Was für viele (noch) „spanisch“ klingt …

… nennt sich „Bitcoin“, ist eine virtuelle Währung und könnte den weltweiten Banken-Markt ganz schön durcheinanderwirbeln. Der Gleisdorfer Ewald Fuchs gewährt Einblicke und erinnert an die 1990er Jahre.
Eric Sebach
Foto: fcfotostock/fotolia.com

Bitcoin ist eine digitale Währung. Die Transaktionen sind auf einer dezentralen Datenbank verzeichnet.

 

Cyber-Währung, Blockchain, Mining – lauter exotisch klingende Begriffe, die mit dem Thema Bitcoin langsam auch hierzulande einen Trend erzeugen. Zugegeben: Österreichs Nationalbank-Gouverneur Ewald Nowotny hält die aus Asien stammende Kryptowährung „für alles andere als stabil“, auch Banken-Magnaten aus den USA heben mahnend den Zeigefinger. Doch neugierig macht das Thema allemal – und wenn die japanische Regierung Bitcoin seit April 2017 als offizielles Zahlungsmittel zulässt, hat die Geschichte ihren Reiz.

Ein gewisser Mr. Nakamoto hat das virtuelle Geld 2009 unmittelbar nach der weltweiten Banken-Pleite „erfunden“ – mittlerweile klettert der Kurs unaufhaltsam nach oben. Allein seit Jänner dieses Jahres stieg der Wert eines Bitcoin von rund 1.000 US-Dollar auf nunmehr rund 4.000. Kein Wunder, dass der Gleisdorfer Ewald Fuchs – seit drei Jahren interessierter Beobachter des weltweiten Booms – einen weiteren Kurs-Anstieg durchaus für möglich hält. Fuchs nennt sich selbst „Miner“, … „was nichts anderes bedeutet, als dass ich vor einiger Zeit einige Bitcoins erworben habe und mich mit meinem Geschäftspartner Stefan Stumpf darüber hinaus intensiv mit der Bitcoinproduktion beschäftige.“

Bitcoins kann man bei der Post kaufen
„Blockchain“ heißt die Technologie hinter der neuen Währung, mit der man bis auf Weiteres noch NICHT bezahlen kann, nur veranlagen.
Und laut Bill Gates, dem reichsten Mann der Welt, hat diese Technologie „das Potenzial, größer zu werden als das Internet.“ Wem die Sache immer noch „spanisch“ vorkommt? Also: Asien, so Fuchs, bildet den bislang größten Markt für den Bitcoin. Weltweit sollen nicht mehr als 21 Millionen solcher „Coins“ generiert werden, damit die Nachfrage auf natürlichem Wege gedrosselt werden kann.

Worin Ewald Fuchs den Sinn dieser Bitcoins sieht, erklärt er so: „Anfang der 1990er Jahre waren Internet, Smartphone, Laptop und Google für viele von uns etwas sehr Abstraktes. Heutzutage ist das alles nicht mehr wegzudenken – und ähnlich könnte es in ein paar Jahren mit dem Bitcoin laufen. Finanzielle Transaktionen kann jeder von uns dann in wenigen Sekunden und ohne große Nebengebühren vornehmen. Und wir hätten auch ein Zahlungsmittel, dessen Kurs unabhängig von der Europäischen Zentralbank verlaufen würde.“ Nachsatz: „Klar, dass die Banken so tun, als ob sie kein Interesse am Bitcoin haben. Aber wundersamer Weise investieren viele von ihnen längst in die Technologie dahinter! Warum wohl?“

Als „Otto-Normal-Verbraucher“ kann man Bitcoins in jeder Postfiliale oder bei ausgewählten heimischen Bitcoin-Automaten erwerben. Und der „kleine Mann“ könne sich, so Fuchs, mit dem Kauf von Mikrobeträgen (ab 599 Dollar) auch an der Produktion der Coins beteiligen. Klingt immer noch „phantastisch“? Mag sein. Fakt ist aber auch, dass etwa Tim Draper, prominenter Silicion-Valley-Investor (Skype, eBay, Hotmail), vor nicht allzu langer Zeit 40.000 Bitcoins erworben hat. (Stand Oktober 2017)

Beitrag aus Ausgabe 10/2017


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