Die weiblichen Geschlechtsorgane

Wie benennen Sie denn die äußeren Geschlechtsteile bei Mann und Frau? Überlegen Sie mal, bevor Sie weiterlesen...
Silvia MESSENLEHNER / 24. März 2020
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Das Thema Sexualität ist ein Bereich, der immer noch sehr tabuisiert wird. Für Kinder ist es wichtig, in einem Familiensystem aufzuwachsen, wo die Körperlichkeit respektiert und auch das Wissen zu den einzelnen Körperteilen mitgegeben wurde. Dann gibt es ein gutes Fundament. Sie wissen ihre Geschlechtsorgane zu benennen, wissen sich zu schützen und zu pflegen.

Vor allem bei Frauen ist das Wissen um ihre Geschlechtsorgane gering. Und auch viele Männer können das weibliche Geschlecht nicht richtig benennen. Deshalb soll dieses in dieser Kolumne im Fokus stehen.

 

Die Vulva – was man von außen sehen kann 

Sie beginnt oben beim Venushügel und endet hinter dem Scheideneingang. Sie zeigt sich durch ihre ,,Geschlechtslippen“ (Labien). Die äußeren sind Fettpolster, die den Intimbereich der Frau schützen. Die inneren Lippen werden bei Erregung stark durchblutet und schwellen an. Sie sind bei jeder Frau anders. Es gibt viele Frauen, die sich mittlerweile operieren lassen, damit sie perfekt aussehen. Was gefährlich sein kann. Durch die Verletzung und die Narbenbildung kann ein Taubheitsgefühl entstehen. Also sollten die Labien so respektiert und geschätzt werden, wie sie sind, denn sie sind ein Teil des Gesamtwunders.

 

Die Klitoris – das Lustorgan – größer als gedacht

Der sichtbarer Teil der Klitoris – die ,,Perle“, mit ihrer Vorhaut – ist meistens versteckt. Sie zeigt sich nur in erregtem Zustand und ist viel größer als gedacht: circa acht Zentimeter. Der größte Teil, der Schaft und die Schenkel, verlaufen in der Tiefe und umschließen den Scheideneingang. Die Klitoris ist von Unmengen an Nervenzellen durchzogen. Aber meistens wird an ihr nur an der Perle gerubbelt – dabei hat sie viel mehr zu bieten. Bei sexueller Erregung wird sie größer, denn sie besteht – genau wie der Penis – aus Schwellkörpern, die sich mit Blut füllen. Durch die Erektion in der Perle (sie tritt hervor) weitet sich der Scheidenvorhof. Im Klitoriskopf befinden sich bis zu 8.000 Nerven und Sinneszellen – doppelt so viel wie in der Penis-Eichel.

 

Die Vagina – ein Wunderwerk der Natur

Man nennt sie entweder Vagina oder Scheide. Sie ist ein circa 12 Zentimeter langer Schlauch aus sehr dehnbarer Schleimhaut und vom Beckenboden, dem Liebesmuskel, umschlossen. Im vorderen Drittel ist sie sehr berührungs- und reibungsempfindlich. Weiter innen reagiert sie auf Druck und Dehnung. Rein-raus-Bewegungen mag sie eher nicht, sondern kreisende Schaukelbewegungen und seitlichen Druck. Wer eine Reise ins Innerste macht, kann vielleicht auch den Gebärmutterhals am Ende ertasten oder den G-Punkt. Am Finger kann man auch die Beckenboden-Muskulatur spüren. Beim Orgasmus zieht sich diese mehrmals rhythmisch zusammen. Im erregten Zustand wird die Vagina feucht. Das erleichtert das Eindringen des Penis beim Sex und die Reise der Spermien in die Gebärmutter. Zusätzlich richtet sie sich auf und wird größer – dadurch entsteht genug Platz, um den Penis aufzunehmen. Übrigens: Die Vagina ist ph-neutral und sauberer als die Mundhöhle. 

www.silviamessenlehner.at


Silvia Messenlehner, Klinische Sexologin und Sexualtherapeutin
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