Das Geheimnis ist, dass es keines gibt

Keine Duftstoffe, keine Konservierungsmittel – der Hartberger Naturkosmetik-Konzern „Ringana“ geht längst erfolgreiche Wege. Und als wichtigstes „Testlabor“ gilt das Badezimmer der Geschäftsführer Ulla Wannemacher und Andreas Wilfinger.
Eric Sebach
Foto: RINGANA

Ulla Wannemacher und Andreas Wilfinger haben vor mehr als 20 Jahren das Unternehmen Ringana gegründet. Heute gibt es 160 Mitarbeiter, insgesamt 52 Produkte vom Shampoo bis zur Gesichtsmilch. Täglich gehen rund 7.000 Produkte in den Versand, im Vorjahr wurde für 7 Millionen Euro in Hartberg ein neues „Frischewerk“ gebaut.

 

Dass die Rezeptur der weltbekannten braungefärbten Limonaden-Marke streng geheim ist, ist längst kein Geheimnis mehr. „Und unser Geheimnis ist, dass es keines gibt“, lächelt Andreas Wilfinger, gemeinsam mit Ulla Wannemacher für die Geschäftsführung des imposanten Naturkosmetik-Konzerns „Ringana“ in Hartberg verantwortlich. „Wir haben kein Problem damit, jeden einzelnen Inhaltsstoff auf die Tube oder Dose zu schreiben. Obwohl: Bei uns sorgt eben nicht ein einzelner Rohstoff wie Aloe Vera für Furore, es ist vielmehr die Gesamtheit der Inhaltsstoffe.“ Wichtig sei es, laut Wilfinger, allzu viel „Beiwerk“ wegzulassen, das ansonsten in marktüblicher Form für längere Haltbarkeit von Produkten sorgen würde. Kleines Beispiel gefällig? „Einer unserer Bestseller etwa ist die ‚Creme 2‘, die für den Hauttyp 2 am besten geeignet ist und über 100.000 Mal im Jahr in den Versand geht – dieses Produkt ist ungeöffnet sechs Monate haltbar und ab der ersten Anwendung nur etwa 10 bis 14 Wochen. Sogar diese sechs Monate Haltbarkeit gelten in der Kosmetik-Branche quasi als Wimpernschlag“.

Paradox klingt es freilich, dass „Ringana“ derzeit genau 13 Chemikerinnen auch dafür beschäftigt, dass so wenig „Chemie“ wie möglich in der Dose landet. Heißt im Klartext: Keine Konservierungsstoffe, keine Duftstoffe – „und das ist uns deshalb so wichtig“, betont der Boss, „weil die gesunde Wirkung unserer Produkte nichts mit besonderen Düften zu tun haben muss.“ Stichwort Geruch: „Hochwertige Öle wie Lein- oder Olivenöl gelten in manchem Haushalt gleich einmal als verpönt, wenn sie relativ bald – auf gut Deutsch gesagt – ranzig riechen. Aber genau das ist das wichtigste Qualitätskriterium! Und Inhaltsstoffe wie Omega-3 oder Omega-9 gelten als ‚Fänger‘ von freien Radikalen – sind damit für ‚Better Aging‘ verantwortlich.“

Übrigens: Zwei nagelneue Produkte prognostiziert Andreas Wilfinger für das laufende Jahr 2018 – „darüber“, lacht er herzhaft, „kann ich allerdings beim besten Willen noch nichts verraten. Oder sagen wir soviel – sie werden mit der Bekämpfung von Falten zu tun haben.“ Bis die neuen Produkte auf den Markt gelangen, wird auf alle Fälle in der hauseigenen Entwicklungsabteilung noch kräftig getüftelt. „Und im privaten Badezimmer der Chefs auch fleißig getestet“, betont Wilfinger, „schließlich sehen wir uns als wichtige Probanden, die fürs erste Feedback sorgen, damit die Kunden später zufrieden sein können.“

Reportage aus Ausgabe 04/2018


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