Hole-in-one

Spielen Sie Golf? Wann konnten Sie zuletzt Ihr Handicap verbessern? Schon lange nicht? Dann könnten Ihre Schläger der Grund dafür sein und nicht Ihr Unvermögen. Laut Studien und Fachzeitschriften gehen bereits über 80 Prozent der Hobbygolfer mit einem Set auf die Runde, das eigentlich nicht passt. Oliver Jany aus Pinkafeld macht es passend – und zwar biometrisch.
Nora SCHLEICH / 2. Jänner 2020
Foto: Nora Schleich

 

Oliver Jany aus Pinkafeld und sein „biometrisches Fitting“. Griff, Schaft und Kopf – die drei Komponenten eines Golfschlägers – werden individuell angepasst.

 

Oliver Jany passt jeden Golfschläger individuell und genau an die Körpergeometrie des jeweiligen Spielers an. Drei Komponenten werden dabei bedacht: der Kopf, der Griff und der Schaft des „Sportgeräts“.

Dabei ist der Golfschläger komplexer als man denken mag. Alleine der Schaft wird durch mehr als zwanzig Merkmale charakterisiert. Das Schwunggewicht, ein Ergebnis aus Gewicht und Schwerpunkt aller drei zuvor erwähnten Komponenten, macht dann die Spieleigenschaft des gesamten Schlägers aus. So beeinflussen zum Beispiel nur zwei Gramm mehr oder weniger Gewicht am Kopf bereits die Flugkurve des Balls. Wichtig ist vor allem aber die richtige Länge des Schlägers, um den Golfball im sogenannten „Sweet-Spot“ optimal zu treffen und eine gewisse Konstanz zu erreichen.

„Ich weiß, wovon ich spreche“

Oliver Jany hat über 2.000 Arbeitsstunden in mehr als drei Jahren investiert. Nun gibt er sein Wissen an all jene weiter, die, so wie er es nennt, „auch vom Golfvirus infiziert sind“ und sich verbessern wollen. Ab Februar baut er neue Sets und verkauft diese, aber er passt auch bestehende Sets mit seinem Wissen biometrisch an. „So ein Set kann man dann auch mehrere Jahre spielen. Das heißt natürlich, dass der Kunde wahrscheinlich länger nicht kommt, aber er wird so zufrieden sein, dass er Bekannten davon erzählt“, ist Oliver Jany überzeugt.

„Die Wahrheit über Golfschläger“

Das Geschäft boomt. „Wenige große Firmen machen sich momentan das große Geschäft in der Golfschlägerbranche untereinander aus. Milliarden werden dabei umgesetzt. Immerhin sind es alleine in Österreich etwa 100.000 Hobbygolfer, die durchschnittlich alle zwei bis drei Jahre ein neues Set bestellen“, weiß Jany. „In den Golfshops müssen sich Kunden auf die Verkäufer verlassen.

Diese sind zwar vom Fach, können aber nur in einem sehr begrenzten Toleranzbereich die Schläger anpassen, da die Hersteller aus Kostengründen diesen kleinen Bereich vorgeben. So wird der Schläger nur minimal gekürzt oder verlängert. Dann wird noch der Kopf gebogen, um die falsche Länge zu kompensieren. Dass dann aber der Winkel nicht mehr stimmen kann, ist klar.

Aber für jeden Kunden optimale Feinabstimmungen vorzunehmen, das wäre den großen Firmen zu viel Aufwand und somit zu teuer“, erklärt Oliver Jany weiter. Europaweit werden übrigens etwa 10.000 Schläger industriell gefittet – pro Tag!

Eingelocht

Dass falsche Schlägerlängen unter Umständen zu Kompensationshaltungen beim Schlag führen und somit gesundheitliche Folgen nach sich ziehen können, liegt auf der Hand. Oliver Jany ist überzeugt, dass „seine“ Schläger schon so manchen Testkunden von Rücken-, Arm- und Handgelenksschmerzen beim Golfen befreit haben. Nicht nur das.

Er sagt: „Erfahrungsgemäß verbessert sich die Schlagweite bei von mir angepassten Eisen um bis zu fünfzehn Meter und bei Drivern sogar um bis zu über dreißig Meter!“ Eine Vorlage, die ab Februar möglichst viele Kunden in seinem kleinen Geschäftslokal, direkt an der Hauptstraße in Pinkafeld, bestätigen sollen.

Für ehrgeizige Golfer ist dieses „Tuning“ definitiv einen Versuch wert. Der Nachteil ist, dass es sie teuer zu stehen kommen könnte. Unter Hobbyspielern ist es nämlich Brauch, nach einem Hole-in-one eine Runde zu schmeißen. Na dann, schönes Spiel!


Oliver Jany aus Pinkafeld

Griff, Schaft und Kopf – die drei Komponenten eines Golfschlägers – werden individuell angepasst.

Griff, Schaft und Kopf – die drei Komponenten eines Golfschlägers – werden individuell angepasst.

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