Doc Cannabis Hartberger Arzt setzt auf Hanf

Allgemeinmediziner Dr. Patrick Thurner ist der Experte für medizinisches Cannabis in der Region. Hanf ist für ihn kein Allheilmittel, aber ein Naturprodukt mit hoher Potenz. Dabei geht es ihm nicht um den psychoaktiven Wirkstoff als Droge, sondern um das breite Spektrum an Beschwerden, die diese alte Nutz- und Heilpflanze lindern kann.
Nora Schleich / 30. Juli 2018
Foto: Nora Schleich

Alexander Thurner hatte die Idee, auf den Feldern des Familienhofs Nutzhanf anzubauen

 

Die Diskussion, Cannabis in der Medizin zu legalisieren, hat auch Österreich erreicht. Daher gleich vorweg die wichtige Basisinformation, wenn über Hanf geredet wird: Die zwei am besten erforschten Inhaltsstoffe der Hanfpflanze sind die Cannabinoide THC und CBD, wobei nur das THC eine berauschende Wirkung mit sich bringt und als Suchtmittel gilt. Medizinische THC-Produkte werden von der Krankenkasse (bei ausreichender Indikation) gedeckt und dürfen legal vom Arzt verschrieben werden.

CBD-Produkte sind frei zugänglich, da der THC-Gehalt unter 0,3% liegen muss. In deutschen Apotheken können Patienten nun auch THC-haltige Hanfblüten als Ganzes bekommen, welche das gesamte Spektrum an Inhaltsstoffen abdecken. In Österreich ist das noch nicht der Fall. Dass die Pflanze ihre beste Wirkung im Zusammenspiel beider Wirkstoffe entwickelt, bestätigt auch der Hartberger Allgemeinmediziner Patrick Thurner und er wünscht sich, dass Marihuanablüten bald auch in unseren Apotheken auf Rezept erhältlich sind.

Patrick Thurner ist überzeugt. Seit etwa einem Jahr verschreibt der Allgemeinmediziner verstärkt das pflanzliche CBD-Öl und berichtet, dass sich auch hier in den meisten Fällen eine Besserung feststellen lässt. „Einige ältere Damen, die ich im Pflegeheim damit behandle, sind richtiggehend aufgeblüht.“

Ganz allgemein helfen Hanfprodukte gegen Übelkeit, sind anti-entzündlich, anti-infektiös, krampflösend, appetit-regulierend und werden bei Krebspatienten eingesetzt, sowie auch bei Patienten mit Depressionen und Stresssymptomen – und das ohne nennenswerte Nebenwirkungen. Vor allem bei Akne und Hautproblemen empfiehlt Dr. Thurner das Öl, aber auch bei Schmerzen und Schlaflosigkeit

Dennoch verschreiben nur wenige Allgemeinmediziner die Produkte. „Das Fortbildungsangebot ist derzeit für Ärzte zu gering und viele Kollegen wurden bereits von den Patienten an Wissen überholt. Die Nachfrage steigt aber eindeutig. Da ist ein Trend zurück zur Natur spürbar – auch in der Medizin.“

Während der Gehirnentwicklung bei Jugendlichen ist das Rauchen von Cannabis allerdings nicht ratsam. Auch Psychosen können auftreten, oft im Zusammenspiel mit anderen Drogen. Patrick Thurner appelliert auch an die Selbstverantwortung seiner Patienten, vor allem im Zusammenhang mit der Selbsteinschätzung im Straßenverkehr. Ganz allgemein überwiegen aber die Vorteile und so steht der Arzt dem Gebrauch von Cannabisprodukten jeglicher Art liberal gegenüber.

Nebenerwerbslandwirt

Auch in anderen Bereichen seines Lebens spielt der Hanf eine zentrale Rolle. 2009 hat Patrick Thurner mit seinen beiden Geschwistern Alexander und Bettina den Hof des Großvaters in Penzendorf übernommen – und auch hier dreht sich seit 2014 alles um den Hanf. Alexander Thurner hatte die Idee, auf den Feldern des Familienhofs Nutzhanf anzubauen. Besonders für Bio-Bauern ist das eine logische Konsequenz, da Hanf keine Spritzmittel oder andere Unkrautbekämpfer verlangt und als Bodenverbesserer gilt. Die Samen werden geerntet und zu Hanfsamenöl (nicht zu verwechseln mit dem Medizinprodukt CBD-Öl) verarbeitet. Streng genommen ohne medizinische Wirkung – aber „auch dieses Öl wirkt sich auf die Gesundheit positiv aus“, so Patrick Thurner. Der Presskuchen, der dann noch übrig bleibt, wird zu Proteinpulver weiterverarbeitet.

Die drei Geschwister haben auch ein Buch über „heilenden Hanf“ geschrieben. Darin behandeln sie auch die rechtliche Lage in Österreich.

 

Beitrag aus Ausgabe 08/2018


2009 hat Dr. Thurner gemeinsam mit seinen Geschwistern Alexander (Bild) und Bettina den Hof seines Großvaters in Penzendorf übernommen – und auch hier dreht sich seit 2014 alles um den Hanf. Alexander Thurner hatte die Idee, auf den Feldern des Familienhofs Nutzhanf anzubauen. Besonders für Bio-Bauern ist das eine logische Konsequenz, da Hanf keine Spritzmittel oder andere Unkrautbekämpfer verlangt und als Bodenverbesserer gilt. Die Samen werden geerntet und zu Hanfsamenöl (nicht zu verwechseln mit dem Medizinprodukt CBD-Öl) verarbeitet. Streng genommen ohne medizinische Wirkung – aber „auch dieses Öl wirkt sich auf die Gesundheit positiv aus“, so Patrick Thurner. Der Presskuchen, der dann noch übrig bleibt, wird zu Proteinpulver weiterverarbeitet.


Autoren
Der angehende Jurist Alexander Thurner hat gemeinsam mit seinen Geschwistern Bettina und Dr. Patrick Thurner das Buch „Heilender Hanf: Cannabis - die wiederentdeckte Naturmedizin“ geschrieben, das ab Oktober 2018 erhältlich sein wird. Neben botanischen Details und der medizinischen Wirkung der Hanfpflanze geht es auch um die rechtliche Situation in Österreich. Hier ein Auszug aus dem Buch:

Was ist legal, was nicht?
Obwohl wissenschaftlich bereits bestätigt wurde, dass durch Cannabis keine körperliche Abhängigkeit entstehen kann (und alle neuen Studien auch die relative Harmlosigkeit in anderen Bereichen belegen), unterliegen die Hanfpflanze und die daraus gewonnenen Produkte weltweit meist strengsten Reglementierungen. Hier finden Sie eine Übersicht über die Regelungen bezüglich des Anbaues von THC- beziehungsweise CBD-haltigem Hanf und über die Wirkstoffe und Medikamente, die in Österreich, Deutschland und der Schweiz legal auf dem Markt sind (genauere Infos über diese Mittel gibt’s in den Kapiteln „Hauptwirkstoff Nummer eins:THC, und „Hauptwirkstoff Nummer zwei: CBD (Cannabidiol)“.

Österreich Anbau THC-haltiger Hanf:
Aufgrund einer Gesetzesnovelle durfte nach der Verbotswelle erst wieder im Jahre 2008 THC-haltiges Cannabis zu medizinischen Zwecken angebaut werden (Österreich war hier durchaus Vorreiter) – allerdings ist es einzig und allein der Agentur für Ernährungssicherheit (kurz AGES) erlaubt, Cannabis indica legal und offiziell zu kultivieren und zum Blühen bringen.
Schon der Verkauf von Samen, die nicht im EU-Saatgutkatalog stehen, ist als (Mithilfe zur) Erzeugung von Cannabis theoretisch strafbar, wenn der Verkäufer davon ausgehen muss, dass die Samen zur „Rauchwarenerzeugung“ verwendet werden. Ein in Österreich dennoch boomender Markt ist der Verkauf von Stecklingen, d. h. von vorgezogenen Cannabispflanzen. Es handelt sich hierbei meist um Indicas, also um potente Pflanzen. Um die Verwirrung komplett zu machen: Ja, das ist nicht verboten (es handelt sich um eine rechtliche Grauzone). Solange diese genetisch potenten Pflanzen nicht zur Blüte gebracht werden, sind Anbau und Verkauf völlig straffrei. Wobei der Anbau eigentlich nur dann straffrei ist, wenn man nicht die Absicht hat, Marihuana aus den Blüten zu erzeugen – diese Absicht hat natürlich niemand, besonders dann nicht, wenn die Polizei vor der Tür steht. Man geht davon aus, dass pro Monat rund 250.000 solcher Stecklinge den Besitzer wechseln.
Der Mythos, dass die Hanfzucht für den Eigenbedarf nicht strafbar ist, ist weit verbreitet. Tatsächlich ist aber auch bereits der Besitz und Anbau von Kleinstmengen in Österreich grundsätzlich strafbar. Entscheidend ist der Zweck des Anbaus (siehe oben).

CBD-haltiger Nutzhanf:
Da er einen THC-Gehalt von weniger als 0,3 Prozent aufweist, kann dieser Hanf in Österreich angebaut werden. Es darf jedoch nur EU-zertifiziertes Saatgut verwendet werden (siehe Seite XY) und jeder Anbau muss der Agrarmarkt Austria (AMA) gemeldet werden.

Arzneimittel
In Österreich ist der Konsum von THC nur in Form von speziellen Arzneien, für die ein Rezept benötigt wird, wirklich legal. Diese Arzneien sind erhältlich:
o der Wirkstoff Dronabinol als Rezepturarzneimittel
o die Präparate Marinol ®, Sativex © und Canemes ®
CBD ist sowohl als Reinsubstanz wie auch in Extrakten legal und frei erhältlich, solange der Grenzwert von 0,3 Prozent THC im Endprodukt, wie auch während der Produktion, nicht überschritten wird.

Kommentare

Hilft das auch bei schwerer Arthrose in den Handgelenken?

Ich bin 44 Jahre uns seit meinem 33 Lebensjahr Schmerz Patientin. Ich wurde 4 x an der LWS opariert und werde am Montag an der HWS operiert. Ich hatte eine SCS Sond, hat nicht wirklich geholfen da dass Titan in meinem Rücken gebrochen war. Zur Zeit nehmen ich sehr viele Schmerzmittel und klebe Morphium Pflaster. Ich würde gerne Cannabis ausprobieren, vielleicht bin ich dann wenigstens für kurze Zeit schmerzfrei. Wie komme ich zu Cannabis?

Genial bin froh für meine Patienten,
Frage wo bekomme ich dann gutes CBD Öl her??

wohlkinger 8342 gnas 06644568083

Nemme cbd öl cannabiss öl seit 5 monate mit erfolg w.w

wohlkinger 8342 gnas 06644568083

CBD ÖL nemme schon 5 monate zum Beispiel schlafe sehr gut mein freund nimmt es schon 8 monate für seine schmerzen erfolgreich und so weiter.w.w

Mein Vater hat ein Rectumcarcinom und mittlerweile eine Lebermetastase. Er kann nicht operiert werden, da er Plavix nehmen muss.
Mein Vater hat zum Glück derzeit keine Schmerzen.
Meine Frage ist, kann Cannabis das Tumoewachstum verlangsamen? Wenn ja, wie komme ich zu diesem Öl?

Würde das auch bei starken Wecjselbeschwerden helfen?

Es ist sehr traurig dass ein Staat es zulässt, dass selbst ältere Patienten kriminalisiert werden, obwohl die gute Eigenschaft des Gesamtwirkstoffes von Cannabis bei vielen Krankheiten erwiesen ist. CBD dagegen ist als Monopräparat nur in gewissen Bereichen sinnvoll und gut, so wie bei vielen Monopräparaten, der Sinn ist es hier eher, Mittel besser vermarkten zu können. Keine Pharma und auch wenige Unternehmer möchten dass sich die Menschen selbst „heilen“ bzw. helfen können, mit dem was im Garten wächst!

Dabei wäre es mit Cannabis wirklich möglich, die Krankenkassen würden nicht belastet, man könnte Menschen in Clubs und dementsprechenden Begleitungsstellen heranführen, beraten und begleiten. Es würde unsere Kassen entlasten und vorallem, viele Patienten könnten auf Medikamente verzichten, sie langsam ersetzen, gegen Natur ohne schlimme Nebenwirkungen, welche viele Medikamente nach sich ziehen.

Der volle Wirkung von Cannabis, vergeben an „vollmündige“ und verantwortungsvolle Bürger, würden vielerlei Erleichterungen bringen, Vorteile für Mensch und die schon längst überlasteten Krankenkassen. Cannabis ist eine Nutz- und Kulturpflanze welche in vielen Ländern erfolgreich eingesetzt wird.

Wir sind für die Einführung von Cannabis-Social-Clubs.at weil es die Beste und gleichzeitig günstigste Lösung ist, weil diese Methode Sicherheit und Hilfe gleichzeitig umsetzen kann. Wir sind erfahrene Kosumenten und Patienten die Ihr Wissen im Umgang, Herstellung und Anwendung weitergeben, ohne Profit daraus zu schlagen.

Mario D.
– Austria.Legalize.eu

Hallo zusammen
Die Schmerzbekämpung bei Schmerz Patienten ist (auf gut stei risch gesagt ) ein Hammer .
Es muß aber erwähnt werden es wird nicht bei allen helfen Menschen helfen den jeder Mensch ist anders . DEN JEDER DER EINMAL RICHTIG SCHMERZEN HATTE WIRD WISSEN , WIE GEIL ES IST WENN EIN MITTEL DIE ,SCHMERZEN NIMMT Ich spreche aus Erfahrung .

Franziska trummer entschendorf 36 8093 St. Peter am Ottersbach

Hätte eine Frage hilfT das auch bei COPD LEIDE SCHON SEIT 2012

Das ist mal eine guteNachricht. Endlich setzt sich mal jemand durch und erkennt dieses Naturjuwel. Hanf war mal Die Überlebendspflanze. Gratulation dieser Familie!

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