Zwei Städte, zwei Park-Systeme

Oberwart und Hartberg versuchen den Individualverkehr in den Griff zu bekommen. prima! macht den Vergleich zwischen den beiden Kommunen. In Hartberg läuft es gut, Oberwart denkt intensiv über eine Parkraumbewirtschaftung nach. Eins ist klar – ohne Kontrollen geht es nicht.
Peter Sitar
Foto: Peter Sitar

Tägliches Parkplatzproblem in der Röntgengasse in Oberwart beim Krankenhaus

 

Lautstarke Streitereien, frustrierte Parkplatz-Suchende, entnervte Besucher – das kann man wochentags fast täglich, in der Röntgengasse vor dem Gesundheitszentrum (GHZ) in Oberwart erleben. Das GHZ liegt direkt neben dem Schwerpunktkrankenhaus Oberwart. Immer mehr Ärzte bieten hier im Zentrum ihre Dienste an. Damit steigen die Besucher-/Patientenzahlen. Was absoluter Mangel ist, sind Parkplätze. Denn vorm GHZ gibt es nur ein paar Plätze in einer Kurzparkzone. Dass hier dringender Handlungsbedarf besteht, ist auch der Gemeinde Oberwart klar. Bürgermeister Georg Rosner: „Wir wissen um die Problematik und verhandeln mit Grundstücksbesitzern, um zusätzlichen Parkraum zu schaffen.“ Eine echte Entspannung werde es aber wohl erst geben, wenn das von der Burgenländischen Krankenanstalten-Gesellschaft angedachte Parkhaus realisiert wird. Die Frage ist nur wann. Angeblicher Baustart: 2018.
Sowohl in Oberwart und Hartberg gibt es Kurzparkzonen, wo man bis zu 120 Minuten parken kann. Mit einem wesentlichen Unterschied. In Hartberg werden die Parkuhren kontrolliert, in Oberwart de facto nicht. Hat es zwar hier auch gegeben, wurde aber vor ein paar Jahren aufgegeben. Mit fatalen Folgen, wie oben beschrieben. Noch eine Besonderheit hat Hartberg. Dort gibt es in den Kurzparkzonen eine „Mittagspause“: Die gilt Montag bis Freitag, von 12 bis 14 Uhr. Ausnahmeregelungen gibt es außerdem für die Bewohner in den Zonen und Unternehmer.

In gewissen Bereichen gibt es in Hartberg zusätzliche Parkplätze für Dauerparker. Die sind aber gebührenpflichtig. Ebenso wie das Parkdeck in der Alleegasse. „Wir sind mit der derzeitigen Regelung durchaus zufrieden“, erklärt etwa die Hartberger Unternehmerin Petra Klement. Die Gemeinde sei auf die Wünsche der Gewebetreibenden eingegangen. Das bestätigt auch Dietmar Peinsipp, Gewerbetreibender und Sprecher der Hartberger Unternehmer: „Hartberg verfügt über ein breitgefächertes Angebot an Parkraum für unsere Kunden und Besucher. Das ist eine sehr gute Lösung.“
Davon ist man in Oberwart noch weit entfernt, arbeitet aber intensiv an einer Lösung, versichert der Ortschef: „Man muss das sehr gut vorbereiten, um eine Lösung im Interesse aller zu finden.“ So habe er sich intensiv die gebührenpflichtigen Modelle in Eisenstadt und Mattersburg angesehen. Denn die Stadtgemeinde denkt heftig über eine Neuregelung für den ruhenden Verkehr in Oberwart nach. Besondere Schwerpunkte dabei sind, wie erwähnt, die Röntgengasse, das Areal rund um das Spital sowie der Parkplatz in der Schlainingerstraße.
Angedacht ist etwa das Kurzparken in gewissen Bereichen gebührenpflichtig zu machen und Automaten dafür aufzustellen. Und natürlich parallel dazu wieder Kontrollen einzuführen. Denn ohne die wird es nicht gehen. Das zeigt das Beispiel Röntgengasse. Denn nur einen Steinwurf davon entfernt, gebe es genug Parkplätze beim Krankenhaus. Doch die sind gebührenpflichtig.

Beitrag aus Ausgabe 02/2018


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