Gonzo, der brave Hahn

Die vergangenen Wochen waren medial vor allem von einem Aspekt geprägt: Umweltbewusstsein. Klima-, Tier- und Umweltschutz stehen momentan im Fokus der Aufmerksamkeit. Das Burgenland etwa soll laut Landespolitik „BIO“ werden. Ein Tierschutzvolksbegehren, initiiert von Sebastian Bohrn Mena, zielt darauf ab, Tierqual zu beenden, wobei Nutztiere wie auch Hühner im Fokus stehen. Und dass sich vor allem Schüler und Schülerinnen um unseren Planeten sorgen, ist spätestens seit Greta Thunbergs Auftritt klar. Sie ist das Gesicht weltweiter Schülerproteste für die Umwelt. Im steirischen Schäffern, da leistet ebenfalls ein junges Mädchen seinen Beitrag. Daniela Pfeffer hat sich ihren Hühnern verschrieben und zeigt, wie schön und wichtig artgerechte Haltung ist.
Nora SCHLEICH / 28. März 2019
Foto: zVg

Obwohl in Österreich die Käfighaltung von Hühnern abgeschafft ist, kommen pro Jahr über 200 Millionen Eier aus Nicht-EU-Ländern wie der Ukraine, die dort in Käfighaltung produziert wurden. Gonzo hat im Gegensatz dazu ein paradiesisches Leben.

 

 

„Ich würde gekaufte Eier niemals essen. Am Ei erkenne ich, welche Henne es gelegt hat. Anders schmeckt es mir nicht mehr“, sagt die erst 15-jährige Daniela Pfeffer. Ihre Lieblingshühner ruft sie natürlich beim Namen. Insgesamt sind es mittlerweile dreißig Hühner, um die sich Daniela Pfeffer aus Schäffern aufopferungsvoll kümmert. Zehn verschiedene Rasse-, Hybrid- und Mixhühner-Arten tummeln sich im großzügigen Außengelände.

Ihren Lieblingshahn „Gonzo“ hat sie von klein auf erzogen, sodass er nun, als erwachsener Hahn, zutraulich und liebevoll ist. „Er ist ein braver Hahn, das ist selten. Darauf bin ich besonders stolz“, lächelt Daniela. Sie liegt mit ihrer Hendl-Liebe voll im Trend. Immer mehr Privathaushalte halten eigene Hühner für ihr super-regionales-bio Frühstücksei und wehren sich gegen die Massentierhaltung, zu der auch das Schreddern von männlichen Küken gehört. Die morgendliche Eierspeise war aber nicht Danielas Grund, mit der Hendlhaltung zu beginnen. „In ‚Henriette die Erste‘, ein braunes Hybridhuhn, habe ich mich damals verliebt. Sie war anders als die anderen Hühner.“

Jedes Huhn hat also Persönlichkeit, und so hat es Daniela auch geschafft, ihre Hühner zu erziehen. „Verhätschelt habe ich sie!“, sagt die 15-Jährige und streichelt zärtlich ihren weißen Hahn, „aber dafür habe ich sie gut abrichten können. Die würden niemals jemanden pecken und wenn sie untereinander streiten und ich schimpfe, hören sie auf.“ Für Daniela und ihre Familie sind Gonzo, Enzo, Lucy, Rosie und wie sie alle heißen keine Nutztiere, sondern Haustiere. Die Tiere werden auch nicht geschlachtet, sondern „leben solange bei uns, bis sie über die Regenbogenbrücke gehen“, sagt Daniela.

Der erste Weg nach der Schule ist zu den Hühnern. „Dann gibt’s erstmal Streicheleinheiten“, so die Tierfreundin. Aber natürlich stecken auch viel Arbeit und Wissen dahinter. Daniela weiß alles über Hühner, was es zu wissen gibt. Ist eines krank, pflegt sie es mit Hausmitteln gesund. Auch gebrochene Hühnerhaxen werden selbst geschient und verbunden. Sie kümmert sich so behutsam um sie, dass auch Hühner überleben, die woanders kaum eine Chance hätten. „Ich mache das gerne, denn kein Mensch gibt so viel zurück wie ein Tier“, sagt Daniela. „Darum ist es mir wichtig, dass die Leute darauf achten, woher die Eier im Regal kommen.“ Gerade rund um Ostern kommt Danielas Appell genau zur richtigen Zeit.


Daniela Pfeffer
Daniela Pfeffer aus Schäffern mit ihrem weißen Lieblingshahn Gonzo. Zu Danielas Rassen gehören Mooshühner, braune Hybriden, weiße Hybriden, Maranshybriden, Maranshühner, Grünleger, Araukaner und Olivleger.


Wer sich Hühner in den Garten holen möchte, sollte einiges beachten. Rechtlich müssen Hühner behördlich registriert werden, das geschieht auf der Bezirkshauptmannschaft. Hühner sind gerne in der Gruppe unterwegs, daher sollte man mindestens vier Hühner halten. Hühner legen auch ohne einen Hahn Eier, aber eben nicht befruchtete, was also nur bei der Zucht zum Tragen kommt. Die Hühner legen ihre Eier gerne am selben Platz ab, daher ist es ratsam sie zumindest zu Beginn in einem Auslauf zu halten, um sie an die angedachten Legenester zu gewöhnen. Je nach Rasse legen Hennen fast täglich ein Ei, die grundsätzlich ein Mindesthaltbarkeitsdatum von 28 Tagen haben.

Nach dem 18. Tag müssen die Eier bei +5 bis +8°C gelagert werden. Legehennen brauchen einen Rückzugsort für Schlechtwetter und die Nacht. Hühner schlafen erhöht, daher sollte für jedes Tier eine Sitzstange von mindestens zwanzig Zentimeter vorhanden sein. In der Dämmerung suchen Hühner meist von selbst ihren Stall auf. Hühner werden übrigens bis zu fünfzehn Jahre alt.

Quelle: „Landwirt – Fachzeitschrift für die bäuerliche Familie“


Biologische Lebensmittel sind in aller Munde.
Doch was bedeutet “Bio”?

Einerseits regeln klare gesetzliche Richtlinien die Erzeugung, die Verarbeitung und die Kennzeichnung, andererseits bedeutet “Bio” aber auch, Lebensgrundlagen zu schützen und gentechnikfrei zu produzieren.

Quelle: www.bio-austria.at

Was Heißt Bio?

Biolandbau (= biologische Landwirtschaft = ökologischer Landbau) ist die umwelt- und ressourcenschonendste Form, Land zu bewirtschaften. Zielsetzung im Biolandbau ist das Wirtschaften in Stoffkreisläufen. Ganzheitlich vernetztes Denken und ein möglichst geschlossener Betriebskreislauf sind die Basis für den Erfolg. Biologischer Landbau ist in einer EU-Verordnung (EWG) Nr. 834/2007 (pdf) geregelt und funktioniert im Wesentlichen nach folgenden Prinzipien.

Quelle: www.bioforschung.at

BIO – Lebensmittel

Eier, Fleisch, Fisch, Gemüse, Getreide, Gewürze, Milchprodukte, Naschereien – fast alle Lebensmittel gibt es bereits aus biologischer Erzeugung. Erkennbar sind sie an den Bio-Kontrollzeichen, die von staatlich autorisierten Stellen vergeben werden. Bio-Lebensmittel garantieren den Verzicht auf Gentechnik, chemischen Pflanzenschutz sowie Dünger und stehen für nachhaltige, umweltschonende Produktion.

Für den Konsumenten und die Konsumentin bedeutet dies eine hohe Produktsicherheit. Lebensmittel, die ein offizielles Bio-Kontrollzeichen aufweisen, sind nach den strengen Bio-Produktionskritierien hergestellt und gentechnikfrei. Bei zahlreichen landwirtschaftlichen Bio-Produkten wie Fleisch, Fisch und Eiern ist auch der Herkunftsbetrieb (Inhaber oder Inhaberin) namentlich auf der Verpackung angeführt.

Hohes Einsparpotenzial

In Österreich beläuft sich der Ausstoß an Treibhausgasen aus der Landwirtschaft auf 8% der Gesamtmenge von CO2-Äquivalenten, die aus österreichischen Quellen in die Atmosphäre gelangt. Durch eine flächendeckende Umstellung auf
Biolandbau könnte die heimische Landwirtschaft Tausende Tonnen Treibhausgase einsparen. Einige der möglichen Maßnahmen:

• Verzicht auf energieintensiven Dünger und chemischen Pflanzenschutz
• Aufbau gesunder Böden zur CO2-Bindung
• Tierhaltung im ökologischen Kreislauf

Nachhaltige Haltung

In der biologischen Landwirtschaft werden im Sinne der Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit nicht mehr Tiere gehalten, als von und durch diese Flächen ernährt werden können. Tiere sollen nur in jenen Regionen gehalten werden, wo sie auch gefüttert werden können. Damit werden außerdem Futtertransporte weitgehend vermieden und auch Transportkosten gespart.

Quelle: www.umweltberatung.at

 

Lesen Sie hier eine weitere Story zum Thema Bio-Eier >>


Achten Sie auf die Kennzeichnung von Eiern – daran erkennen Sie, aus welcher Haltung das Ei stammt:

In Österreich werden jährlich ca. 1,8 Milliarden Eier verbraucht. Ein Großteil stammt nach wie vor aus Käfig- und Bodenhaltung. Seit 2004 wird jedes Ei mit einem Code gekennzeichnet, der Auskunft über Haltungsform, Herkunft und Haltbarkeit gibt. Somit ist es ganz einfach für Sie, ein Bio-Freiland Ei aus Österreich zu erkennen.

Haltungsform

0 … biologische Erzeugung
1 … Freilandhaltung
2 … Bodenhaltung
3 … Käfighaltung

Herkunftsland

AT … Österreich
DE … Deutschland
IT … Italien
usw.

4679431 = Beispiel einer Landwirtschaftlichen Betriebsnummer

MHD … Mindesthaltbarkeitsdatu

Quelle: www.umweltberatung.at


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