Eine echt süße Geschäftsidee

Mit Blätterteig ins Business gestartet – Daniela Stocker ist als „Zuckerpuppe“ so richtig durchgestartet und beweist, wie wichtig die Unterstützung von öffentlicher Hand für die Selbstständigkeit sein kann. Redakteur Eric Sebach hat die „Zuckerpuppe“ besucht.
Eric Sebach
Foto: Stefan Kaufmann

Daniela Stocker hat am Projekt „Gschäftsfraun“ teilgenommen und ihr eigenes Unternehmen gegründet.

 

Am Anfang ist die gute (Geschäfts-)Idee, aber damit daraus ein erfolgreiches Unternehmen wird, braucht es meist Begleitung von Experten. Das zeigt auch die Geschichte von Daniela Stocker, die als „Zuckerpuppe“ in Wiesfleck mit ihren süßen Cupcakes und Schaumrollen so richtig durchgestartet ist. Geholfen haben ihr dabei das „abz austria“ (Verein zur Förderung von „Arbeit, Bildung, Zukunft von Frauen“) und das von Landesrätin Verena Dunst initiierte und vom Europäischen Sozialfonds finanzierte Projekt „Gschäftsfraun“, das burgenländischen Frauen in allen Altersstufen den Weg in die Selbstständigkeit erleichtern soll.

Zahlreiche Workshops haben eben auch der dreifachen Mama Daniela Stocker das Unternehmer-Leben seit der Anmeldung des Konditoren-Gewerbes im Oktober 2016 vereinfacht. „Von der Kalkulation über Buchhaltung, Steuerrechtliches bis zum Marketing hab ich viele Informationen bekommen“, erinnert sich Frau Stocker an begleitende Seminare. Im Herbst 2017 durfte sie dann dafür auch ein Zertifikat in Empfang nehmen. „Besonders angenehm war, dass ich nie Druck verspürt habe und das Ganze als tolle Unterstützung bei meiner Gründung eines eigenen Geschäftes empfinden konnte.“

„Ich traue es mir zu, ich gehe es an!“
Viel mehr sei es eine leidenschaftliche Entscheidung zur Selbstständigkeit gewesen. Frei nach dem Motto: „Na super, ich traue es mir zu und ich gehe es jetzt an!“ Und deshalb läuft der Laden der „Zuckerpuppe“ offensichtlich ganz gut. Tausende kreative Cupcakes und Schaumrollen hat sie in ihrer eigenen Backstube bereits fabriziert, hergestellt wird auf Vorbestellung so frisch wie möglich und meist übernimmt die ambitionierte Unternehmerin auch die Zustellung höchstpersönlich. „Ich liefere für Firmenfeiern, private Geburtstagspartys und immer wieder auch für Hochzeitsgesellschaften.“ Natürlich stets mit selbstgemachtem Blätterteig, versteht sich.

Dass der Alltag der „Zuckerpuppe“ nicht immer „zuckersüß“ ist, liegt freilich auch auf der Hand. „Unregelmäßige Arbeitszeiten gehören dazu. Das Wichtigste ist, dass meine Kunden zufrieden sind und die Qualität stimmt. Gute Mundpropaganda ist der halbe Erfolg.“ Und deshalb werden Bestellungen fürs Wochenende gerne angenommen. Auch an einem Sonntag fleißig zu sein, gehört genauso zum Alltag. „Bei mir gibt es kein Jammern, weil dadurch vielleicht das Familienleben zu kurz kommen könnte. Mein Lebenspartner und meine drei Buben haben gelernt damit umzugehen.“
Kein Wunder, schließlich dürfen die vier Herren an Danielas Business ja auch im wahrsten Sinne des Wortes mitnaschen – neue Cupcake-Kreationen werden nämlich immer zuerst von der Familie „vorgekostet“.

Portrait aus Ausgabe 03/2018


Frauenprojekt „Geschäftsfraun“
Das Projekt „Gschäftsfraun“ unterstützt Frauen in ihrer (werdenden) Selbständigkeit mit dem Ziel eines langfristigen existenzsichernden Einkommens. Insgesamt haben im Vorjahr 28 Frauen aus dem Südburgenland daran teilgenommen.
Die angehenden Geschäftsfrauen wurden durch intensive Coachings bei der Gründung unterstützt. Außerdem wurde in Workshops das notwendige betriebswirtschaftliche und kaufmännische Wissen vermittelt, sowie mit jeder Frau ein Businessplan erarbeitet. Dieser dient als wichtiges Steuerungsinstrument für die Unternehmerin.
Marketing und professionelle Kommunikation waren weitere Elemente des Projektes, die die Frauen erlernt haben.
Alle 28 Teilnehmerinnen haben in der Zwischenzeit ihre Unternehmen gegründet.
Aufgrund des Erfolges startet am 1. März 2018 das Nachfolgeprojekt „Gschäftsfraun 4.0“ im Burgenland. 18 Monate werden Frauen dabei auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit professionell begleitet. Angesprochen werden vor allem auch Frauen, die im Bereich der Landwirtschaft ihr Unternehmen gründen wollen.
Initiiert wurde das Projekt vom Frauenlandesreferat, durchgeführt wird es vom „abz austria“. Finanziert wird es vom Europäischen Sozialfonds (ESF). Die Teilnahme ist für die Frauen kostenlos.

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