Ein in sich ruhendes Unikat

Das große braune Tor öffnet sich und eine andere Welt tut sich auf. Bildein - in diesem Innenhof, seit Jahrzehnten scheinbar unberührt.
Der Besitzer - einer der letzten Goldschmiede unseres Landes. Josef Lackner fertigt Einzelstücke aus edlen Metallen und Edelsteinen an. Auch er ist ein Unikat.
Nora SCHLEICH / 28. August 2018
Foto: Nora Schleich

Sepp Lackner fertigt seine Schmuckobjekte in seinem Atelier in Bildein.

 

Sepp Lackner bezeichnet sich selbst als archaisch. Altertümlich oder veraltet könnte man auch sagen und im positivsten Sinne des Wortes stimmt das auch. Er braucht nicht viel, dennoch ist Verzicht kein Thema. Verzicht wäre es dann, wenn ihm etwas fehlen würde. „Mir geht aber gar nichts ab“, so der Künstler. Er lässt weg, was er nicht braucht. Ganz einfach. Natürlich hat er ein Handy – er braucht es. Aber es ist alt und auf Facebook wird man Sepp Lackner vergeblich suchen. Für ihn ist sein reduziertes Leben normal, doch der Besucher spürt, dass der Künstler „anders“ ist.

Sein altes Anwesen in Bildein mit der Werkstatt und seinen Tieren umspielt ihn auf so besondere Art, dass es ihn glücklicher und zufriedener wirken lässt als die meisten Menschen, die uns im täglichen Trubel begegnen. „Ich ruhe wirklich in mir“, so Sepp Lackner. „Der Einklang mit der Natur ist Teil unserer Philosophie.“

Liebe

Mit „uns“ meint er sich und seine Frau Kathrin. Mit ihr pendelt er zwischen Bildein und ihrem Heimatort Großpetersdorf. Mit ihr teilt er auch seine Liebe zu den Tieren. Die Frage, ob er nun Handwerker oder Künstler sei, kann er rasch und schlüssig beantworten: „Künstler, aber ohne das Handwerk könnte ich mein Werk nicht umsetzen.“

Er macht Auftragsarbeiten nach Entwürfen, die zum jeweiligen Kunden passen. Diese künstlerische Umsetzung ist ihm wichtig – wichtiger als der Wert des Edelmetalls, das er bearbeitet. Er macht aber auch freie Arbeiten für sich selbst und für Ausstellungen. Vor allem Pferde dienen ihm hier als Inspiration für seine geschmiedeten Gefäße. Seine Schmuckobjekte sind Unikate, die durch sein Handwerk besonderen Wert erlangen. Reduzierte, geometrische Formen sind seine künstlerische Handschrift. Aber „schön“ muss Schmuck nicht sein, so Lackner. Interessant oder ästhetisch würde er als Begrifflichkeit bevorzugen. „Schön ist meine Frau“, lächelt er.


Kramuri wird in Österreich umgangssprachlich für Kram oder Krempel verwendet. Josef Lackner ist mit seinem Schmuck auch heuer wieder einer der rund 90 Aussteller beim gleichnamigen Fest Kramuri auf Schloss Kohfidisch. Die zweitägige Messe für Handwerk, Brauchtum und Garten hat so einiges zu bieten. 29. & 30. September 2018, 10-18 Uhr.

Hier ein Auszug direkt von der Homepage:

WAS FÄLLT IHNEN ZUM HERBST EIN?

Kürbisse, Trauben, Wein? Sarah Keil und Tina Schabhüttl ist das und noch vieles mehr eingefallen. Bei ihrem Herbstfest Kramuri, vom 29.9. – 30.9.2018 auf Schloss Kohfidisch, lassen sie nicht nur das Thema Erntedank, sondern auch das traditionelle Handwerk hochleben. Der Hintergrund ist klar. Waren die Felder abgeerntet und die Tage kürzer, zog man sich früher gerne in die „Gute Stube“ zurück um z.B. Bettwäscheknöpfe zu besticken, Wolle zu spinnen oder Körbe zu flechten. Handwerk und gelebtes Brauchtum sind deshalb zentrale Themen von Kramuri. 

Auf der zweitägigen Brauchtumsmesse kann man handgefertigtes aus Ton, Holz, Metall, Stoff und Email bewundern und kaufen. Experten im Papierschöpfen, Filzen, Töpfern und Kerzenziehen laden ein, das eine oder andere Handwerk auch selbst auszuprobieren. Ein Angebot, das sich auch ganz bewusst an junge Besucher richtet. Denn die Tradition soll auch der nächsten Generation schmackhaft gemacht werden.

Apropos Geschmack. Auch hier ist das Angebot groß: Grammeln auslassen, Kraut hobeln, Strudel ziehen und Baumkuchen drehen – all das ist vor Ort vertreten und macht Appetit. Den Hunger weiß das reichhaltige Kulinarik Angebot im Schloss bestens zu stillen. Dazu schmeckt am besten ein Glas Südburgenländischer Sturm oder Wein. Und weil es im Herbst im Garten nicht mehr allzu viel zu tun gibt, ist jetzt die beste Zeit die Gartengestaltung für die nächste Saison zu planen. Kramuri bietet dafür einiges an Gartendekoration. Je nach Geschmack wählt man tönerne Zaungucker, Ornamente aus Metall, Blumenkränze , oder urige Dekoelemente, die im früheren Leben Haushaltswaren waren. Ein Schöpflöffel voll Hauswurz, ein Emaileimer gefüllt mit Herbstblumen oder ein Kürbis mit eingraviertem Monogramm, können schon bald auch ihren Garten zieren.

www.imschloss.at/event/kramuri

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