Innovationspreis für heimische Bio-Produkte aus Buchschachen

Beliebte Vorspeisen für Feinschmecker haben oft exotische Zutaten und einen großen ökologischen Fußabdruck. Dass man auch mit heimischen Produkten raffinierte Gerichte zaubern kann, bewiesen der Biohof Koch und das 
Lafnitztaler Bauernspezialitäten Catering und erhielten dafür den BIO Innovationspreis 2020.
Eva Maria KAMPER / 22. April 2021
Foto © LMS

LH-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf bei der Übergabe der Auszeichnung in Buchschachen. 

 

„Wir haben mit der Biowende im Burgenland und den zwölf Punkten für ein kluges Wachstum ein einzigartiges Projekt ins Leben gerufen, um den Burgenländern gesunde und regionale Lebensmittel in höchster Qualität zur Verfügung zu stellen. Der Bio-Innovationspreis ist deshalb eine wichtige Initiative, um einerseits kreative Ideen und innovative Projekte, andererseits aber auch die Menschen, die dahinter stehen, vor den Vorhang zu holen“, freute sich Astrid Eisenkopf bei der Übergabe des nächsten Bio-Innovationspreises in der Dorfscheune in Buchschachen.

Saisonale Produkte bevorzugen

Bereits seit 23 Jahren vermarkten die frisch prämierten Lafnitztalerinnen mit dem Catering-Betrieb Lafnitztaler Bauernspezialitäten ihre Produkte und Neukreationen nach dem Motto: Vom Stall und Feld direkt auf den Teller.

„Bei der Bewirtung mit den regional produzierten Speisen und Getränken steht die Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung für den Wert der heimischen Lebensmittel im Vordergrund. An viele importierte Speisen wie Reis, Kaffee, Bananen, etc. hat sich die Gesellschaft schon so gewöhnt, dass es gar nicht mehr hinterfragt wird ob es keine Alternativen dazu gibt. Auch das Gespür für die Verfügbarkeit von saisonalen Lebensmitteln geht zunehmend verloren. Zum Beispiel werden Tomaten- und Gurkensalat im Winter von Roten Rüben und Karotten ersetzt. Als Alternative zu Reis wird Nackthafer vom Biobetrieb Koch angeboten“, so Geschäftsführerin Christa Erdely.

 

Kürbiskugerl süß-sauer

„Eine allerseits beliebte und oft angefragte Vorspeise ist Rohschinken mit Honigmelone. Bester heimischer Rohschinken, wird gedankenlos mit importierter Honigmelone vereint“, geben die engagierten Unternehmerinnen zu bedenken.

Auf der Suche nach einer Alternative sind die Lafnitztalerinnen auf die unreifen Ölkürbisse vom Partnerbetrieb Biohof Stefan und Birgit Koch gestoßen, die für ihre pfluglose und humusreiche Bio-Landwirtschaft bekannt sind. Durch die unterschiedliche Reife der Kürbisse bleiben bei der Kürbisernte zahlreiche grüne Kürbisse deren Kerne noch nicht für die Ölproduktion verwendet werden können auf dem Feld übrig.

Die Kürbisse können zu Suppen, Eintöpfen und gekochtem Gemüse verarbeitet werden. Allerdings müsse dies rasch geschehen, da die Haltbarkeit der grünen Kürbisse kurz ist und sie schnell zu faulen beginnen würden. Die Kürbisse eignen sich jedoch hervorragend zum Einlegen, und können somit haltbar gemacht und das ganze Jahr ohne Energieverbrauch gelagert werden. Die süß-sauren Kugerl haben sich als beliebte Begleiter zum Rohschinken erwiesen und werden nun von den Herstellern als nachhaltige heimische Vorspeise „Rohschinken mit Kürbiskugerl“ angeboten.

Bewusst genießen

„Da wir unseren Gästen nicht gleich verraten, wen der Rohschinken umhüllt, lädt die neue Kombination zu ganz bewusstem Erschmecken und Raten ein. Es wird nicht gedankenlos verschlungen, sondern ganz langsam, mit geschlossenen Augen der Geschmackssinn aktiviert und genossen. Durch diesen kleinen Unterschied, werden Gedanken angestoßen und Gespräche über die Herkunft und Herstellung von Lebensmittel ins Rollen gebracht“, schildert Geschäftsführerin Christa Erdely über den nachhaltigen Grundgedanken.

Trophäe und Preisgeld

Die „Kürbiskugerl süß-sauer“ vom Verein Lafnitztaler Bauernspezialitäten und das „Bio-Knuspermüsli“ vom Biohof Koch erhielten somit den Innovationspreis in der Kategorie „Anerkennung Bioprodukt“. Die beiden Preisträger erhielten Trophäen und ein Preisgeld in Höhe von je 1.400 Euro von LH-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf überreicht.


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