„Es ist reine Nervensache“

Dart ist drauf und dran, das schmuddelige Wirtshaus-Image abzulegen – für Alex Steinbauer, Chef der DC Bulldogs Hartberg, ist das „Pfeilewerfen“ ein ernstzunehmender Sport und erfordert höchste Konzentration.
Eric Sebach
Foto: shutterstock | Sunti

Verrauchte Wirtsstuben, das eine oder andere Bierchen und gutbeleibte Herren, die Pfeile „an die Wand“ werfen – es wird (immer noch) fleißig gelästert über einen Sport namens „Dart“ und das Klischee lebt weiter. Mit dem Sieg des serbisch-stämmigen Österreichers Mensur Suljovic in der sogenannten „Champions League“ 2017 ist das „Pfeilewerfen“ auch in unseren Breiten salonfähig(er) geworden. So ähnlich sieht das auch Alexander Steinbauer, seines Zeichens Chef und Leitwolf der DC Bulldogs Hartberg, die als einziges steirisches Team in der Dart-Bundesliga durchaus für Furore sorgen. Aber bitte, was daran ist denn nun Sport?
Alex Steinbauer, beruflich in der Personalleasing-Branche tätig, kommt bei der Frage ganz schön in Schwung. „Schau, ich hab in meiner Jugend auf einem guten Level Schi- und Radrennen bestritten. OK. Seit gut 20 Jahren spiele ich auf durchaus vernünftigem Niveau Dart und kann eins sagen: Wenn man stundenlang, zum Teil vor Publikum, unter psychischer Anspannung Pfeile in Richtung Scheibe wirft, geht das um nichts weniger an die Substanz als etwa schizufahren.“

Turniere am Wochenende in ganz Österreich
Dreimal pro Woche trainieren die „Bulldogs“ im Vereinslokal in Greinbach, am Wochenende geht es regelmäßig zu Turnieren. Wo Kost, Hotelnächtigung und Startgelder auch ganz hübsch am Privatbudget jedes Einzelnen knabbern. „Aber es macht uns allen riesigen Spaß“, betont Alex, „da vergißt man so manche Plagerei und die Unkosten. Schließlich kommt ja manchmal auch etwas Preisgeld an Bord, das ist auch nicht zu verachten.“
Also: Wer mittlerweile Lust und Laune hat, den „Bulldogs“ beizutreten, kann sich auf einen monatlichen Klubbeitrag von 15 Euro einstellen. Den Spaß in der Truppe gibt es gratis dazu und jede Menge fachlicher Tipps von den Routiniers rund um Alex Steinbauer auch noch.

Ein Glaserl Bier als Warm-up
„Zur Zeit haben wir knapp 30 Mitglieder und mit meiner Lebenspartnerin Sonja Capla sowie Anita Fabian gibt es im Klub auch zwei Frauen, die in den Mixed-Bewerben stets gute Leistungen erbringen.“
Stichwort Leistungen: Alex und Klubkollege Fredi Gsellmann dürfen sich aktuell „Doppelstaatsmeister 2018“ nennen.
Übrigens: Dass es sich beim Dartspielen um sportliche Aktivität handelt, belegt auch die Tatsache, dass man sich auch sportliche Verletzungen und „Verschleißerscheinungen“ zuziehen kann. Nämlich etwa Schulterprobleme, Knieschmerzen oder ein gehöriges Ziehen in der Armbeuge. Dagegen hilft wohl die eine oder andere Schmerztablette. Ja, und für die nötige (Nerven-)Ruhe im Wettkampf gibt’s auch ein Rezept: als Warm-up ein Glaserl Bier.

Beitrag aus Ausgabe 05/2018


Alex Steinbauer
(Bild Mitte) ist Chef des Hartberger Dart-Vereins „DC Bulldogs“

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