Hier ist der Lack nicht ab!

Ein sehr großer Kerl mit sehr großem Talent – wenn Bernhard „Laschi“ Laschober seine Pistole in die Hand nimmt, schießt er damit „den Vogel ab“ - was Kunst betrifft! Airbrush ist das Zauberwort.
Jennifer Vass / 30.Juli 2018
Foto: View/J.Vass

Der Tank einer Harley wird durch Bernhard Laschober noch ein Stückchen besonderer

Seit 23 Jahren beschäftigt sich der gebürtige Bernsteiner mit der Kunst des Brushens. Einige Jahre hat er in Großpetersdorf verbracht, seit 2011 ist er mit seiner Firma Airvolution in Pinkafeld zuhause. Ein alter Stall wurde zum Ort des kreativen Geschehens. „Eigentlich bin ich nur aus Zufall in dieses Business reingerutscht, ich bin gelernter Nachrichtentechniker und hatte in der Schule in Zeichnen sogar eine Vier“ lacht Laschi und zuckt mit den Schultern. Irgendwann hat er sie dann einmal aus Langeweile ausprobiert – diese ominöse Pistole – und siehe da, erster Schuss ein Treffer!

Staatsmeister für das beste Painting

Der Bereich der Airbrushkunst ist riesig und reicht von Wandmalerei über Fotorealistik bis hin zu Motorradlackierungen. Und genau da ist Bernhard Laschober zuhause. Denn in der Biker-Szene ist Airvolution eine der Adres-sen, wenn man sein Bike veredeln möchte. Bis zu 50 Motorrädern verhilft Laschi im Jahr zu neuem Glanz.  Je nach Aufwand dauert so ein Kunstwerk drei Tage bis zwei  Monate. Auf der Pannonia Custom Show bei der Motomotion in Oberwart konnte Laschi im Bereich „Stock Custom“ den Staatsmeistertitel für das beste Painting gewinnen. Das Siegerbike gehört Franz „Bene“ Tiwald aus Großpetersdorf.

Eine Airbrushpistole hat in etwa die Größe eines Kulis und funktioniert mit Luftdruck. „Je stärker man drauf drückt, desto mehr erhöht sich der Druck, was sich wiederum auf  die Menge der Farbe und die Dicke des Strahles auswirkt“, erklärt der Staatsmeister. Im Klartext heißt das: Es geht um Fingerspitzengefühl pur! Weil ihm die Sache mit dem Luftdruck nach so vielen Jahren zu wenig ist, hat er sich etwas Neues einfallen lassen: Gravur! Dabei trägt er eine von ihm entwickelte Beschichtung auf das Metall auf und graviert so die individuellen Motive und das mit einem Zahnarztbohrer.

Bei all dem Herumgewerke auf den schönsten und teuersten Bikes – fährt der Painting Staatsmeister denn selbst auch eines? „Einen Schein hab‘ ich, aber ich hab‘ kein Motorrad und bin auch ewig nicht gefahren. Wenn überhaupt, würd‘ ich mir eine Vespa zulegen“ schmunzelt der große Kerl und macht sich wieder an die Arbeit.

Beitrag aus Ausgabe 08/2018


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