebnis, diese Gegend muss man im Juli oder August gesehen haben. Die Natur, das Klima – eine Wucht.“
Klingt verlockend. Aber elf Tage auf hoher See. Kommt dabei nicht Lagerkoller auf? Und wie ist es mit der berühmten „Seekrankheit“?
„Also für meine Frau und mich gab‘s auf See nie ein ungutes Gefühl, mir kommt es stets vor wie an Bord eines Luxus-Busses. Und von Lagerkoller ist auch keine Spur: Man fühlt sich frei, trifft Bekannte, liegt in der Sonne, liest, geht schwimmen oder einfach an Deck spazieren. Ganz zu schweigen von den Köstlichkeiten in den zahlreichen Restaurants. Allein die Mehlspeisen, einfach ein Gedicht – obwohl ich ehrlich zugebe, dass man beim Essen nach zwei, drei Tagen einen Gang zurückschalten sollte – es wird zu viel.“

„Bitte, keine Innenkabine“
Einen Wunsch möchte sich Günther Gomercic freilich noch auf alle Fälle erfüllen: eine Transatlantik-Tour mit der Lieblingsdestination Saint Louis. „Die Südstaaten haben es mir einfach angetan.“
Ach ja, zwei Tipps hat Günther noch für jene, die das Abenteuer Kreuzfahrt noch vor sich haben: „Erstens einmal sollte man ein bissl Englisch sprechen, das macht den Alltag am Schiff einfach. Und dann würde ich auf alle Fälle eine Außen- statt einer Innenkabine empfehlen. Der Aufpreis zahlt sich aus! Ich weiß nämlich, wovon ich spreche: das Gefühl, im Innenbereich zu wohnen, ist irgendwie schräg, weil man nicht einmal mitbekommt, ob es gerade Tag oder Nacht ist.“

Viele Musik-Stars hautnah erleben
Ganz andere Vorlieben haben Anna (69) und Franz Radits (76) aus Markt Neuhodis. Auch sie genießen das Reisen in der Pension.
Die beiden lieben Musikreisen, sind heuer im April bereits zum zehnten Mal – diesmal in Novigrad – mit dabei. „Die zahlreichen Konzerte am Abend zu erleben und am Tag die Möglichkeit zu haben, gemütliche Ausflüge zu machen, das ist eine gelungene Kombination“, ist Franz Radits begeistert. „Und dazu Stars wie Marc Pircher, die Mayrhofner, die Amigos oder Semino Rossi persönlich treffen zu können, ist immer wieder etwas Besonderes.“ Heuer in Novigrad werden unter anderen Bernhard Brink oder die Paldauer live zu erleben sein.
Also egal, ob in Porec, Opatija, der Insel Krk, in Portoroz oder eben in Novigrad – für das Ehepaar Radits sind Musikreisen Unterhaltung pur. Und damit die zwei die Freude „teilen“ können, organisiert Franz bereits seit Jahren in Eigenregie jedes Mal an die 60 Personen. „Das Reisebüro braucht nur Hotel und Bus zur Verfügung zu stellen, um die Anmeldung meiner Freunde und Bekannten kümmere ich mich.“ Sogar die Sitzordnung im Bus wird vorab vom Franz organisiert.

Beitrag aus Ausgabe 02/2018


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