Manager, „Fußballnarr“ und perfekter Hausmann

Drum prüfe, wer sich ewig bindet – erst nach 13 Jahren trauten sich Hans & Isabella Gremsl vor den Altar. Es „passt“ einfach, auch wenn die „dritte Halbzeit“ des Hartberger Marketing-Chefs länger dauert als das Match.
Eric SEBACH
Foto: Marcela Moser / Fotostudio Muik

Hans Gremsl ist als Marketing-Chef des TSV Hartberg kein Unbekannter. Fußball ist seine Leidenschaft.

 

Es sollte eine Homestory mit dem frisch getrauten Ehepaar Gremsl werden – geworden ist es im verträumten Siebenbrunn dann aber eine g‘standene G‘schicht darüber, wie eine Liebesbeziehung funktioniert. Und warum man sich erst nach 13 gemeinsamen Jahren zum Tausch der Ringe entschließt. Die „Mitwirkenden“: Johann Gremsl, erfolgreicher Projektmanager in der Baubranche und Marketingleiter beim Fußball-Regionalligaklub TSV Hartberg sowie seine Gattin Isabella, Office Managerin bei einem Bergbau-Unternehmen und nebenbei VIP-Mitarbeiterin beim TSV.
„Eigentlich wollten wir mit der Hochzeit Familie und Freunde so richtig überraschen“, lächelt Isabella mit einem verliebten Blick zu ihrem Hans. Anlass für die Einladung sollte der am 31. Jänner vollendete 50er des Tausendsassas sein – „und dann hätten wir zu den Gästen gesagt: ‚So, jetzt gemma heiraten!‘ – aber damit war der Standesbeamte in Hartberg eben nicht einverstanden.“
Wie auch immer: Gefeiert wurde letztlich hochoffiziell am 4. Februar beides, Hochzeit und Geburtstag, mit „perfekter Inszenierung“ beim Weingut von Andi Pusswald. „Meine Frau hat genial geplant und ich hab g‘scheite Leut‘ dazu eingeladen“, kommt der Hans ein paar Wochen später ins Schwärmen. Gleich drei Köche waren aufgeboten, um 105 Gäste zu verwöhnen. Nur aus der üblichen Hochzeitsreise wurde nix – „keine Zeit“ und „zuviel Arbeit“, tönen die zwei im Duett.

Alles für den Fußball
Womit wir beim ehelichen Alltag gelandet wären: Hans Gremsl tourt beruflich mit Vollgas durch die Lande und tut ganz nebenbei alles, damit die Fußball-Hartberger auch 2017 wirtschaftlich auf stabilen Beinen stehen. Nicht umsonst nennen ihn die Spezis „Präsi“ – quasi als Andenken an die Präsidentschaft beim TSV-Satellitenklub Eggendorf. „Und“, grinst Hans, „weil ich dafür bekannt bin, dass ich mich um alles scher‘.“
Stichwort „Scheren“. Das hat er nicht nur mit Hingabe bei seiner Isabella getan, damit sie seinen Ring am Finger trägt; das macht er auch bei einer gewissen Frau Magistra Brigitte Annerl, Geschäftsführerin von „Lenus Pharma“, das in Sachen Männer-Fruchtbarkeit eine weltmarktführende Rolle eingenommen hat. Im Klartext: Frau Annerl soll neben ihrer fußball-exklusiven Sponsorenschaft beim TSV auch als „Frau Präsidentin“ gewonnen werden. „Ich hoff‘ wirklich, dass das gelingt“, sagt Hans. Entscheidung in den nächsten Wochen.
Okay, genug über Fußball und Geschäft geredet, oder? „Mein Mann redet eben gern“, lehnt sich Isabella im Wohnzimmer genüsslich zurück. „Ja ja“, sagt er. „Dabei hab ich daheim eigentlich wenig zum Sagen.“ Aha.

Gemeinsamkeiten sind wichtig
Also, wie war das mit dem Heiratsantrag? Und warum haben Sie sich so lange Zeit gelassen, Herr Gremsl? „Das Heiraten war uns lange Zeit nicht so wichtig.“ Sagt er. „Richtig gefragt hab ich sie dann zu ihrem 40er im November 2015 im New Yorker Central Park“, erzählt er weiter. „Und ich hätt‘ damals schon ‚Ja‘ gesagt“, verrät Isabella, „da wollte er dann aber doch nicht gleich, weil‘s so kalt war.“
Kaltes Wetter hin, New York her, jetzt hat es jedenfalls gepasst. Und „passen“ tut es bei den Gremsls offenbar auch in der langjährigen Beziehung. Nicht nur, weil SIE mit der Heirat auch seinen Namen angenommen hat – Motto: „Mitgefangen, mitgehangen.“ Beide arbeiten nämlich mit Hingabe. Im Job und für den Fußball. Beide reisen mit Leidenschaft. Heuer geht es nach Mallorca, Porec, Portoroz und zum Schifahren in die Flachau. Und man sei eben Tag und Nacht füreinander da, sagen die zwei. „Wenn wir was machen, machen wir‘s gemeinsam“, betont Isabella. „Ich helfe gern beim Fußball, wenn Hans mir zum Ausgleich einen Tag in der Therme gönnt.“
Was SIE an ihrem Göttergatten besonders mag? „Mit dem Hans kann ich über alles reden. Und er kann es auch zugeben, wenn er einmal nicht recht gehabt hat.“ Nachsatz: „Manchmal muss man ihm in solchen Fällen freilich ein bissl auf die Zehen steigen.“ Was Hans an seiner Isabella schätzt? „Dass sie mich nach einem stressigen Tag so herrlich vom Gas runterholen kann. Und uns auch in stundenlangen Gesprächen nie das Thema ausgeht. Das brauch‘ ich.“
Das „Gemeinsame“ als Geheimnis ewiger Liebe? „Eine Partnerschaft muss ausgewogen verlaufen. Und ausgeglichen – mit einer gesunden Portion Freiheit für die Partner“, rät Isabella, eine tüchtige Skorpion-Lady. Da ist er wieder, der verliebte Blick. Und der hält an, als Hans von seiner heimlichen Passion, dem Bügeln, berichtet. „Wenn ich am Sonntag um halb sieben aufsteh‘ und einen Stoß Bügelwäsche seh‘, wird er erledigt. Naja, Wäsche waschen und aufhängen tu‘ ich auch wahnsinnig gern!“ Was für ein perfekter Hausmann.
Bei solch feinen Eigenschaften verzeiht ihm Isabella auch den Hang zu verstaubten Karl-May-Filmen oder die überlange „dritte Halbzeit“ nach Heimspielen des TSV Hartberg. „Auch wenn ich‘s ganz und gar nicht verstehe, wie man stundenlang über ein Match diskutieren kann.“
Hans schüttelt nur den Kopf. „Weißt du, wie klass das ist, wenn man gerade was Wichtiges bespricht und dann alle drei Minuten das Handy bimmelt?“ Freilich, irgendwann ist auch die dritte Halbzeit zu Ende. Und bei Isabella und ihrem Hans passt es wieder so richtig.

Homestory aus Ausgabe 03/2017


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