„Die Vogue ist meine Bibel“

Sie betritt das Lokal und – ohne dass sie selbst davon Notiz nimmt – drehen sich sämtliche Köpfe nach ihr um. Lippenstift, pechschwarze Haare, blasse Haut – ihr Gang aufrecht und ihr Blick zielgerichtet. Für kurze Zeit tauchen wir ein in die glamouröse Welt der Likes, Tags und Posts. Sandra Corinna Kinzl lebt für ihren Fashion- und Beauty-Blog und lässt uns an ihrem Lifestyle teilhaben.
Nora SCHLEICH / 02. Jänner 2019
Foto: Samir Novotny

Die gebürtige Oberwarterin Sandra Corinna Kinzl bei einem Fotoshooting für ihren Blog www.sck.world.

 

2019 wird stressig für die 31-Jährige. Oder auch nicht, denn sie weiß genau, was sie tut. Aber was tut sie eigentlich? Einerseits hat sie sich vor Kurzem in der Immobilienbranche selbständig gemacht. Außerdem betreibt Sandra Corinna Kinzl erfolgreich ihren Blog (www.sck.world), den sie noch heuer im Magazinstil ausbauen will. Die gebürtige Oberwarterin ist Influencerin, das heißt, sie setzt für Firmen verschiedene Produkte auf diversen Plattformen in Szene und wird dafür entlohnt – entweder sie bekommt Produkte oder Cash.

Bevor man als Influencer Geld verdient, muss man natürlich investieren. „Nachdem mir Bekannte dazu geraten haben, habe ich vor vielen Jahren eine Homepage gemacht und zehn Beiträge mit Fotos vorbereitet. Heute schreibe ich nichts mehr, sondern arbeite nur mehr mit Fotos, außer wenn ich von großen Events wie der Fashion-Week in Mailand berichte.“ Das richtige Netzwerk ist nötig, um Erfolg zu haben. Und das hat sie teilweise durch ihre Arbeit mit Luxusimmobilien.

„Instagram ist für Unternehmen das wichtigste Tool“

„Facebook ist out“, damit lässt die Fashionista aufhorchen. „Aber mit Instagram erreichst du absolut jeden. Es gibt ja alles und für alles gibt es Influencer, von Luxushelikopter bis Katzenspielzeug.“ In Österreich hinke die Szene etwas hinterher. „Weltweit gibt es wahre Stars in dem Bereich, die von A-Z jetten, nur bei uns gibt’s kaum Profis. Österreichische Firmen realisieren erst langsam, dass sie in Influencer investieren sollten, weil es sich auszahlt.“ Sandras Community ist heute groß genug, um sich am wachsenden Markt zu etablieren und von Unternehmen engagiert zu werden. Sie bewirbt die Produkte in Eigenverantwortung und sie weiß: je interessanter die Outfits, desto mehr Follower. Umso mehr Follower, desto interessanter wird man für neue Firmen.

„Den Lifestyle muss man leben“

Was wir von Sandra Corinna Kinzl online sehen ist aber echt, denn es gibt keinen Unterschied zwischen privater und beruflicher Sandy. „Würde ich den Lifestyle nur spielen, das wäre zu anstrengend.“ So ist sie privat genauso luxuriös gekleidet wie auf ihren Profilen, sie geht mit Freunden in dieselben Lokale, die sie postet und ohne Lippenstift trifft man die Luxury-Bloggerin auch zu Hause niemals an.

Sandra Corinna lebt für und von ihrem Aussehen. Ihrem Schneewittchen-Look bleibt sie treu, auch wenn sich ihr Stil im Laufe der Jahre etwas verändert hat. Sie kopiert nicht, sondern sucht „Pieces“, die ihr gefallen und die sie in ihren Stil integriert. Auch die Ähnlichkeit zu Dita von Teese ist rein zufällig. Als sie die Tänzerin zum ersten Mal sah, dachte Sandra: „Lustig – die sieht aus wie ich!“ Und nun kennt die Ikone mit mehr als 2,2 Millionen Followern unsere Sandy beim Namen. „Wenn sie mich sieht, ruft sie ‚ah- Sandra Corinna‘. Natürlich inspiriert sie mich. Ihre Ausstrahlung ist unglaublich.

Aber den Stil hatte ich schon vorher.“ Damit hebt sich Sandy von den typischen Stars der österreichischen Szene ab. „Die bilden eher das Mädl von nebenan ab“, so der Insta-Profi. Sie selbst findet in der Vogue, auf Instagram und in Geschäften die Inspiration für ihren Look. Natürlich macht sich das It-Girl auch Gedanken, was das Altern betrifft. Zum Thema Schönheitsoperationen gesteht das Model auf sympathisch offene Weise: „Selbst habe ich noch nichts machen lassen. Aber ganz ehrlich, das steht irgendwann an.“

„Es ist nicht alles Gold was glänzt“

Viele verkennen sie, sehen ihr Outfit, ihr Leben auf Instagram und ihre Affinität für schöne und teure Dinge. „Meine Leidenschaft sagt aber nichts über meinen Charakter aus“, erklärt die Fashionista bestimmt. In Wahrheit überdenkt und bewertet sie das Umfeld, in dem sie lebt. „In Wien verkehre ich in einer schnelllebigen Welt. In dieser Community leben viele vom Schein. Es gibt sogar Mädels, die sich für Mode verkaufen.“ Sandra ist da anders. Sie liebt das Getümmel der Großstadt und ein Leben in ihrer Heimat Oberwart kann sie sich nicht mehr vorstellen, die Werte ihrer Erziehung hat sie aber bewahrt. Diese wären Familie, Freundschaft und Loyalität. Auch ihre Unabhängigkeit ist ihr wichtig. Optisch und auch im Wesen ist sie bestimmt nicht „mainstream“, aber sie behält sich Moral, Charakter und Würde in der oberflächlichen Welt, in der sie lebt. Sie reflektiert, agiert professionell und hat Ziele, für die sie hart arbeitet. I like.


Social Media Begriffe

Influencer: Person, die aufgrund ihrer starken Präsenz und ihres hohen Ansehens in einem oder mehreren sozialen Netzwerken für Werbung und Vermarktung in Frage kommt.

Follower: Ein Abonnent eines Nutzers eines sozialen Netzwerks wie Twitter, Facebook oder Instagram. Er/sie sieht sich regelmäßig dessen Seite an und „folgt“ ihr.

Instagram: Ist eine kostenlose App, mit der man Bilder und Videos hochladen kann und anderen Nutzern zugänglich macht.

Blog: Tagebuchartig geführte, öffentlich zugängliche Webseite, die ständig um Kommentare oder Notizen zu einem bestimmten Thema ergänzt wird. Ein Online Journal, das sich durch regelmäßige Einträge auszeichnet.

It-Girl: Als It-Girl wird eine zumeist jüngere Frau bezeichnet, die durch stetige Medienpräsenz auffällt. Mit „It“, dem „gewissen Etwas“, sind Sexappeal, Ausstrahlung und Auftreten gemeint. Der Begriff ließe sich also als „Mädchen mit dem gewissen Etwas“ übersetzen.

Pieces: (Mode-)Stücke

Tool: Werkzeug

Tag: Mit einem Tag markiert man Personen online.

Fashionista: Sehr modebewusste Person

 

Mehr Fotos von Sandra C. Kinzl: SCK (@sandracorinna)



Kommentare

Knochenjob Bloggerin

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