„Dafür brennen – das tu ich heute noch“

Im Jahr 2009 bekam Alexandra Wieseneder das Angebot der Rutter Gruppe zur Leitung des eo Einkaufszentrums Oberwart – und sie nahm an. Mit dem enormen Arbeitspensum hat sie nicht gerechnet. Nach wie vor lebt sie mit ihrem Mann und ihrem heute 15-jährigen Sohn in Brunn am Gebirge. Rund 50.000 Kilometer legt sie jährlich mit dem Auto zurück. Das Handy ist immer an ihrer Seite. Das eo immer in ihren Gedanken. Als Chefin sieht sie sich nicht gern. Eher als Teil eines tollen Teams. Und manchmal auch als „Hausmeister, mit sehr viel Marketing-Arbeit.“
Nicole MÜHL / 29. April 2019
Foto: prima

Mag. Alexandra Wieseneder managt seit der Eröffnung 2009 das eo Einkaufszentrum Oberwart.

 

 

Die Türen des eo Einkaufszentrums Oberwart sind noch geschlossen. Ungewöhnlich still ist es hier um 8 Uhr morgens. Nur die Putztrupps sind unterwegs und der eine oder andere Mitarbeiter eines der 50 Geschäfte. Centermanagerin Alexandra Wieseneder dreht ihre übliche Runde durch das Einkaufszentrum. Kein Papierl darf herumliegen, wenn um 9 Uhr die ersten Kunden kommen. Alles muss sein, wo es hingehört. Auch die WC-Anlagen werden von der studierten Wirtschaftsakademikerin kontrolliert. „Aber meist ist sowieso alles tipptopp, weil ein super Team dahintersteht“, lächelt Alexandra Wieseneder. Dass das eo in 10 Jahren eine solche Erfolgsgeschichte geschrieben hat, hängt sich die „Frau der ersten Stunde“ nicht allein auf ihre Fahnen. Viele großartige Menschen seien dafür mitverantwortlich, sagt sie. Ihr Team eben, das sie seit 2. April 2009 leitet.

Herzensangelegenheiten

20 Jahre lang war Alexandra Wieseneder damals bereits mit der Entwicklung von Einkaufszentren beschäftigt – zuletzt im Marketing eines großen Centers bei Graz – als 2009 der Anruf von der Rutter Immobilien Group kam, das neue Einkaufszentrum in Oberwart zu leiten. „Ich liebe Herausforderungen und war sehr interessiert an diesem Angebot. Mein Sohn war damals aber erst viereinhalb Jahre und ich war hin- und hergerissen, ob sich mein Muttersein mit diesem Job vereinbaren lässt“, erinnert sie sich zurück. Ihr ging es wie vielen Frauen, die versuchen, Familie und Karriere unter einen Hut zu bringen. „Man hat halt immer ein schlechtes Gewissen“, gesteht sie. Letztlich sei es ihr Mann gewesen, der den Anstoß gab. „Du musst das machen, weil du dafür brennst“, habe er zu ihr gesagt. Und dafür brennen, das tue sie noch heute.

Ihre Erwartungen seien mehr als übertroffen worden. Mit 5.000 Besuchern täglich hat man anfangs gerechnet. Beinahe das Doppelte wurde erreicht. Der ungarische Gast blieb zwar aus, aber dafür konnte man sich gegen die Shopping Center in Graz und Wiener Neustadt durchsetzen. Die Entstehung weiterer Einkaufs- und Fachmarktcenter neben dem eo sieht sie nicht als Konkurrenz. „Der wahre Konkurrent ist der Online-Handel. Ich sehe weitere Center als Bereicherung für den Standort Oberwart. Man muss das in einem größeren Verbund sehen“, sagt Alexandra Wieseneder.

Heute managt die Handelswissenschaftlerin nicht nur das eo, sondern ist in der Rutter Gruppe für sieben weitere Center im Marketing- und Management-Bereich tätig. Das eo und generell das Südburgenland sei ihr eine zweite Heimat geworden. Charity Events, wie die Pink Ribbon Aktion, gehen ihr persönlich nahe. Wenn es „menschelt“, mache sie das zufrieden. Das eo würde sie gerne auch noch in zehn Jahren managen. Und wahrscheinlich werde sie sogar auch dann noch morgens hier ihre Kontrollgänge machen, wenn sie längst in Pension sei, sagt sie und lacht: „Wie ein Hausmeister – der halt auch viel Marketing macht.“


Mag. Alexandra Wieseneder
Centermanagerin des eo Einkaufszentrum Oberwart

Alexandra Wieseneder hat Handelswissenschaften an der Wirtschaftsuniversität Wien studiert. Sie war danach in einem Reisebüro in Wien tätig und ist dann in eine Unternehmensberatungsfirma gewechselt, die ihren Schwerpunkt im Handel, der Expansion und der Entwicklung von Einkaufszentren hat. Mit ihrem damaligen Chef hat sie bereits 1993 das Einkaufszentren-Symposium ins Leben gerufen, das nun seit über 25 Jahren jährlich in Wien durchgeführt wird.

2002 wechselte Alexandra Wieseneder zu jener Firmengruppe, der auch die SCS Seiersberg gehört und war dort im Marketing tätig.

2009 übernahm sie den Job als Centermanagerin des eo Oberwart, das am 2. April 2009 eröffnet wurde. Die Erwartungen der Wirtschaftsakademikerin haben sich nicht nur erfüllt, sondern wurden weit übertroffen. Täglich kommen im Durchschnitt bis zu 8.500-9.000 Menschen ins eo.

Alexandra Wieseneder lebt nach wie vor mit ihrem Mann (er ist Unternehmer in Wien) und ihrem 15-jährigen Sohn in Brunn am Gebirge. Neben der Leitung des eo ist sie auch „Head of Centermanagement“ bei der Rutter Centermanagement GmbH. Sie ist in dieser Funktion im Marketing- und Management für sieben weitere Einkaufszentren tätig. Rund 50.000 Kilometer legt sie im Jahr auf der Straße zurück. „Aber es ist eine unglaubliche Bereicherung, Einblick in andere Center zu haben und immer am neuesten Stand zu sein“, sagt sie. Auch Urlaube mit der Familie werden so geplant, dass man immer auch ein Einkaufszentrum besichtigen kann.

Das Südburgenland und seine Menschen habe sie in den letzten zehn Jahren nicht nur kennen-, sondern auch lieben gelernt. Ihr Team sei für die Erfolgsgeschichte des eo Oberwart ebenso verantwortlich wie sie. „Es sind tolle und herzliche Menschen“, sagt sie. Ein Miteinander auf Augenhöhe sei ihr besonders wichtig. Charity Aktionen liegen Alexandra Wieseneder am Herzen – wie etwa die Pink Ribbon Aktion. Wenn es „menschelt“, ist sie zufrieden und glücklich.

Gerne hätte Alexandra Wieseneder noch eine Apotheke im eo. Aber das brauche noch Zeit. Freiflächen sind derzeit nicht vorhanden. Alle Shops sind vermietet.

Das eo Einkaufszentrum Oberwart wurde von der Rutter Immobilien Gruppe erbaut und 2009 eröffnet. Es ist das größte Einkaufszentrum des Burgenlandes mit 50 Shops und einer Verkaufsfläche von 19.500 m2. Seit 2014 ist die Austria Retail Park Holding 90-prozentiger Eigentümer des eo. Zehn Prozent sind nach wie vor im Besitz der Rutter Immobilien Gruppe.
Rund 500 Menschen arbeiten im eo Oberwart.

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