Die Beziehung mit dem Sextoy

Die letzten Kolumnen haben sich mit dem Erregungs-Modus beschäftigt. Dabei geht es um die Art und Weise, wie wir gelernt haben, die Erregung bis zum Höhepunkt zu steigern. Diesmal beschreibe ich den vibrationsinduzierten Modus, also wenn Vibrator und Co. mit im Schlafzimmer sind.
Silvia MESSENLEHNER / 2. Jänner 2020
Foto: shutterstock 774539014

 

Es ist ein Modus, den hauptsächlich Frauen gerne praktizieren. Sie spezialisieren sich auf die Erregung durch Vibration mit einem Hilfsmittel.

Bereits in der Kindheit lösen Mädchen durch gezielte Handbewegungen diese Erregung durch Stimulation der Oberflächenrezeptoren der Vulva und der Klitoris aus. Dies passiert durch Streicheln und Reibung (mechanisch), aber auch durch Druck und Muskelspannung (Anspannungsmodus). Diese Mechanik setzt sich fort durch Pressen auf einen Gegenstand (beim Rutschen, Turnen, Radfahren…)

Im Erwachsenenleben wird dieser Modus bei vielen Frauen weiter praktiziert, und sie benötigen die Vibration, um zur Erregung zu kommen (vibrationsinduzierter Modus). Das geht vom Wasserstrahl in der Dusche bis zu Sextoys.

Sextoy ja, aber nicht ausschließlich!

So wie bei Gerda. Der Partner-Sex war für sie nie befriedigend. Sie konnte viele Jahre keine orgastische Entladung erreichen. Daher hörte sie damit auf und ging eine „Beziehung“ mit ihrem Vibrator ein. Es wurde eine Gewohnheit. Sie musste sich dabei nicht selbst berühren – ihr Vibrator übernahm das. Somit hatte sie aber auch keinen Zugang zu ihrem weiblichen Geschlecht.

Für die Paar-Sexualität ist dieser Vibrations-Modus nicht kompatibel, da die Frau, wenn sie sich permanent mit einem Hilfsmittel selbstbefriedigt, irgendwann nicht mehr weiß, welche körperlichen Fähigkeiten sie einsetzen kann, um zum Orgasmus zu kommen.
Es besteht die Gefahr, dass ohne Vibration eine Entladung nicht mehr möglich ist – wie bei Gerda.

Sex ist aber auch ein Spiel miteinander, eine lustvolle Genuss-Reise, und manche Paare unterstützen dieses Spiel mit einem raffinierten Sextoy. Das ist absolut in Ordnung, wenn der „Point of no return“ auch mit dem eigenen Körpereinsatz erreicht wird und die unterschiedlichsten Formen der körperlichen Berührung eingebunden werden.

Gerda kehrte wieder ins Eheschlafzimmer zurück. Sie lernte, ihre sexuellen Kompetenzen zu erweitern, um mit ihrem Mann gemeinsam ins Land der sexuellen Erfüllung zu reisen.

Kurs:
Eine genussvolle Reise zur weiblichen Lust –
Eine Therapiegruppe für Frauen, ab März 2020

beratung@silviamessenlehner.at
www.silviamessenlehner.at


Silvia Messenlehner
ist Psychologische Beraterin und Sexologin. In ihrer Praxis arbeitet sie auf zwei Komponenten. Zum einen im psychologischen Bereich und zum anderen als Sexologin. Somit kann sie ihre Klienten ganzheitlich beraten und begleiten. Silvia Messenlehner arbeitet mit psychisch gesunden Menschen, die sich in einer Lebenssituation befinden, in der sie professionelle Beratung und Unterstützung brauchen.

Ihre Kolumne erscheint monatlich in der Printausgabe von prima! Magazin.

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