Aspirin, Babysocken und Bananen-Cocktail

Traumjob Flugbegleiterin bei den Austrian Airlines: Elke Nemeth aus Pinggau kann offenbar nichts aus der Ruhe bringen. Nicht einmal die schrägsten Passagier-Wünsche.
Eric Sebach
Foto: Riko Best/Fotolia.com

Über die Outfits bei den Austrian Airlines lässt sich bestimmt diskutieren, die Begeisterung über so manchen Streik im Laufe der Jahre hält sich auch in Grenzen – alles in allem sind die 2.600 Damen und Herren Flugbegleiter von „Austrian“ aber sehr beliebt.

Grund genug für das prima!-Magazin, einmal eine Lady aus diesem Business vor den Vorhang zu holen. Gedacht, getan!

Elke Nemeth ist 32, stammt aus Pinggau und tut bereits seit knapp 13 Jahren in roter Uniform ihren Dienst. Mit 19 ist sie „an Bord gegangen“ und wenn es nach der Oststeirerin geht, wird das auch für viele Jahre so bleiben. „Es war immer mein Traumjob und er ist es nach wie vor“, lächelt Elke Nemeth professionell und überzeugend.
Der „Jungfern-Flug“ führte sie übrigens nach Rom-Fiumicino – mit einer Boeing 737 und ein wenig Herzklopfen. „Mit 19 Jahren war ich natürlich zur Premiere ganz schön aufgeregt!“

Eine Aufregung, die freilich längst der täglichen Routine gewichen ist. Nemeth fliegt abwechselnd Kurz-, Mittel- oder Langstrecke, ist sozusagen universell einsetzbar. „Es macht mir einfach Spaß, immer wieder neue, interessante Menschen kennenzulernen und dabei mitzuhelfen, dass sich die Leute an Bord rundum wohlfühlen.“ Na klar.

Rüstzeug für alle Fälle
Aber wo „viel Licht“ ist, ist bekanntlich auch „Schatten“ und so gehört zum Traumjob Flugbegleiterin nicht nur eine intensive Grundausbildung, sondern auch eine gehörige Portion Flexibilität. Die Matura oder eine abgeschlossene Berufsausbildung sind genauso Voraussetzung wie körperliche Fitness und fließendes Englisch – in Wort und Schrift. Weitere Fremdsprachen sind von Vorteil, wie es so schön heißt. Hat man das strenge Auswahlverfahren überstanden, wartet eine 7-wöchige Grundausbildung in Sachen Flugsicherheit, Erster Hilfe und exzellentem Service. Mulmige Gefühle bei Turbulenzen in 10.000 Metern Höhe oder Angst vor einer Notlandung? Fehlanzeige! „Wir sind dermaßen intensiv geschult“, betont Elke Nemeth, „schließlich müssen wir für alle möglichen Zwischenfälle gerüstet sein. Die Sicherheit unserer Passagiere hat oberste Priorität!“

Zauberwort Flexibilität: „Wir haben zwar einen fixen Dienstplan für den ganzen Monat, aber der Ablauf kann sich durch unvorhergesehene Ereignisse jederzeit ändern“, bestätigt Elke. „Da kann es schon vorkommen, dass aus dem geplanten Zielort London plötzlich Paris wird. Oder sich „Check-in“ bzw. „Check-out“ um einige Zeit verschieben.“ Den Begriff Stress „umsegelt“ die hübsche Oststeirerin jedenfalls geschickt – auch wenn mancher Passagier die Geduld der Crew auf eine harte Probe stellt. „Ich versuche mich, so gut es geht, in die Situation des Reisenden zu versetzen. Bislang ist mir das eigentlich ganz gut gelungen.“ Daher sind auch Sonderwünsche (meist) kein Problem: „Die reichen von einer Aspirin-Tablette über eine Melange, einen Bananen-Cocktail bis zu Babysocken.“ Zum Schmunzeln brachte Elke ein Passagier, der ernsthaft folgenden Wunsch formulierte: „Whiskey on the rocks – aber bitte ohne Eis!“

Portrait aus Ausgabe 05/2017


Im Urlaub geht es heuer nach Hawaii
Und natürlich geht es für eine Flugbegleiterin niemals ohne Flieger – dienstlich liebt Elke Nemeth das Ankommen besonders in New York, L. A., London, Hongkong oder auf Mauritius; privat mag sie es „weit, weit weg und irgendwo am Strand. In der Karibik, auf Bali oder den Malediven!“
Heuer im Sommer steht Hawaii auf dem Programm - „und den nächsten Urlaub plane ich in Afrika oder Südamerika.“

Souvenirs gehören immer dazu: das Empire State Building in Miniatur-Ausgabe oder ein „Oscar“ aus Hollywood stehen längst in Elkes Wohnung – für ihre Mama muss es aus jeder neuen Stadt ein Fingerhut sein. Wie bitte? „Ja, die sind Mamas große Leidenschaft. An die 90 verschiedene Exemplare hat sie bereits!“

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