„Frauen, Langzeitarbeitslose und Jugendliche sind große Leidtragende der Krise!“

Der erste Lockdown hatte es in sich: Kurzarbeit, Kündigungswelle und zahlreiche Insolvenzen haben für einen Negativrekord bei den Arbeitslosenzahlen im Bezirk gesorgt. Welche Maßnahmen nun zu Beginn eines möglichen zweiten Lockdowns sinnvoll wären?
REDAKTION / 31. Oktober 2020

v.l.n.r. Vorsitzender des Betriebsrates des AMS Burgenland, Horst Franz, SPÖ-Nationalratsabgeordneter und AK-Regionalstellenleiter Christian Drobits und Ewald Gossy, Mitglied des Regionalbeirates des AMS Oberwart beim Lagebericht.

 

„In Österreich sind aktuell 416.000 Menschen auf Arbeitssuche. Das sind knapp 3.000 mehr als in der Vorwoche. Dem gegenüber stehen 60.000 freie Stellen. Dieser Negativrekord könnte bei einem weiteren Lockdown auf über 500.000 arbeitslose Menschen anwachsen. Auch Vorboten einer möglichen Insolvenz- und Pleitewelle von Klein- und Mittelunternehmen (KMU) schweben drohend im Raum“, berichtet Christian Drobits und hebt drei Personengruppen hervor, die besonders hart von den Nachwirkungen des ersten Lockdowns betroffen sind: Frauen, Langzeitarbeitslose und Jugendliche. Für sie seien nun schnelle und konkrete Maßnahmen erforderlich, damit sie langfristig eine Perspektive erhalten.

Den hohen Arbeitslosenzahlen entgegenwirken

Bei Frauen sei es beispielsweise von großer Bedeutung, dass es in Zukunft einen Rechtsanspruch für Sonderbetreuungszeiten für Kinder gäbe, da für viele Frauen durch den geballten Bedarf an Urlaub und Dienstfreistellung im ersten Lockdown nur mehr die Möglichkeit der Kündigung geblieben wäre.

Für Langzeitsarbeitslose der Altersgruppe 50+ sei es wesentlich, dass die „Aktion 20.000“ eine Neuauflage erfährt. Mit dieser Beschäftigungs- und Umschulungsgarantie könne man die hohen Arbeitslosenzahlen stabilisieren.

Auch Jugendliche sollten eine Ausbildungs- und Beschäftigungsgarantie erhalten, um einen guten Start ins Berufsleben zu erhalten und nicht als „verlorene Generation“ enden, konkretisiert Drobits seine Forderungen.

Auch das AMS selbst wünsche sich eine erhöhte Kapazität an Personal, um das Management der hohen Anzahl an arbeitssuchenden Menschen zu gewährleisten. Auch finanzielle Förderungen für Aus- und Weiterbildung sowie Fachkräfteausbildungen seien ein wesentlicher Faktor, dass sich die Lage am Arbeitsmarkt in der Region erholt.

 

 


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