Sie erlebt das Lottofieber hautnah

„Mein Beruf ist ein Jackpot“, sagt die Hartberger Trafikantin Sabine Gamperl. Und erzählt, wie sie tagtäglich das Geschäft mit dem Glück erlebt. Und selbst auf die Millionen spitzt.
Eric Sebach
Foto: Marcela Moser / Foto Muik

Trafikantin Sabine Gamperl

 

Der Lotto-Sechsfach-Jackpot am Heiligen Abend 2017, der war nix für schwache Nerven – und zwei Tage davor kam sogar Sabine Gamperl, Betreiberin einer Trafik und Lotto-Annahmestelle im Zentrum von Hartberg, gehörig ins Staunen. „Mehr als zehn Jahre stehe ich schon im Geschäft, aber einen derartigen Rummel hab ich nie zuvor erlebt.“ Rund 8.000 abgegebene Tipps hatte sie in der Woche vor dem Heiligen Abend verbucht, das fühlte sich für Hartberger Verhältnisse absolut rekordverdächtig an. „Viele meiner Kunden spielen seit Jahren regelmäßig, also Mittwoch und Sonntag. Häufig riskieren die Leut‘ sechs Tipps mit Joker, neuerdings versuchen manche auch mit ‚Lotto plus‘ ihr Glück und wieder andere haben mit einem Quick-Tipp die meiste Freude.“

Bis 1.000 Euro darf sie auszahlen
Über die Motive der Lotto-Fans lässt sich natürlich nur spekulieren – mit so manchem kommt Frau Gamperl aber schon ins Gespräch. „Viele sagen mir, dass ‚sie lieber tippen als Geld fürs Rauchen oder Kaffeetrinken auszugeben‘. Und einige meiner Stammkunden lassen auch kaum eine Euro-Lotto-Runde aus. Schließlich gibt es da ja noch mehr zu gewinnen.“ Es ist halt offenbar eine Faszination, mit einem Schlag (stink-)reich zu werden. Träumen wird schließlich erlaubt sein. Sabine Gamperl schmunzelt. „Natürlich hab‘ ich auch Kunden, die immer wieder ein paar Euro investieren und dann schon beim Bezahlen nicht so recht ans große Los glauben wollen. „Da hör‘ ich dann öfter den Sager ‚Wissen‘s, mir is es fast leid ums Geld, weil man eh nur den nächsten Lotto-Millionär unterstützt‘ – und ich antworte dann eigentlich immer dasselbe. Vielleicht sind das Sie, man weiß es doch nicht …“

Thema Millionen: bis 1.000 Euro darf Frau Gamperl direkt am Ladentisch auszahlen, alles darüber ist Sache der Lotto-Großauszahlungsstelle. „Sobald jemand nach der Ziehung mit dem Schein vorbeikommt und im System das Wort ‚Großgewinn‘ aufleuchtet, bekommt der Kunde von mir ein Kuvert für die Gewinn-Anforderung. Alles Weitere muss er selbst regeln.“

Bis jetzt hat Frau Gamperl freilich noch keinen „Großgewinner“ kennengelernt – so manchen Spieler mit einem „Dreier“ oder „Vierer“ aber natürlich bereits öfter.

Portrait aus Ausgabe 02/2018


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