Das Gute liegt so nah

„Gutenachtgeschichte statt Verkehrsfunk“, „Strafraum statt Stauzone“, „Ruhe statt Hupkonzert“ – das sind die Slogans der neuen Initiative der Wirtschaftsregion Hartberg. Ziel ist die „Stärkung des Standortes“. Dazu wurde ein Folder mit offenen Stellen in der Wirtschaftsregion erstellt, der an über 13.600 Haushalte verschickt wurde. Knapp 80 Stellenangebote aus allen Bereichen für 3.138 „echte“ Pendler, also solche, die täglich schon ordentlich Kilometer machen. Da gehört auch eine Portion Glück zum Jobwechseln dazu. prima! sprach mit zweien, die das hatten.
Olga Seus / 1. März 2019
Foto: Bernhard Bergmann

Hartberg liegt am Ostrand des steirischen Jogllandes. Die Bezirkshauptstadt bietet eine besondere Lebensqualität

 

„Ich habe das Glück, dass ich wirklich da leben und arbeiten kann, wo andere Urlaub machen“ schwärmt Doris Salchinger von den Stadtwerken und der Stadtgemeinde Hartberg. Michael Russ spricht vom „Lotto-Sechser“, den er bei RINGANA in Hartberg habe. Pendler in der Region zu halten, aber auch die Zukunft von Lehrlingen in der hiesigen Wirtschaft sind Themen der Wirtschaftsregion Hartberg. Der Folder, aber auch Lehrstellen Speed-Datings sollen helfen, die Jobs innerhalb der Region zu vergeben.

Mehr Abgrenzung zwischen Beruflichem und Privatem

„Nach den Erfahrungen in einer großen Firma als Spezialist war es eine neue spannende und herausfordernde Tätigkeit, ein kleineres Unternehmen damals noch als Generalist mitaufzubauen“ weiß Michael Russ, heute Prokurist von RINGANA, zu berichten. Inzwischen ist der Frischekosmetikhersteller so gewaltig gewachsen, dass nach und nach neue Spezialistenjobs entstehen, momentan z.B. durch den Aufbau einer Personalabteilung. „In einem kleineren Umfeld zu arbeiten, ist schön, denn man merkt, was man tut, kommt auch an“ ergänzt Doris Salchinger.

Das hat natürlich nicht nur Vorteile. So betonen beide, dass in einer kleineren Stadt mehr persönliche Abgrenzung zwischen Beruf und Privatem nötig ist. „Früher habe ich mich nach der Arbeit ins Auto gesetzt und war weg. Heute, wo ich Wohn- und Arbeitsort in Hartberg habe, werde ich schon mal am Wochenende bei privaten Feierlichkeiten auf den Job angesprochen“ so Dr. Russ. Dafür hat sich mit seinem Chef, Andreas Wilfinger, eine Freundschaft entwickelt – doch auch hier zieht der ruhige Analyst eine klare Grenze zwischen Privatem und Geschäftlichem. Fast bescheiden spricht er davon, dass der eingangs erwähnte Lottovergleich doch ein wenig hinke, weil schließlich auch viel Eigeninitiative dazu geführt habe, dass sein Job bei RINGANA so erfolgreich geworden ist. An Hartberg selbst gefällt ihm vor allem die Lage. Man ist schnell in Wien, in Italien und nicht irgendwo mitten im Gebirge.

Hartberg – idyllische Kleinstadt zum Leben und Arbeiten

Dagegen wird Doris Salchinger richtig lebendig, wenn sie von ihrer Wahlheimat Hartberg spricht. Vor über zehn Jahren ist sie von dem kleinen steirischen Dorf Maria Fieberbründl hergezogen. Die perfekte Verbindung von idyllischer Kleinstadt mit einem „Schmuckkästchen“ an Hauptplatz und Natur, so lobt sie Hartberg und gerät angesichts der Aussicht von Ring und Gmoos regelrecht ins Schwärmen. Dass sie nun nicht mehr jeden Tag mindestens eineinhalb Stunden mit den Öffentlichen nach Graz auspendeln muss, sondern zu Fuß und mit dem Rad zur Arbeit gelangt, empfindet sie als echten Zugewinn an Lebensqualität.

Pendelzeit nutzen

Was raten nun unsere beiden Wahlhartberger mit Job vor Ort jenen, die doch pendeln müssen? Die Tendenz ist eindeutig: Pendelzeit nicht als verloren abtun, sondern nutzen. So wie Michael Russ, der früher die dreiviertel Stunde Fahrzeit im Auto morgens als Einstieg in den Tag nutzte und abends, um „runterzukommen, damit man, wenn man daheim ist, auch richtig da ist“. Oder wie Doris Salchinger, die ihre Sozialkontakte im Bus pflegte oder zu einem guten Buch griff.

Den Sprung ins kalte Wasser wagen

Was man aus ihren Geschichten lernen kann: Auch wenn es vielleicht ein Risiko ist, von einem gesicherten Arbeitsplatz in der Ferne in eine ungewisse Zukunft vor Ort zu wechseln, kann genau dieser Sprung ins kalte Wasser lohnenswert sein. Besonders dann, wenn er bedeutet, dadurch etwas tun zu können, das man mit voller Überzeugung macht. „Schließlich“, so Michael Russ, „ist es wie beim Lotto. Am Sonntagabend wissen alle die Lottozahlen, aber schön wäre es halt, wenn man sie schon am Samstag vor der Ziehung kennen würde. Aber da muss man sich eben rübertrauen“. Und bekanntlich ist ja dann alles möglich.


Wirtschaftsregion Hartberg

Die Wirtschaftsregion Hartberg ist eine Kooperation der fünf Gemeinden Grafendorf, Greinbach, Hartberg, Hartberg Umgebung und Sankt Johann in der Haide.
Unser Standortmanagement bietet Ihnen proaktive Unterstützung bei Ihrem Investitionsvorhaben:

• Suche nach geeigneten Gewerbe- und Industrieflächen
• Unterstützung bei der Investitionsaufbereitung
• Auswahl der richtigen Förderinstrumente
• Unterstützung bei Behördenwegen (One-Stop-Shop)

Nähere Infos:
www.wirtschaftsregion-hartberg.at

 

Jobs in der Wirtschaftsregion Hartberg:  „Verpendel keine Zeit: mit einem Job daheim!“

Die Aktion der Wirtschaftsregion Hartberg zur Stärkung des Standorts.
Als Service für die Betriebe der Wirtschaftsregion Hartberg startete am 4. Februar eine groß angelegte Aktion, mit dem Ziel die Pendlerinnen und Pendler von den Vorteilen eines Jobs daheim zu überzeugen. Dafür wurden offene Jobs der Unternehmen aus den Gemeinden der Wirtschaftsregion Hartberg – Greinbach, Grafendorf, Hartberg, Hartberg Umgebung und St. Johann in der Haide – gesammelt und in einem Folder zusammengefasst. 31 Unternehmen beteiligten sich an der Aktion und sind mit knapp 80 Stellenangeboten vertreten. Die Vielfalt der Unternehmen der Wirtschaftsregion spiegelt sich auch in den angebotenen Jobs wieder – gesucht wird vom Lehrling bis zum Manager.

Nähere Infos:
www.jobs.wirtschaftsregion-hartberg.at


Dr. Michael Russ,
ursprünglich aus Gleisdorf, seit über 20 Jahren nun in Hartberg. 15 Jahre davon nach Wimpassing gependelt. Seit 2011 in Hartberg Kaufmännischer Leiter und Prokurist bei RINGANA

Mag. Doris Salchinger,
zuständig für Marketing und Kommunikation bei den Stadtwerken und der Stadtgemeinde Hartberg, lebt seit über 10 Jahren in Hartberg und kommt ursprünglich aus Maria Fieberbründl. Sie pendelte gut eineinhalb Jahre mit dem öffentlichen Bus nach Graz.

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