Heizen mit Öl, ade

Für die Regierung ist das Heizen mit Öl ein Auslaufmodell. Viele Anlagenbesitzer sind verunsichert. prima! hat bei Experten nachgefragt. Allgemeine Lösungen gibt es kaum. Kompetente Beratungen sind erforderlich.
Peter SITAR / 31. Oktober 2018

Für das richtige Heizsystem ist eine individuelle Beratung durch einen Fachmann erforderlich.

 

In den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts galt sie, in Kombination mit der Zentralheizung, als das Nonplusultra im Wärmebereich – die Ölheizung. Diese Zeiten sind längst vorbei. Aktuell will die Regierung die Zahl der derzeit vorhandenen rund 600.000 Ölheizungen bis 2030 halbieren.Viele Haushalte sind deshalb verunsichert. prima! hat sich bei Experten und Praktikern umgehört, wie sie das Ausstiegsszenario aus dem Heizöl sehen. Denn noch gibt es Förderungen für den Austausch alter Ölkessel auf moderne Brennwertgeräte. Noch, denn die OMV hat angekündigt, aus diesem Programm aussteigen zu wollen.

Alte Anlagen werden noch ausgetauscht

„Es werden aktuell laufend noch alte Öl-Anlagen auf Brennwertgeräte umgebaut“, berichtet Martin Kainz von der Firma Haustechnik Glatz in Pinggau. Diese Umrüstungen werden derzeit mit 2.500 Euro bis 3.000 Euro österreichweit gefördert. Die Kosten für den Hausbesitzer belaufen sich für eine Umrüstung auf 5.000 bis 7.000 Euro durchschnittlich. Und gelten damit als durchaus günstig, im Vergleich zu anderen Systemen.

Die Nachfrage nach Ölheizungen im Einzel-Hausbaubereich sieht Dietmar Kurtz von der Firma Zach, Gebäude und Sicherheitstechnik in Oberwart, als stark rückläufig: „Es ist viel weniger geworden.“

Auf welche Systeme man anstelle des Öls umsteigen soll und kann, ist sehr individuell. Martin Kainz: „Da sind Fragen zu klären, wie es etwa mit der Wärmedämmung eines Hauses aussieht, ob Heizkörper oder Bodenheizungen vorhanden sind, welche Infrastruktur – etwa Gas – greifbar ist.“ Das kann nur von Haus zu Haus entschieden werden, sind sich die Praktiker einig. Und letztlich hängt es auch davon ab, wie viel Geld man bei einem Umbau zur Verfügung hat. Die modernste Form von Heizungssystemen stellt derzeit wohl die Wärmepumpe dar, was allerdings mit hohen Kosten verbunden ist. Und sie lässt sich auch nicht überall beliebig einsetzen, idealerweise in einem Nieder-Temperatur-Gebäude.

So Gas vorhanden ist, bietet sich diese Technologie, dank modernster Brennwerttechnik, durchaus für einen System-umstieg an. Aber nicht jeder Hausbesitzer hat vor seinem Grundstück eine Gasleitung in der Erde. Deshalb sind individuelle Lösungen das Gebot der Stunde. Dazu kommt auch, dass die Förderungen für die verschiedenen Heizsysteme von Bundesland zu Bundesland variieren.

Informationen dazu hat nicht nur der Haustechniker des Vertrauens, sondern die gibt es auch bei den Energieberatungen des jeweiligen Bundeslandes. Denn eines sollen die Modernisierungen der Heizanlagen bringen: einen geringeren Ausstoß an Abgasen, was letztlich ein wichtiger Beitrag zur Erreichung der UN-Klimaziele wäre und den Anstieg der Erderwärmung einbremsen sollte.


Peter Sitar
Der Oberwarter Peter Sitar arbeitete jahrzehntelang im Medienbereich. Vor allem für den KURIER im Burgenland. Er war Ressortleiter im Printbereich, sammelte aber auch viel Erfahrung beim Aufbau der Online-Berichterstattung. Die Schwerpunkte seiner Tätigkeit waren Politik, Chronik und Wirtschaft. Er ist Preisträger des burgenländischen Journalistenpreises.

Richtig Heizen & Lüften

Die kalte Jahreszeit ist da. Um sein Geld nicht beim Fenster hinauszuschmeißen, sollte folgende Tipps beachten:

  • Die optimale Raumtemperatur liegt in Wohnräumen zwischen 19 und 22 Grad, in Schlafzimmern bei 17 bis 18 Grad. Dabei gilt: Ein Grad weniger kann bis zu 6% Heizkosten sparen. Wenn Sie tagsüber nicht in der Wohnung sind, lohnt es sich den Thermostatregler zurückzudrehen.
  • Stoßlüften (5-10 Minuten) statt Fenster dauerhaft zu kippen. Noch effektiver als das Stoßlüften ist übrigens das Querlüften, eine Möglichkeit, die allen offensteht, die gegenüberliegende Fenster in der Wohnung haben. Die Lüftungsdauer kann so auf einige wenige Minuten verkürzt werden.
  • Kühlere Räume öfter belüften, damit sich keine Feuchtigkeit ansammeln kann
  • Nach dem Kochen ordentlich lüften
  • Heizkörper sollten nicht durch Möbel verstellt sein. Das bedeutet bis zu 5 Prozent mehr Heizkosten. Reichen Vorhänge über die Heizkörper, erhöht sich der Wärmeverlust nochmals erheblich, und der Energieaufwand kann um bis zu 40 Prozent steigen.
  • Regelmäßige Wartung der Heizungssysteme
  • Fenster und Türen abdichten
  • Nachts unbedingt die Fensterrollläden und Jalousien herunterlassen. Damit kann der Wärmeverlust um 20 Prozent reduziert werden.
  • Heizlüfter nur sparsam einsetzen

Diese Tipps können helfen viel Geld zu sparen, da bis zu 85 Prozent des Energieverbrauches eines Hauses auf die Raumheizung entfallen können.


Energieberatungen:

https://www.burgenland.at/themen/energie/energie-beratung/allgemeines/

www.technik.steiermark.at/cms/ziel/82233481/DE/


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