Sex Mythen! Was ist dran?

Auch in dieser Ausgabe geht es um Mythen, die um die schönste Nebensache der Welt kursieren. Wir schauen uns wieder an, welche Meinungen sich hartnäckig halten, obwohl sie nicht stimmen. Also, lassen Sie uns aufräumen mit falschen Überlieferungen. Teil 2
Silvia Messenlehner
Foto: Cara-Foto/fotolia.com

Manche Gerüchte um das Thema Sexualität halten sich hartnäckig, obwohl sie schlichtweg falsch sind.

 

Sex-Mythos 7: Vagina und Vulva sind dasselbe.
Falsch! Vulva ist eine Bezeichnung für die äußeren Geschlechtsorgane der Frau, zu denen die Scheidenlippen zählen. Vagina dagegen ein anderes Wort für Scheide – also für den schlauchförmigen Kanal aus Muskeln und Bindegewebe, der sich etwa zehn Zentimeter von der Körperoberfläche nach hinten hoch bis an den Gebärmutterhals streckt.

Sex-Mythos 8: Singles haben besseren Sex und Paare langweilen sich nur.
So lautet ein Sex-Mythos, der sich hartnäckig hält. Zwar kann sich nach ein paar Jahren Beziehung durchaus Langeweile ins Schlafzimmer einschleichen. Doch wenn sich beide Partner anstrengen und auch mal etwas Neues ausprobieren, kann die Lust durchaus zurückkehren. Und die ist dann meist intensiver als bei Singles, die sich nur für eine Nacht mit einem Mann einlassen. Denn Paar-Sex ist befreit von der Angst vor möglichen Peinlichkeiten. Da man sich so gut kennt, kann man sich viel besser auf den anderen einlassen und fallenlassen.

Sex-Mythos 9: „Frühreife“ sind früher lustlos.
Falsch! Laut einer amerikanischen Studie aus dem Umfeld von Alfred Kinsey haben diejenigen, die bereits in der Jugend sexuell aktiv waren, auch im Alter mehr und länger Spaß am Sex. Die alte Regel „5.000 Schuss und dann ist Schluss“ ist veraltet.

Sex-Mythos 10: Der Mann hat nur eine begrenzte Anzahl „Schüsse“.
Der Spermavorrat eines Mannes soll nach 5.000 Ejakulationen erschöpft sein. Das ist schlichtweg falsch! Wahrscheinlich wollte man so pubertierende Jungs davon abhalten, allzu oft selbst Hand anzulegen. Doch an dieser Behauptung ist nichts dran! Der Samen des Mannes wird immer wieder nachproduziert – bis ins hohe Alter.

Sex-Mythos 11: Ein Tampon kann in der Scheide verschwinden.
Falsch! Reißt das Bändchen am Tampon und verschwindet in der Vagina, besteht oft die Angst, der Gegenstand könnte bis in die Gebärmutter durchrutschen. Diese Sorge ist unbegründet. Die Öffnung zwischen Vagina und Gebärmutter ist viel zu klein.

Sex-Mythos 12: Es gibt nur EINEN wahren, weiblichen Orgasmus.
Falsch! Die Idee, dass der vaginale Orgasmus dem klitoralen vorzuziehen ist, stammt vom Psychoanalytiker Sigmund Freud – und ist erwiesenermaßen heute überholt. Tatsächlich haben die meisten Frauen eher einen Orgasmus, wenn die Klitoris stimuliert wird. Der Orgasmus kann unterschiedlich erlebt werden, je nachdem ob er eher durch Klitoris-Stimulation oder eher durch Stimulation innerhalb der Scheide erreicht wird. Das hat nicht nur mit den unterschiedlichen Nervenrezeptoren, sondern auch mit der Erregungstechnik zu tun.
Der Weg zum Höhepunkt führt also über verschiedene Wege.

Sex-Mythos 13: Beim Sex im Wasser sterben die Spermien.
Falsch! Da müsste man kochend heiß baden, um wirklich alle Spermien auszuschalten. Im normal temperierten Badewasser sterben zwar einige Spermien ab, aber da bei einem Samenerguss bis zu 400 Millionen Spermien produziert werden, sollten Sie lieber nicht auf das Wasser vertrauen, sondern zusätzlich verhüten.

Sex-Mythos 14: Frauen wollen lieber abends Sex.
Falsch! Frauen wollen gerne Sex. Am liebsten aber dann, wenn sie den Kopf frei haben. Und das ist eher am Wochenende oder abends, wenn die Arbeit erledigt ist und die Kinder im Bett sind. Der Testosteronspiegel des Mannes hingegen steigt in den Morgenstunden um 30 Prozent. Deswegen hat er vor allem morgens Lust.

Kolumne aus Ausgabe 12/2017


Silvia Messenlehner
Silvia Messenlehner ist Psychologische Beraterin und Sexologin. In ihrer Praxis arbeitet sie auf zwei Komponenten. Zum einen im psychologischen Bereich und zum anderen als Sexologin. Somit kann sie ihre Klienten ganzheitlich beraten und begleiten. Silvia Messenlehner arbeitet mit psychisch gesunden Menschen, die sich in einer Lebenssituation befinden, in der sie professionelle Beratung und Unterstützung brauchen.

Ihre Kolumne erscheint monatlich in der Printausgabe von prima! Magazin

www.silviamessenlehner.at
beratung@silviamessenlehner.at

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