Der Zahn der Zeit

Das ehrwürdige Gebäude des BORG Oberschützen wird in den nächsten Jahren generalsaniert und erweitert. Erste Arbeiten wurden nun an der Fassade durchgeführt. Diese erstrahlt bereits jetzt in neuem Glanz.
Christian KEGLOVITS / 29. November 2018
Foto: Keglovits

Die historische Fassade des Bundesgymnasiums Oberschützen erstrahlt in neuem Glanz. In den letzten Monaten wurde die Außenfassade umfangreich renoviert.

 

Es ist eines der markantesten Bauwerke in diesem geschichtsträchtigen Schulort – das 1911 eingeweihte Gebäude des Gymnasiums Oberschützen. Am Haus der ältesten maturaführenden Schule des Burgenlandes nagt der Zahn der Zeit, eine umfassende Sanierung steht daher schon seit Längerem auf der To-do-Liste des dafür zuständigen Landesschulrates. Letztlich schien das Gebäude selbst über den Beginn der geplanten Bauarbeiten zu entscheiden, denn einige unerwartete Überraschungen bescherten der Direktorin des Gymnasiums, Ingrid Weltler-Müller, ein Aha-Erlebnis nach dem anderen – und dem Projekt eine unerwartete Dynamik. Bei einer Begehung im Keller des Gebäudes bemerkte sie gemeinsam mit Barbara Fandl, der verantwortlichen Architektin, Pfützen, welche sich aufgrund schadhafter Abflüsse im Laufe der Zeit gebildet hatten. „Diese unerwarteten Vorkommnisse erforderten unverzügliches Handeln.“ Das war 2015 und seit damals wird das Gebäude, das unter Denkmalschutz steht, etappenweise saniert.

Historisch erhalten

Im Vorjahr dann der nächste unerwartete Zwischenfall: Eine der steinernen Vasen, welche die Vorderansicht des gründerzeitlichen Baus zieren, fiel vom Dach. Zum Glück kam niemand zu Schaden. Die BELIG (Beteiligungs- und Liegenschafts GmbH) reagierte sofort und begann mit der Sanierung der Fassade. Nun, ein Jahr später, stehen diese knapp vor dem Abschluss. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. „Die Fassade lacht uns an, sie strahlt wieder“, zeigt sich Direktorin Weltler-Müller mit den Arbeiten mehr als zufrieden und führt dies auf die gute Zusammenarbeit mit den ausführenden, regionalen Betrieben, aber auch auf die Inputs der Experten des Bundesdenkmalamtes zurück. Nach deren Vorgaben hat man die Farbe und die chemische Zusammensetzung des Verputzes ausgesucht, Fenster originalgetreu nachgebaut, die Fliesen im Foyer extra angefertigt und schließlich auch die Vasen wieder instand gesetzt.

Ausbau als wirtschaftlicher Faktor

So schön das ehrwürdige Haus wieder erstrahlt, platzt es doch aus allen Nähten. „Den Gedanken, dass Schüler einen Rückzugsort brauchen und Aufenthaltsräume, wo sie essen und sich zurückziehen können, gab es vor 100 Jahren einfach noch nicht“, erklärt Direktorin Weltler-Müller und stellt sich auf zwei bis drei weitere Jahre Baustelle ein.
Zur Zeit arbeitet die BELIG an der Ausschreibung für die noch geplanten Maßnahmen: Ein Zubau am Hauptgebäude, ein neuer Turnsaal sowie die Sanierung des bestehenden Turnsaals und der übrigen Sportinfrastruktur, immerhin ist man Leistungssportkompetenzzentrum. Die Baustelle am BORG Oberschützen wird.

 

Beteiligte Firmen


Eine top Leistung der regionalen Fimen: In Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt stellten diese die historische Fassade des BORG Oberschützen wieder her.

Direktorin Mag. Ingrid Welter-Müller bei der Baustellenbesprechung.

Originalgetreu sind auch die Fenster, die von der Tischlerei Gruber aus Grafendorf renoviert und gefertigt wurden.

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