„Man muss Projekte herausfiltern und zu Ende bringen“

Für Landeshauptmann Hans Niessl war er der Wunschkandidat für den Posten des Südburgenland-Managers: prima! hat Rudolf Luipersbeck drei Fragen über grundsätzliche Inhalte zu diesem Amt gestellt.
Nicole Mühl / 30. Juli 2018

Werner Unger hat in einem Kurier-Interview gesagt, dass er im ersten Jahr an die 600 Gespräche geführt hat. Was hätten Sie gemacht?

Rudolf Luipersbeck: Ich bin nicht der Besserwisser und ich schätze Werner Unger und kenne seine Herangehensweise nicht. Ich sehe die große Aufgabe des Südburgenland-Managers darin, regionales Denken zu fördern und über Hottergrenzen hinweg Pro-bleme zu lösen. Dazu braucht es eine Koordinationsfigur und da kann der Südburgenland-Manager schon einiges bewirken. Aber man muss einen genauen Zielkatalog haben und sich einen zeitlichen Rahmen stecken. Wenn man 600 Gespräche führt, dann muss man einzelne Projekte herausfiltern und anhand eines 20-Punkte-Programms gezielt umsetzen. Man muss diese Projekte auch zu Ende zu bringen.

Was ist die größte Herausforderung dabei?

Rudolf Luipersbeck: Denkmuster aufzubrechen! Wir müssen viel mehr ortsübergreifend denken. Dazu muss man Überzeugungsarbeit leisten und dafür wiederum ist ein gutes Netzwerk wichtig. Man sollte sich, politisch gesehen, nicht positionieren, sondern muss mit allen gut können. Wichtig sind aber vor allem die Partner in der Wirtschaft.

Nun hat ja das Land nach der Bahnstrecke Friedberg-Oberwart auch den Abschnitt nach Großpetersdorf gekauft. In Heiligenkreuz baut Lenzing um 70 Millionen Euro aus, Wibeba um 10 Millionen. Alles Erfolge eines Südburgenland-Managers?

Rudolf Luipersbeck: Da kann man in Gesprächen sicher mitwirken. Aber die entscheidende Rolle hat die Politik. Da steht man selbst in der vierten Reihe. Das ist eine Nummer zu groß für den Südburgenland-Manager und darin sehe ich auch nicht seine Aufgabe. Seine Funktion ist es, regionale Projekte zu fördern. Man muss wissen, was man stemmen kann.

Beitrag aus Ausgabe 08/2018


Mag. Rudolf Luipersbeck
Mag. Rudolf Luipersbeck war 35 Jahre lang Direktor der Kurbad Tatzmannsdorf AG. Für das Südburgenland hätte er in seiner Pension gerne sein Netzwerk genutzt - unentgeltlich. Aufgrund der politischen Schlammschlacht zog er sich aber zurück

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