Pflege: 98,5 Prozent wollen in den eigenen vier Wänden bleiben

Das Burgenland plant ein umfassendes Pflegekonzept - prima! berichtete. Im Vorfeld wurde eine große Umfrage bei der älteren Generation durch die FH Burgenland durchgeführt. 98,5 Prozent der Befragten wollen so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben. Aber: Nur 44,3 Prozent glauben sich die Pflege daheim auch leisten zu können.
Peter SITAR / 6. März 2019
LandesmedienService

Roland Fürst von der FH Burgenland mit Sozial-Landesrat Christian Illedits

 

Präsentiert wurde die Umfrage am 6. März durch Sozial-Landesrat Christian Illedits und Roland Fürst von der FH Burgenland. „Die Sicherung der Pflege ist ein zentrales gesellschaftliches Thema, das aufgrund des demografischen Wandels weiter an Bedeutung gewinnen wird. Die Zahl der über 75-Jährigen wird burgenlandweit bis 2030 um 20 Prozent zunehmen“, so Illedits, der betont, dass das Burgenland bereits heute ein sehr gutes Pflegesystem mit einem differenzierten Leistungsangebot auf Basis der burgenländischen Pflegepyramide hat. So gewähre das Burgenland seit 1.1. 2018 – österreichweit als erstes Bundesland – zusätzlich zur bisherigen Förderung, die vom Sozialministeriumservice abgewickelt wird, eine eigene Landesförderung für die 24-Stunden-Betreuung. Bisher haben 485 pflegebedürftige Personen diese zusätzliche vom Einkommen abhängige Landesförderung in Anspruch genommen. Die durchschnittliche Förderhöhe beträgt 400 Euro, kann aber in Sonderfällen auf bis zu 800 Euro aufgestockt werden.

Die relativ hohe Sorge der Menschen, sich die Pflege zuhause, wenn es denn so weit ist, nicht leisten zu können, führt Illedits auch darauf zurück, „dass sich viele im Detail nicht präventiv damit beschäftigen, sondern erst, wenn die Betroffenheit unmittelbar ist.“ Dem will man einerseits mit dem neuen Pflege- und Betreuungsplan, andererseits mit mehr Information entgegensteuern.

Diese Umfrage bestätige die Warnungen der Volkspartei, so VP-Chef Thomas Steiner. Insbesondere sei es wichtig das Pflegeangebot auf die regionalen Bedürfnisse abzustimmen.

 


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