„Eierdetektive“ im Einsatz

Ostern und die lieben Eier! Im Supermarkt sollte man beim Griff ins Regal aber behutsam vorgehen. Was die Nummern auf den Eiern über die Haltung der Hennen aussagt und warum ist es wichtig auch bei Nudeln und Co. das Kleingedurckte zu lesen! Alice Pichler ist im Rahmen des Tierschutzunterrichts des „Vereins gegen Tierfabriken“, in Schulen unterwegs. Vor Ostern geht es um das Konsumverhalten.
Alice Pichler, Obfrau des Tierschutzvereins „Wir fürs Tier“
Foto: Wir fürs Tier

Alice Pichler vermittelt im Tierschutzunterricht, worauf es beim Kauf der Eier ankommt.

 

 

„Eier aus Bodenhaltung das klingt ganz gut,“ meint eine Schülerin zu Beginn des Unterrichts. Nachdem sie die Bilder gesehen hat, die ich mitgebracht habe, sieht sie das nun anders. Die Hühner können nichts machen, was sie gerne tun: Kein Sandbad nehmen, nicht nach Futter suchen, nein sie können sich ja nicht einmal bewegen. Kein Sonnenlicht, kein Gras, keine Natur. Da sind die Hennen in der Freilandhaltung besser dran.

Doch wie erkennt man am Ei, wie die Henne gehalten wurde?

Aufgrund der Kennzeichnungspflicht muss jedes Ei einen Stempel tragen, an dem man erkennen kann, ob das Huhn in Freilandhaltung leben durfte oder in Bodenhaltung leben musste. Die 0 am Anfang kennzeichnet die „beste“ Haltungsform – Eier aus biologischer Landwirtschaft. Die Zahl 1 am Anfang kennzeichnet auch noch „gute Eier“, denn auch diese Tiere durften in Freilandhaltung leben. Zumindest solange sie der Industrie dienten. Wenn nach einem Jahr ihre Legeleistung nachlässt, werden sie getötet, weil es sonst nicht wirtschaftlich ist. Das betrifft auch Freiland- und Biohennen.

Auch, wenn in vielen Haushalten bereits bewusst Eier aus Freiland- oder Biohaltung gekauft oder die Eier vom Bauernhof im Ort bezogen werden, werden auch in diesen Haushalten dennoch regelmäßig Eier aus Bodenhaltung gegessen.

Detektive im Klassenzimmer

Diese Behauptung habe ich mit den Schülerinnen und Schülern genauer überprüft und habe dazu viele Produkte in den Unterricht mitgenommen: von Nudeln über Mayonnaise bis hin zu leckeren Keksen und Kuchen. Mit Lupe bewaffnet stürzen sich die Schülerinnen und Schüler darauf und wollen herausfinden, wie denn die Hühner, von denen die Eier in den Produkten stammen, gelebt haben. Schnell wird klar, dass das nicht so einfach ist. So verbergen sich hinter den tollen großen Slogans „mit Eiern aus dem eigenen Betrieb“ im Kleingedruckten dann doch Bodenhaltungseier oder man findet gar keine Angabe, woher die Eier darin kommen. Auch ein Anruf bei der Kundenhotline brachte den eifrigen Nachwuchstierschützern keine Erkenntnis über die Haltungsform.

Das Fazit für die Schülerinnen und Schüler am Ende des Unterrichts: „Wenn nicht drauf steht, woher die Eier wirklich kommen, dann sind auch keine „guten“ drinnen und solche Produkte kaufen Tierfreunde nunmal nicht.“ Eine klare Schlussfolgerung, die die Kinder hoffentlich auch daheim mit ihren Eltern besprechen.


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